Montag, 21. Mai 2018
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Teutonia-Joker vermiesen Jansen-Comeback

Teutonia 05 war eine Nummer zu groß für den Hamburger SV III. Nach einer torlosen ersten Hälfte brachte Aytac Erman seine Mannen mit drei Treffern auf die Siegerstraße. Der zwischenzeitliche Ausgleich der Rothosen blieb beim Comeback von Ex-Profi Marcell Jansen am Ende ungekrönt. 

Trotz des großen Aufruhrs ob der Verpflichtung des Ex-Nationalspielers galt es für Jansen, zunächst auf der Bank Platz zu nehmen. Doch auch ohne den prominenten Neuzugang präsentierte sich die Rahn-Rabenhorst-Truppe anfänglich überraschend stark gegen den Zweitplatzierten aus Ottensen. Das hohe Pressing der Rothosen machte der Titze-Elf in der Anfangsviertelstunde sichtlich zu schaffen, temporei-ches Offensivspiel ließen die Gäste gänzlich vermissen. Schlussmann Svraka verhinderte gegen Sampaney und Yasar gar einen frühzeitigen Rückstand. Kurz darauf scheitere Michalowski nach Flanke von Neuzugang Matteo Evers an der Querlatte. Für Gefahr sorgten die Gäste kurz vor dem Halbzeitpfiff, als Jeton Afiri einen Freistoß an den linken Pfosten setzte. Teutonia-Trainer Titze zeigte sich nah dem ersten Abschnitt bedient: „Ich war mit der ersten Hälfte nicht zufrieden. Wir hatten zwar zwei, drei Chancen, aber haben es nicht großartig zu Ende gespielt. Ich habe gefordert, dass die Mannschaft den Kampf annimmt und eine Reaktion zeigt.“  Nach dem Seitenwechsel wurde Teutonia dann schnell aktiver.

Titze brachte Aytac Erman und Andre Müller für Dieterich und Saglam. Zwar hatte Schlussmann Svraka mit Beginn des zweiten Abschnitts einen Fernschuss von Emre Yasar zu entschärfen, doch anschließend übernahmen die Gäste das Heft des Handelns. Erst musste Sampaney einen Erman-Kopfball in höchster Not klären, dann gelang dem Teutonia-Stürmer der Doppelschlag. Ein Flachschuss aus 18 Metern (56.) und ein Treffer in Folge eines Standards (60.) bedeuten die 2:0-Führung binnen vier Minuten. Doch die HSV-Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Damian Ilic besorgte prombt den Anschlusstreffer (70.). Der Auftakt einer hitzigen Schlussphase, bei der Marcell Jansen nun auch mit von der Partie war. Michael Ulbricht gelang per Kopfball der Ausgleich für die Hausherren (79.), woraufhin Aytac Erman, seinen dritten Treffer erzielend, den alten Zwischenstand direkt wiederherstellte (81.). „Da muss ich Aytac auch mal ein Sonderlob geben. Wie er die Tore gemacht hat, war auch nicht alltäglich“, zeigte sich Titze voll des Lobes über seinen Schützling. In der Nachspielzeit machte Andre Müller dann den Sack zugunsten der Teutonen zu (90+1). Drei Punkte, die den zweiten Tabellenplatz der Gäste untermauern. Coach Titze anschließend:

„Großen Respekt an den HSV. Sie haben diszipliniert und leidenschaftlich gespielt und es uns über 90 Minuten schwer gemacht. Es war klar, dass wir auf dem glatten Boden dagegenhalten müssen und nicht alles spielerisch lösen können. Ich muss aber auch die Moral meiner Mannschaft loben, wie sie die  Rückschläge verkraftet hat. Wir haben eine charakterlich starke Truppe. Da ist selbst im Training immer sehr viel Feuer drin.“ Seinen  Einstand beim HSV resümierte Marcell Jansen trotz des Endstands positiv: „Mein Debüt steht gar nicht im Vordergrund. Die Jungs haben eine lange Vorbereitung hinter sich und haben sich leider nicht belohnen können. Es sollte heute nicht sein. Wir haben viel gefightet, es war auch viel Gutes dabei.“ Dass es beim Debüt „nur“ für einen Kurzeinsatz reichte, kommentierte der 32-Jährige gelassen: Ich hab ja erst sechs, sieben mal mit den Jungs trainieren können. Von daher war es schon passend. Ich habe mein Hobby sozusagen wieder zurückgewonnen. Es macht Spaß.“ Titze jedenfalls ist vom Engagements Jansen überzeugt: „Es ist sehr positiv, wenn einer wie Marcell Jansen den Amateursport so liebt, dass er das hier unterstützt. Es ist auf jeden Fall eine Bereicherung für die gesamte Oberliga.“

Foto: Heiden

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Über Johannes Kramer

Johannes Kramer
Redakteur: Seine Fußballbegeisterung hat Johannes mittlerweile auch auf den Amateurbereich ausgeweitet. Sofern der Abiturient nicht die Schulbank drücken muss, verschlägt es ihn häufig auf die Hamburger Fußballplätze, wo er sich bereits bestens auszukennen weiß.