Donnerstag, 21. Juni 2018
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Niendorf trotzt „bärenstarken“ Saselern Dreier ab

Mit einem 4:1-Erfolg verbucht der Niendorfer TSV drei weitere Punkte im Rennen um die Vize-Meisterschaft. Doch allzu souverän, wie das Ergebnis verlauten mag, war der Auftritt in Sasel nicht. Coach Ali Farhadi fand deutliche Worte und zeigte sich angenehm ehrlich nach dem Abpfiff. 

Zu Beginn der Partie waren die Hausherren das aktivere Team. Der Ball lief gut durch die Reihen des Aufsteigers, während sich Niendorf größtenteils in defensiven Stellungsspiel erübte. Zum ersten Mal gefährlich wurde es, als Sasel-Kapitän Adomat eine Ecke frech auf den kurzen Pfosten zog. Adam Benn konnte noch klären. Wenig später kam Erik Nrecaj frei zum Abschluss, doch wieder konnte Benn abwehren, ehe Torhüter Kindler eingreifen musste. In der Folge verflachte die Partie. Niendorf konnte sich stabilisieren. Dass NTSV-Kapitän Benn auch offensive Qualitäten besitzt, stellte er wenig später unter Beweis. Nach einem Freistoß von Nico Kukuk verlängerte der Innenverteidiger per Kopf ins lange Eck (19.). Doch Sasel zeigte sich von der überraschenden Führung nicht beeindruckt. Bünyamin Balat hebelte mit einem perfekten Steckpass den gesamten Abwehrriegel der Gäste aus, aber Tolga Celikten konnte vor dem herauseilenden Kindler nicht mehr konsequent abschließen. Erst als Sasel-Verteidiger Tobias Steddin angeschlagen raus musste, geriet das Spiel der Hausherren ins Wanken. Die Gäste hatten plötzlich viele Räume. Ilyas Afsin schlug eine präzise Flanke in den Strafraum, wo Leon Meyer am zweiten Pfosten zum 2:0-Pausenstand einnickte (45.). Nach dem Seitenwechsel zeigte sich Sasel weiter bemüht, doch agierte im letzten Angriffsdrittel zu inkonsequent. Niendorf hingegen blieb effektiv. Wieder war es Benn, der vom Punkt aus die Vorentscheidung herbeiführte (60.). Sasel-Trainer Zankl äußerte energisch seinen Unmut ob der Elfmeterentscheidung und wurde des Platzes verwiesen. Zehn Minuten vor Schluss besorgte Avsin mit einem trockenen Schuss ins linke untere Eck noch das 4:0 (79.). Kurz darauf wurde den Gastgebern noch ein Elfmeter zugesprochen, doch Neumann-Schirmbeck scheiterte an der schnellen Reaktion von Kindler.

Der Ehrentreffer sollte Sasel dennoch gelingen. Bünyamin Balat zog aus zwanzig Metern ab und versenkte die Kugel rechts oben im Niendorf-Gehäuse (82.). Fast hätte Balat den Rückstand anschließend noch weiter verkürzt, doch sein Freistoß klatschte an den rechten Pfosten. Ein letztendlich hohes Endresultat mit 1:4 am Parkweg. Niendorf-Coach Farhadi lobte dennoch die Leistung des Aufsteigers und fand deutliche Worte: „Hier hat heute nicht die bessere Mannschaft gewonnen. Sasel war bärenstark, man muss das klar sagen. Sie haben auf uns einen unglaublichen Druck ausgeübt. Da war es richtig schwierig den Rhythmus ins Spiel zu finden. Wir waren passiv und lauffaul. Wenn wir nach der Halbzeit so weiter gespielt hätten, hätte Sasel vielleicht noch gewonnen. In der zweiten Hälfte haben wir es dann besser gemacht und unterm Strich souverän gewonnen.“ Besonders ehrlich zeigte sich Farhadi zu den Elfmeter-Entscheidungen: „Ich fand ehrlich gesagt, beide Elfmeter fragwürdig. Wir können es aber nicht beurteilen, wie der Schiedsrichter es gesehen hat. Er hat mir erklärt, wie es war und dann kann er ihn geben. Alles gut.“ Auch Sasel-Trainer Zankl zeigte sich einsichtig: „Niendorf ist sowohl gut im Pressing, als auch mit dem Ball. Sie stehen zu Recht oben. Natürlich hatte ich mir mehr erhofft, aber wir waren im letzten Drittel nicht zielstrebig genug. Niendorf hat es am Ende souverän gespielt und ist uns in der Reife um einiges voraus. Bei der Elfmetersituation habe ich meine Flasche weggeschmissen. Das tut mir Leid. Ich habe meine Mannschaft gecoacht und in der Minute war das Spiel dann voll entschieden und die Hoffnung weg. Das Spiel war ein Schritt in die richtige Richtung. Jetzt kommen auch ein paar Spieler zurück, die uns Qualität verleihen. Das Ergebnis ist ein Nackenschlag, aber wir gehen nun positiv in die nächste Woche.“

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Über Johannes Kramer

Johannes Kramer
Redakteur: Seine Fußballbegeisterung hat Johannes mittlerweile auch auf den Amateurbereich ausgeweitet. Sofern der Abiturient nicht die Schulbank drücken muss, verschlägt es ihn häufig auf die Hamburger Fußballplätze, wo er sich bereits bestens auszukennen weiß.