Dienstag, 21. August 2018
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Boock fliegt, Vicky siegt – AFC verliert erneut

Leistungsgerecht hat der SC Victoria Hamburg dank eines Doppelpacks von Dennis Bergmann mit 2:0 den ersten Saisonsieg eingefahren. Der Genickbruch im Spiel des Altonaer Fußball-Clubs war der Platzverweis von Mittelfeldmann Vincent Book, der recht überraschend die rote Karte sah.

Altona-Coach Berkan Algan und seine Spieler protestierten lautstark gegen Rot. Foto: Gettschadt

Vor guter Kulisse mit 684 Zuschauern ging es an der Hoheluft ins älteste Stadtderby Deutschlands zwischen Victoria Hamburg und dem Altonaer FC 93. Die Anfangsminuten gehörten den Haus-herren. Schon nach drei Minuten war Jan Kämpfer frei durch, doch AFC-Keeper Tobias Grubba konnte die Hereingabe des Cordi-Neuzugangs noch entschärfen. Kurz darauf kam Yannick Siemsen nach einer Ecke im Strafraum an die Kugel, doch der Abwehrmann kam aus kürzester Entfernung nicht zum Abschluss. Im Gegenzug sorgte Seyhmus Atug für die erste Chance der Gäste. Nach einer Ecke verpasste der AFC-Mann am zweiten Pfosten das Spielgerät um Haaresbreite. Nach der schwungvollen Anfangsphase verflachte die Partie dann aber ziemlich. Erst kurz vor dem Seitenwechsel kam es zu großem Aufruhr. Nach dem Vincent Boock auf Höhe der Mittellinie gefoult wurde, soll der Altonaer Mittelfeldspieler gegen einen Vicky-Akteur nachgetreten haben. Schiedsrichter Florian Pötter zückte ohne zu Zögern die rote Karte. Eine harte Entscheidung gegen die Algan-Elf. Doch beinahe hätte Altona im Gegenzug die direkte Führung erzielt. Ein Freistoß von Joshua Gebissa strich nur knapp am linken Torpfosten des Kastens von Torhüter Dennis Lohmann vorbei. Postwendend sollte den Hausherren aber die Führung gelingen. Nachdem der Ball durch den AFC-Strafraum flipperte, zeigte sich Dennis Bergmann konsequent und schweißte das Spielgerät aus zehn Metern in die Maschen (44.). Erneut gab es Proteste beim Regionalliga-Absteiger. Die Gäste meinten, zuvor ein Handspiel gesehen zu haben. Mit Pfiffen wurde das Schiedsrichtergespann vom Altonaer Anhang bedacht, als es nach dem Halbzeitpfiff für beide Mannschaften in die Kabinen ging.

Yannick Siemsen (re.) versucht William Wachowski die Kugel vom Fuß abzuluchsen. Foto: Gettschadt

Der Beginn des zweiten Abschnitts gestaltete sich allerdings zunächst verhalten. Einzig erwähn-enswert, dass Altonas Kyrylo Demianovskyi den Ball bei einer Klärungsaktion über die Haupt-tribüne schoss. Die erste Chance hatte auf Seiten des AFC erneut Seyhmus Atug. Nach Freistoß-flanke von Gebassi ließ der Verteidiger die Kugel über den Kopf rutschen und verfehlte nur knapp das Gehäuse der Gastgeber. In der Folge zeigten sich diese dann wieder eiskalt. Nach butter-weicher Flanke von Rechtsaußen machte Dennis Bergmann mit mustergültiger Direktabnahme seinen Doppelpack perfekt (70.). In der Offensive kam beim AFC auch in der Folge wenig zusammen. Nahezu ungefährdet brachten die Hausherren letztlich das leistungsgerechte 2:0 über die Bühne. Altona-Coach Berkan Algan zeigte sich im Aschluss mächtig sauer: „Dieser Platzverweis hat das ganze Spiel kaputt gemacht. Ich verstehe das nicht. Es war heute wohl einfach nicht der Tag des Schiedsrichters“, echauffierte sich der AFC-Worthaber über die umstrittene Platzverweis-Entscheidung gegen Vincent Boock und fügte an: „Es kann doch nicht sein, dass ein Spieler deshalb die rote Karte sieht. Es ist doch ganz normal, dass wenn man sich losreisst, das Bein hochgeht. Ein Tritt ist ein Tritt, aber sowas gehört nicht dazu.“ Auf der offiziellen Pressekonferenz gab sich Algan dann richtig bedient: „Ich entschuldige mich dafür, dass ich auf dieser PK nichts sagen werde.“ Vicky-Coach Jean-Pierre Richter hingegen zeigte sich erfreut über den ersten Saisonsieg, nachdem man mit Niendorf, Dassendorf und eben Altona zum Liga-Auftakt gegen drei echte Schwergewichte ranmusste: „Dass die Ergebnisse in den ersten Spielen nicht gestimmt haben, lag vor allem daran, dass wir viele individuelle Fehler gemacht haben. Wir haben gewonnen, weil wir weniger Fehler gemacht haben.“

Foto: Gettschadt

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Über Johannes Kramer

Johannes Kramer
Redakteur: Seine Fußballbegeisterung hat Johannes mittlerweile auch auf den Amateurbereich ausgeweitet. Sofern der Abiturient nicht die Schulbank drücken muss, verschlägt es ihn häufig auf die Hamburger Fußballplätze, wo er sich bereits bestens auszukennen weiß.