Donnerstag, 17. Mai 2018
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3:1! Niendorf „rasiert Wedel von hinten“

Mit einem souveränen 3:1-Erfolg ist dem Niendorfer TSV im Spiel gegen den Wedeler TSV der Einzug ins Pokalfinale gelungen. NTSV-Coach Ali Farhadi überraschte zunächst mit skurriler Wortwahl, zeigte sich nach Abpfiff dann ausgelassen glücklich über die Leistung seines Teams.

Die Wichtigkeit des Duells für beide Teams ließ sich direkt in den Anfangsminuten erkennen. Getrieben von der Chance, das Pokalfinale zu erreichen, ging es zunächst eher kämpferisch zu. Spielerische Inhalte wurden zu Beginn des ersten Abschnitts gänzlich vermisst. Bezeichnend für die raue Gangart, dass Wedel-Verteidiger Christian Najjar Leon Meyer im Zweikampf prompt den Trikotärmel zerriß. Offensiv konnten lediglich die Hausherren Akzente setzen, doch wirklich gefährlich wurde es nicht, als Magnus Hartwig zweimal vor dem Wedeler Gehäuse auftauchte. Ebenfalls bezeichnend, dass auch der erste Treffer eher ein Zufallsprodukt war; was aber die Schönheit des Tores nicht schmälern sollte. Rund 35  Meter vor dem Tor rollte die Kugel auf der rechten Außenbahn zu Lennard Speck, der das Leder einfach mal in den Strafraum bugsierte. Doch anstatt einen Mitspieler zu finden, segelte der Ball direkt aufs Tor. Der Schuss wurde länger und länger und senkte sich unhaltbar für Wedel-Keeper Steen ins lange obere Eck (25.). Ein absolutes Traumtor. Kurz darauf schien auch Wedel nach vorne spielen zu wollen. Jan Eggers versuchte es aus zwanzig Metern. Das Spielgerät strich nur um Zentimeter am linken Torpfosten vorbei. Damit sollte es das aber auch schon für den ersten Abschnitt gewesen sein. Nach dem Seitenwechsel stellte Niendorf die Weichen endgültig auf Sieg. Leon Meyer bediente Ilyas Afsin, der frei vor Steen zum 2:0 einschob (49).

Wie aus dem Nichts gelang den Gäste aber direkt im Gegenzug der Anschluss. Nach einem Freistoß von Eggers war es Dominik Mahnke, der die Kugel aus kürzester Distanz über die Linie drückte (51.). In der Folge stand das Spiel wieder auf der Kippe. Die Gemüter erhitzten sich. Nach einem foulwürdigen Einschreiten eines Wedelers skandierte Niendorf-Trainer Farhadi zu Schiedsrichter Glischinski: „Der rasiert ihn doch von hinten!“ Eine Wortwahl, die eher aus dem jugendsprachlichen Gebrauch bekannt ist, als aus dem Mund eines Oberligatrainers. Womit Farhadi allerdings auch gut den einseitigen Spielverlauf hätte zusammenfassen können. Afsin bediente im Strafraum Streubier, der locker ins leere Tor einschob (58.). Nun aber die endgültige Vorentscheidung. In der Folge waren die Hausherren dem 4:1 näher, als die Gäste einem erneuten Anschluss. Wieder sorgte Afsin für eine menge Wirbel, doch diesmal scheiterte sein Versuch, in die lange Ecke zu schlenzen, am oberen Torgestänge. In den Schlussminuten kam Wedel dann doch nochmal gefährlich vor das Niendorfer Tor. Ein langer Ball von Steineke senkte sich tückisch, doch NTSV-Keeper Melzer kratzte die Kugel aus dem langen Eck. Ein weiterer Treffer sollte der Elf von Daniel Domingo nicht mehr vergönnt sein. Letztendlich ein vollkommen souveräner Sieg für den Tabellendritten der Oberliga, was nach Abpfiff stilgemäß mit Schampusduschen und „Finale“-Gesängen zelebriert wurde.

Farhadi glücklich nach dem Spiel: „Traumhaft! Ich bin unheimlich stolz. Man sieht, was wir hier aufgebaut haben. Was wir an Gegnern bei Seite räumen mussten, um ins Finale zu kommen, ist aller Ehren wert. Der Sieg heute war schlussendlich voll verdient, dafür war Wedel zu harmlos. Wir freuen uns jetzt einfach, dabei zu sein.“ Sein Gegenüber Domingo hadert hingegen mit den unglücklichen Gegentreffern: „Die Jungs haben da vorne alles gegeben. Man kann nicht sagen, dass wir nichts getan haben, um das Spiel nochmal offen zu gestalten. Wir wollten geduldig spielen und kriegen dann diese Gegentore, die unnötig sind. Das hat unseren Matchplan zunichte gemacht. Schade, aber Glückwunsch an Niendorf.“ Das Finale steigt am 21. Mai im Stadion an der Hoheluft. Auf Niendorf wartet kein Geringerer als die TuS Dasendorf.

Foto: KBS-Picture

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Über Johannes Kramer

Johannes Kramer
Redakteur: Seine Fußballbegeisterung hat Johannes mittlerweile auch auf den Amateurbereich ausgeweitet. Sofern der Abiturient nicht die Schulbank drücken muss, verschlägt es ihn häufig auf die Hamburger Fußballplätze, wo er sich bereits bestens auszukennen weiß.