Sonntag, 19. August 2018
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6:4! BSV kegelt T05 raus – Arifi: „Wie ein Kinderhaufen“

Das Aus für den Regionalliga-Traum von Teutonia 05: Am Samstag verlor die Titze-Truppe gegen den Brinkumer SV mit 6:4, verspielte damit endgültig alle Hoffnungen auf einen Aufstieg. T05-Kicker Jeton Arifi fand bereits kurz nach dem Abpfiff deutliche Worte für die Teutonia-Leistung.

Saimir Dikollari (li.) und Ali Ibrahimi feiern den Dreierpack des BSV-Kickers. Foto: KBS-Picture

Trauer, Wut und Enttäuschung: Die Kicker von Teutonia 05 verspielten am Samstag, auf neutralem Platz in Drochtersen, endgültig den Regionalliga-Aufstieg. Dabei hatte die Begegnung für die Hamburger eigentlich perfekt begonnen. Keine 180 Sekunden waren gespielt, als Anre Gillich einen Eckball in die BSV-Box brachte. Dort wartete Gerrit Pressel, der zur frühen Führung für die Teutonen traf (3.). Und die Titze-Elf zeigte sich auch in der Folge deutlich wacher, war das bessere Team. Arne Gillich chipte das Leder in die Box, fand dort aber keinen Abnehmer (20.). Sechs Minuten später fand dann Vincent Boock Aytac Erman im Sechzehner, dieser konnte BSV-Schlussmann Benjamin Schimmel nicht überwinden (26.). Nach einer guten halben Stunde schwächten sich die Hamburger dann aber erneut selbst. Seyhmus Atug flog, bei einer Khoroshun-Hereingabe, völlig am Ball vorbei und so landete die Pille bei Saimir Dikollari. Dieser hob den Ball anschließend über Semir Svraka hinweg in die Maschen (34.). Der bittere Ausgleich für T05 und erneut zeichnete sich, wie schon in Oldenburg, ein Bruch im Spiel ab. Denn: Drei Minuten später verhinderte Seyhmus Atug im letzten Moment den Rückstand, lenkte den Schuss von Juergen Heijenga gerade noch ab (37.). Und auch quasi mit dem Pausenpfiff hatte T05 Glück, dass es mit einem Remis in die Halbzeit ging. Bastian Helms zog aus der Distanz ab und die Kugel segelte nur knapp am rechten Pfosten vorbei (44.). Fünf Minuten nach Wiederanpfiff gab es dann erneut die eiskalte Dusche für Teutonia:

Daniel Suntic versteckte sich hier nach dem Schlusspfiff unter seinem Shirt. Foto: KBS-Picture

Malik Gueye wurde im Sechzehner von Svraka gelegt und Referee Schröder zeigte sofort auf den Punkt. Saimir Dikollari nahm sich der Sache an und vollendete unten links zum 2:1 (50.). Bei der Titz-Elf ging in den Minuten danach gar nichts mehr. Von der rechten Außenbahn spielte Jannik Bender die Pille völlig ungefährlich auf den ersten Pfosten. Doch alle T05-Verteidiger waren im Tiefschlaf, Marcel Dörgeloh bedankte sich mit dem 3:1 (56.). Und dennoch keimte nach einer guten Stunde noch einmal Hoffnung auf. Aytac Erman wurde an der Sechzehnerkante von Khoroshun ebenfalls gelegt, erneut zeigte Schröder auf den Punkt. Erman trat selber an und vollstreckte zum 2:3 für T05 (61.). Keine drei Minuten später musste T05 den Aufstiegstraum dann aber erneut begraben. Marcel Dörgeloh steckte den Ball abseitsverdächtig für Dikollari durch, der per Außenrist den Ball ins lange Eck vollstreckte (64.). Ali Ibrahimi trug sich danach noch doppelt in die BSV-Torschützenliste ein, erhöhte zwischenzeitlich auf 6:2. Jeton Arifi betrieb in den letzten Minuten dann noch etwas Ergebnis-Kosmetik, traf doppelt und netzte so noch zum 4:6 ein (81., 90.+2). „Wir machen immer individuelle Fehler, die uns das Herz zerreißen“, ärgerte sich T05-Kicker Jeton Arifi im Anschluss und fügte an: „Wir kommen gut ins Spiel und führen auch 1:0. Das müssen wir einfach in die Halbzeit bringen und schaffen es wieder, den Gegner aufzubauen. Das zeigt uns, dass wir noch nicht in die Regionalliga gehören“, fand Arifi deutliche Worte. Weiter: „Ich könnte kotzen. Man arbeitet hart in der Saison. Das war wie ein Kinderhaufen. Man kann nicht in zwei Spielen elf Tore kassieren.“

Jeton Arifi (li.) fand nach Spielende deutliche Worte für den Auftritt von Teutonia 05. Foto: KBS-Picture

„Das geht gar nicht“, so der 32-Jährige, der anfügte: „Letzte Woche haben wir fünf Dinger kassiert und mussten heute alles oder nichts gehen. Natürlich sieht es dann scheiße aus, wenn Spieler alleine auf unsere Torwart zulaufen. Das tut mir auch Leid. Aber man braucht elf Spieler, die alle eine gewisse Mentalität an den Tag legen“, stellte Arifi klar und forderte: „Die Mannschaft muss im nächsten Jahr eine Einheit sein, ein richtiges Team werden. Und dazu brauchen wir auch Qualität. Weil sonst hat man oben keine Chance.“ Sein Trainer Sören Titze formulierte seine Enttäuschung etwas zurückhaltender. Der T05-Coach: „Ich finde dafür heute keine Worte. Ich muss das ganze Spiel erstmal verarbeiten. Im meinem Kopf ist fünf Minuten nach dem Spiel erstmal Leere“, so Titze, der dann aber doch anfügte: „Wir müssen nüchtern betrachten, dass eine gute Saison nun schlecht geredet wird. Das war schon im ersten Spiel so, da haben wir kein gutes Wort über uns gehört. Das nehmen wir so hin“, ärgerte sich der 33-Jährige. „Wir haben Hamburg in der Aufstiegsrunde vertreten. Das wir da nicht der Favorit sind, war ganz klar. Uns wurde in den beiden Spielen gezeigt, dass wir viel Arbeit in der neuen Saison haben, um dann – sollte es die Situation nochmal geben – besser vorbereitet zu sein“, so Titze, der abschließend klarstellte: „Wir haben teilweise gezeigt, dass wir was können – aber nicht über 90 Minuten. Solche Blackouts kann man einfach nicht kompensieren. Wir haben uns das Leben, durch einfache Gegentore, selbst schwer gemacht.“

Foto: KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.