Donnerstag, 17. Mai 2018
Top-Thema
Home » Oberliga Hamburg » Türkiye steigt trotz 5:4-Torshow ab

Türkiye steigt trotz 5:4-Torshow ab

Große Trauer trotz 5:4-Erfolg beim Wedeler TSV: Durch den 7:1-Sieg des SC Condor steigt der FC Türkiye aus der Oberliga Hamburg ab. Ein großes Lob für den Auftritt gab es von Coach Michael Fischer trotzdem – zurecht! Denn: Die Wilhelmsburger verabschiedeten sich mit viel Anstand.

Michael Fischer wird auch in der kommenden Saison Türkiye-Trainer sein. Foto: KBS-Picture

„Wenn man eine Stunde vor Spielbeginn erfährt, dass man gerade abgestiegen ist, dann ist das alles nicht so einfach“, trauerte Türkiye-Trainer Michael Fischer nach dem Abpfiff. Denn durch den 7:1-Sieg des SC Condor am Morgen gegen den VfL Pinneberg war bereits vor Anpfiff im Elbe-Stadion klar, dass der FCT in der kommenden Saison in der Landesliga antreten muss. Das Auftreten der Wilhelmsburger sprach eine deutlich andere Sprache. Von Beginn an hatten die Fischer-Schüler die besseren Gelegenheiten. Nach neun Minuten hatte Boris Shtarbev den Ball bereits an Steen vorbei gelegt, doch Jannik Wilckens rettete die Kugel im letzten Moment. Drei Minuten später war es dann Mus der Tolga Tüter bediente. Dieser ließ sich die Pille allerdings von Wedel-Keeper Steen vom Schlappen klauen (12.). Überraschend gingen die Gastgeber dann nach zwanzig Minuten in Front. Eric Agyemang wurde im Sechzehner bedient und zog aus rund elf Metern ab. Die Kugel schlug knapp unter dem Querbalken im Netz ein (20.). Und die Domingo-Elf legte keine 180 Sekunden später nach. Jan Eggers hämmerte den Ball aus 16 Metern direkt unter die Latte (23.). Nach einer halben Stunde dann der verdiente Anschluss für Türkiye. Onur Tüysüz vollstreckte ein Mus-Zuspiel zum 1:2 (33.). Und noch vor der Pause gelang den Gästen der Ausgleich. Löw flankte von der rechten Außenbahn auf den ersten Pfosten, wo Tüter einlief und zum 2:2 einnetzte (45.).

Nikolaj Rörström (re.) gewinnt den Zweikampf gegen Türkiyes Tolga Tüter. Foto: KBS-Picture

Und es kam noch besser aus FCT-Sicht: Keine zehn Minuten waren nach dem Seitenwechsel gespielt, da drehten die Fischer-Kicker die Partie sogar komplett. Oguzhan Gencel traf zum 3:2 (55.). Auch der zwischenzeitliche Anschlusstreffer zum 3:3 durch Jorma Eggers steckten die Wilhelmsburger locker weg (68.), holten sich im Gegenzug die Führung zurück. Boris Shtarbev erzielte das 4:3 (71.), Mus baute die Führung sogar auf 5:3 aus (77.). Der 4:5-Anschlusstreffer durch Eric Agyemang kam für den TSV zu spät (89.). „Respekt an die ganze Mannschaft, dass sie trotz des 0:2 noch weiter Gas gegeben haben“, freute sich Fischer nach dem Abpfiff, fügte aber zuversichtlich an: „Wir steigen aber sofort wieder auf. Die neue Mannschaft wird zwar sehr abgespeckt sein, aber dafür stimmt der Charakter. Vom alten Kader wird maximal ein Drittel bleiben“, so Fischer weiter. „Ausgerechnet der Klub, bei dem man zehneinhalb Jahre war, zieht heute die Schlinge zu“, ärgerte sich der 50-Jährige. Denn: Zwischen 2005 und 2016 trainierte Fischer den VfL Pinneberg, der durch seine Pleite bei Condor den Abstieg des FCT perfekt machte. Wedel-Trainer Daniel Domingo bilanzierte: „So ein Spiel ist sehr bitter. Die Art und Weise, wie unsere Jungs gespielt haben, war nicht schön. Allein das 2:2 darf überhaupt nicht passieren. So eine Flanke geht gar nicht“, ärgerte sich Domingo und fügte abschließend an: „Einige Jungs waren mit dem Kopf auch schon ganz woanders, die sind mehr spazieren gegangen. Wir haben verdient mit 5:4 verloren, wir waren nicht clever genug.“

Foto: KBS-Picture

Karte zentrieren
Verkehr
per Fahrrad
Transit
Google MapsRoutenplanung starten

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.