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Regionalliga Nord

Die neue HSV U21 – „Wir wollen Spieler fördern“

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Die alte Saison ist kaum vorüber, da geht es beim Bundesliga-Nachwuchs des Hamburger SV bereits wieder heiß her: Am Mittwoch bat U21-Coach Dirk Kunert zum obligatorischen Leistungstest, am Donnerstag steht der 48-Jährige zum ersten Mal mit seinem neuen Team auf dem Feld. Für Euch haben wir uns mal über die neue U21 des Bundesliga-Dino erkundigt.

Dirk Kunert stellte sich den Fragen der anwesenden Journalisten. Foto: Damm Pictures

Dirk Kunert stellte sich den Fragen der anwesenden Journalisten. Foto: Damm Pictures

Mit 21 Spielern startete Dirk Kunert am Mittwoch in die Vorbereitung für die neue Regionalliga-Saison. Der 48-Jährige ist der Mann, der beim Bundesliga-Dino den Umbruch schaffen soll. Die U23 soll in Zukunft eine U21 werden – eine klare Verjüngungskur des Kader wurde während der Sommerpause durchgeführt, nahezu der komplette Kader der Hanseaten wurde auf den Kopf gestellt. Leistungsträger wie Ahmet Arslan, Philipp Müller oder auch Nico Charrier haben die Hamburger verlassen, denn in der Zukunft will der HSV verstärkt auf die Jugend setzen und diese an den Profibereich heranführen. Front-Mann soll dabei der neue U21-Coach Dirk Kunert werden, der sich bereits auf seine neue Aufgabe bei den Hanseaten freut: „Mit der neuen U21 habe ich eine sehr reizvolle Aufgabe übernommen“, erklärt der 48-Jährige, der die Spieler auf ihre weitere Laufbahn vorbereiten möchte: „Wir wollen mit unserem Projekt die Spieler fördern, aber das passiert auch nicht von heute auf morgen. Insgesamt wird das also eine sehr interessante Aufgabe“, so Kunert weiter, der am Donnerstag zum ersten Mal auf dem Feld steht.

Mit der Förderung von jungen Spielern kennt sich der neue U21-Coach aus. Zwischen 2000 und 2009 trainierte er die U17 und U19 Mannschaften von Hertha BSC Berlin und feierte einige Erfolge: So standen am Ende seiner Zeit bei diesen Nachwuchsteams sechs Meisterschaften und sechs Pokalsiege in Kunerts Vita. Auch bei der deutschen U20-Nationalmannschaft, bei Bayer 04 Leverkusen und bei der U19 vom VfL Wolfsburgs war der 48-Jährige tätig. 2014 nahm er sich dann eine Auszeit. „Ich wollte meine Sinne schärfen und den Fußball von einer anderen Seite kennenlernen“, erklärt der Zepterschwinger diesen Schritt. Dazu stieg er bei als Partner in eine Spielerberatungsgesellschaft ein und beriet unter anderem Eintracht Frankfurts Bastian Oczipka. „Ich habe aber auch das Feuer und die Emotionen vermisst, die man als Trainer unmittelbar erfährt“, sagt Kunert, der auch deswegen die neue Aufgabe beim HSV annahm, aber auch andere Faktoren waren ausschlaggebend. So bemühte sich der HSV stark um den Coach. Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer, Bernhard Peters und Peter Knäbel führten einige intensive Gespräche mit Kunert und überzeugten ihn vom neuen Weg, den der HSV mit der U21 einschlagen will.

Freut sich auf die neuen Aufgaben bei der "Raute": Dirk Kunert. Foto: Damm Pictures

Freut sich auf die neuen Aufgaben bei der „Raute“: Dirk Kunert. Foto: Damm Pictures

„Wir haben hier Top-Bedingungen, die in der Art sogar die wenigsten Zweitligisten vorweisen können. Ich habe viele Experten in meinem Trainerteam und die äußeren Voraussetzungen, zum Beispiel die Trainingsplätze, sind ideal“, zeigt sich Kunert sichtlich begeistert. Für die Spieler sei die Wohlfühloase nun aber vorbei. Dafür sorgt der HSV, indem er mit den Nachwuchsspielern maximal Zweijahresverträge abschließt. So soll noch schneller erkannt werden, wer für den Profibereich geeignet ist. Wer den Durchbruch nicht schafft, soll in den meisten Fällen aussortiert werden – denn aus der U19 sollen nun regelmäßig mehr Spieler nachrücken. Die Ausrichtung ist also deutlich straffer als zuvor. Die U21 soll die höchste Ausbildungsmannschaft sein und möglichst viele Top-Talente an die erste Mannschaft heranführen. Kunert hat damit Erfahrung. Er trainierte unter anderen die Boateng-Brüder bei der Hertha, die ja bekanntlich eine beachtliche Karriere begannen. Fakt ist aber auch, dass die U21 immer noch die zweite Mannschaft des HSV sei. „Profis haben immer den Vorrang“, stellt der 48-Jährige Neu-Coach deutlich klar.

Wenn als Bruno Labbadia einen Spieler zum Sammeln von Spielpraxis in die zweite Mannschaft schickt, rotieren Nachwuchsspieler aus der Startelf. „Damit müssen meine Jungs klarkommen“, sagt der neue U21-Trainer. Die starke Verjüngungskur birgt natürlich auch Gefahren, allerdings sollen einige erfahrene Spieler bleiben und noch verpflichtet werden. „Im Offensivbereich und auf der Sechs benötigen wir sicherlich noch eine Verstärkung“, stellt Kunert seine persönlichen Transferpläne vor. Der Großteil des Kaders, der bisher 21 Mann stark ist, kommt allerdings aus jungen Jahrgängen. Ob diese schon die Klasse haben, um sich in der Regionalliga durchzusetzen, bleibt abzuwarten. Ein konkreter Tabellenplatz ist als Zielvorgabe nicht festgelegt. „Aber ich bin ein schlechter Verlierer. Deswegen müssen wir viele Spiele gewinnen, damit ich gute Laune habe“, scherzt Kunert. Das soll durch attraktiven Fußball und einen konsequenten eigenen Stil erreicht werden. „Ich will vorne mitspielen und von meinen Jungs einen unbedingten Siegeswillen sehen. Aber klar ist auch, dass es nicht sofort klappen kann“, fügt der 48-jährige Coach an, der bei den Hanseaten vorerst einen Einjahresvertrag unterschrieben hat. Wichtig sei aber vor allem, dass sich die jungen Spieler an den Männerfußball gewöhnen und gefördert werden.

Foto: Niklas Heiden
Text: Jonas Bickel/Niklas Heiden

Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.