Donnerstag, 23. November 2017
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Hatte bei beiden Kopfballtoren keine Abwehrchance: HSV-Schlussmann Christian Mathenia.

Standard-Hertha köpft HSV tiefer in die Krise

Wieder keine Punkte! Am Samstagnachmittag setzte es für den Hamburger SV gegen Hertha BSC Berlin eine Lehrstunde in Sachen Standards. Beim 2:1-Heimsieg der Berliner nickten Niklas Stark und Karim Rekik die alte Dame zum Dreier. Einziger Lichtblick beim HSV: Sturm-Juwel Fiete Arp.

Die erste bessere Möglichkeit der Partie hatten die Hamburger. Nach einem Eckball von Filip Kostic wurde der Kopfball von Papadopoulos zuerst noch geblockt, doch der Abpraller landete vor den Füßen von Albin Ekdal. Der Schwede zögerte an der Strafraumgrenze aber etwas zu lange mit dem Abschluss (7.). Rund vier Minuten später ging es dann schnell. Kostic setzte sich auf dem linken Flügel durch und brachte die Kugel anschließend hoch in den Strafraum. An der Kante zum Fünfer wartete Andre Hahn, der seinen Kopfball aber nicht platzieren konnte (11.). Hatte die Fünferkette von HSV-Coach Markus Gisdol gegen den FC Bayern München noch nahezu solide funktioniert, so reichte der Hertha, nach nicht einmal zwanzig Minuten, eine Standard zur Führung. Marvin Plattenhardt schlug die Kugel in die Box, wo Niklas Stark seinem Bewacher Rick van Drongelen entwischte und nahezu unbedrängt zum Kopfball steigen konnte. Die Kugel schlug unhaltbar für Christian Mathenia im langen Eck ein (17.). Erneut liefen die Rothosen von nun an einem Rückstand hinterher. Nach einer halben Stunde zeigten die Gisdol-Schüler die erste Reaktion. Nach einem kurz ausgeführten Eckball schlenzte Douglas Santos die Kugel auf das lange Eck, sein Schuss verfehlte das Ziel nur knapp (29.). Und die Rothosen kämpften sich zurück in die Partie. Wieder war es Kostic mit einer Hereingabe von der linken Seite, die Plattenhardt aber vor dem einschussbereiten Hahn gerade noch klärte (39.). Kurz darauf ging es für beide Mannschaften zurück in die Kabinen.

Nach dem Pausentee schockten die Berliner den HSV dann mit einer bereits bewährten Methode – einem Standard. Mitchell Weiser schlug die Kugel – wie in Abschnitt eins schon Plattenhardt – perfekt an den Fünfmeterraum, wo diesmal Karim Rekik unbedrängt einköpfen durfte (50.). Nach einer knappen Stunde reagierte dann Markus Gisdol, brachte für den blassen Bobby Wood und Albin Ekdal Wirbelwind Tatsuya Ito und Sturm-Juwel Fiete Arp auf den Platz. Vorerst brachte das aber nichts, die Hertha hatte weiterhin die besseren Chancen. Plattenhardt bediente Valentino Lazaro, der nur an dem beherzten Einsteigen von Papadopoulos scheiterte (63.). Die Rothosen waren in der Folge zwar bemüht, eine Torchance konnten die die Hanseaten aber nicht erspielen. Nach 65 Minuten war es dann Marvin Plattenhardt, der erneut zwei Hamburger aussteigen ließ und dann flach abschloss. Wieder warf sich der Grieche Papadopoulos in den Schuss eines Berliners (66.). Auch die Hereinnahme von Aaron Hunt verbesserte das Spiel der Gisdol-Equipe kaum. Eine knappe Viertelstunde vor dem Ende wurde es dann doch wieder spannend und die HSV-Jugend drehte auf. HSV-Youngster Fiete Arp verkürzte, nach Vorlage per Kopf von Papadopoulos, überraschend auf 1:2, ließ bei den rund 7500 mitgereisten Hamburger erneut Hoffnung aufkommen (73.). Zurecht? Zehn Minuten vor Ultimo hielt HSV-Keeper Christian Mathenia seine Farben sensationell gegen Davie Selke im Spiel (80.). Am Ende blieb es trotz HSV-Schlussoffensive bei dem 2:1-Sieg der Gastgeber.

Rothosen-Kapitän Gotoko Sakai erklärte nach dem Abpfiff: „Die zweite Halbzeit war gut, aber das müssen wir auch schon in der ersten Hälfte abrufen. Erst dann haben wir wirklich gekämpft. Es liegt jetzt in unserer Hand. Wir dürfen die Situation nun nicht schön reden“, so der 26-Jährige. Und weiter: „Gleichzeitig müssen wir uns aber auch auf die positiven Dinge besinnen. Arp und Ito haben uns heute sicherlich geholfen. Für Fiete freut es mich besonders. Ich habe lange nicht gesehen, dass Einwechsel-spieler so effektiv in einem Spiel waren.“ Stürmer Andre Hahn schaute derweil bereits auf die kommende Aufgabe. Hahn: „Wir müssen punkten, dass wissen wir. Das wir nun gegen Stuttgart punkten müssen, sollten wir uns ins Gedächtnis rufen.“ Vorlagengeber und Außenverteidiger Dennis Diekmeier fand zudem deutliche Worte: „Im Ganzen ist es heute wieder brutal ärgerlich. Es kotzt einen extrem an, dass man nun wieder ohne Punkte nach Hause fährt“, so Diekmeier, der ergänzte: „Wir müssen nun gegen Stuttgart mit aller Macht die drei Punkte holen. Ansonsten wird der Abstand irgendwann zu weit. Ohne Punkte wird es schwer.“ HSV-Sportchef Jens Todt zeigte sich angefressen: „Uns ist es heute nicht gelungen, heute zwei gleich gute Halbzeiten zu spielen. Deshalb fahren wir heute wieder mit leeren Händen nach Hause. Wir müssen nun intern mit der Mannschaft diskutieren. Wir hatten uns die erste Hälfte natürlich anders vorgestellt. Es ist die Zeit vorbei, wo man sich in Ruhe lassen kann. Das Team muss sich mit sich selbst befassen und muss selbst besprechen, warum wir nicht zwei konzentrierte Halbzeiten spielen können. Wir brauchen Punkte, keine Komplimente. Trotzdem ist die Saison noch lang und alles lässt sich reparieren.“

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden

Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 18-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.