Dienstag, 21. August 2018
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3:0 gegen Sasel: Vicky baut Heimserie aus

Mit einem 3:0-Sieg gegen den TSV Sasel hat der SC Victoria Hamburg seinen Status als Heimmacht weiter zementiert und gleichzeitig die vorzeitige Meisterschaft der TuS Dassendorf vermasselt. Sasel-Trainer „Danny“ Zankl zeigte sich selbstkritisch und gestand einen taktischen Fehler ein.

„In der ersten Halbzeit hatte ich einen falschen Matchplan gegen den Ball. Die Jungs haben diesen Plan außerdem mit zu wenig Leben gefüllt“, so Zankl nach dem Spiel. Tatsächlich hatte Sasel in den ersten 30 Minuten wenig Zugriff auf den Ball und wurde in die eigene Hälfte gedrückt. Schon nach 14 Minuten lagen die Gastgeber in Front. Bergmann düpierte auf der linken Außenbahn Sasels Lichy und brachte den Ball scharf in die Mitte. Dort hielt Scharkowski am Fünfer den Fuß hin und markierte das 1:0. Diese „Wahnsinnsaktion“ von Bergmann, wie Vicky Trainer Jean-Pierre Richter lobend anmerkte, schockte die Gäste aber zunächst nicht und sie waren um eine Antwort bemüht. Steddin stieg nach einer Ecke am höchsten und köpfte den Ball über Lohmann rüber, der sich beim Rauslaufen verschätzt hatte. Kurz vor der Linie konnte Siemsen klären (22.). Vicky blieb allerdings immer Herr im eigenen Haus und legte kurz vor der Pause nach. Kohpeiß lieferte sich nach einen langen Ball aus der eigenen Hälfte ein Laufduell mit Sagel-Keeper Tuffour. Der Schlussmann zögerte beim Rauslaufen einen Moment zu lange, sodass der Vicky-Angreifer zuerst am Ball war und diesen überlegt ins lange Eck schob (43.). Fast hätten die Hausherren sogar noch einen draufgesetzt. Scharkowski legte ein tolles Dribbling hin und ließ dabei gleich mehrere Gegenspieler alt aussehen. Im Strafraum angekommen legte er quer auf Ernst, der den Ball aber nicht gut traf, weswegen sein Schuss keine Probleme für Tuffour darstellte und dieser klärte (45.).

Die zweite Hälfte wurde mit etwas Verspätung angepfiffen – Sasel-Trainer Zankl hatte die Zeit benötigt, um seiner Mannschaft einen neuen Matchplan mit auf den Weg zu geben. Dieser griff auch direkt, denn die Gäste waren nun deutlich besser im Spiel und hatten viel Ballbesitz. Vicky stand allerdings gut im Raum, verteidigte stark und erzielte auf der Gegenseite etwas überraschend das 3:0. Schmid brach zum wiederholten Mal auf der linken Seite durch. Seine flache Flanke in die Mitte fand mit Scharkowski einen Abnehmer, der aus wenigen Metern seinen zweiten Treffer markierte (63.). Das Spiel war damit praktisch entschieden. Sasel hätte sich allerdings durchaus noch einen Anschlusstreffer verdient gehabt. Erst scheiterte Aydin an einer starken Parade von Lohmann (66.), dann brachte es der eingewechselte Büge fertig, den Ball aus acht Metern an die Latte des leeren Tores zu donnern (79.). Gegen Ende musste Tuffour noch zweimal gegen Wohlers (87.) und Schmid (90.) parieren, dann war der sechste Vicky-Sieg in Folge unter Dach und Fach. In diesen sechs Spielen erzielten die Blau-Gelben insgesamt 24 Tore – eine beeindruckende Bilanz, die in den noch kommenden Saisonspielen noch ausgebaut werden kann.

Trotzdem zeigte sich Trainer Richter nicht gerade zufrieden nach dem Spiel. „Wir konnten viele Dinge, die wir uns vorgenommen hatten, auf dem Platz nicht umsetzen. Die Arbeit gegen den Ball müssen wir noch verbessern“, merkte der 31-Jährige an, der aber auch lobende Worte fand: „Wir haben zielstrebig und konsequent verteidigt und standen hinten ganz ordentlich“, so Richter. Sein Gegenüber haderte nicht nur mit seinem falschen Matchplan in der ersten Hälfte. Auch für die Spieler fand „Danny“ Zankl kritische Worte. „Wir hatten ein paar Spieler auf dem Platz, die entweder einen schlechten Tag erwischt haben oder eine schlechte Einstellung zum Spiel hatten“, wurde Zankl deutlich. Gerade über die Außenbahnen wurde Vicky immer wieder gefährlich und kam oft zu leicht durch. „Heute hatten unsere Außenspieler sicher nicht den besten Tag. Die Jungs sind am vollen Limit“, so Sasels Trainer, der seinen Verteidiger Lichy, der beim 1:0 nicht gut aussah, aber in Schutz nahm: „Lichy hatte vor dem Spiel schon ein Problem mit einer Verhärtung. Wir mussten es aber riskieren, ihn einzusetzen“, erklärte der 30-Jährige. Tatsächlich musste Lichy wegen dieser Verletzung auch nach 60 Minuten ausgewechselt werden. Am Ende des Abends war außerdem noch etwas anderes klar: Die TuS Dassendorf kann durch Vickys Sieg am Sonntag in Niendorf die vorzeitige Meisterschaft noch nicht klarmachen. Die Feier muss also noch etwas verschoben werden.

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Über Jonas Bickel

Jonas Bickel
Leitender Redakteur: Jonas studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Der 20-Jährige kommt von der Nordseeinsel Föhr und interessiert sich für alle Themen rund um den Fußball in Hamburg und in der Welt.