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Amateurfußball

Jugendtrainer fordern: „Lasst die Kinder auf den Platz!“

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Wie der Herren-Bereich dürfen auch Hamburgs Nachwuchskicker seit über drei Monaten keinem geregelten Trainings- und Spielbetrieb nachgehen. Das wollen einige Hamburger Jugendtrainer schnellstmöglich ändern. Sie legen das Brennglas auf den Bereich, den die Politik vergessen hat.

Wenn Jörg Bremer aktuell seine Mannschaft sehen will, dann muss er ins Internet gehen. Wegen der Corona-Pandemie ist der Spielbetrieb auch im Jugendfußball unterbrochen. Teilweise sind sogar die Plätze gesperrt. An Fußball denkt der Jugendtrainer des TSV Glinde trotzdem, vor allem an seine U16. Immer mehr Kinder wenden sich in dieser Zeit vom Sport ab. Ob sie nach der Pandemie in die Vereine zurückkehren, ist fraglich. „Was für uns schon lang ist, bedeutet für die das ganze Leben. Die werden gleichgültig und antriebslos“, mahnt Bremer. Er macht die Erfahrung tagtäglich am eigenen Leib. Deshalb hat er mit verschiedenen anderen Personen aus seinem Verein eine kleine Initiative gegründet. „Es geht uns darum, den Blick auf die Kinder und Jugendlichen zu bekommen. Es wird immer nur vom breiten Amateursport gesprochen. Wir wollen den Blick für die Kinder öffnen“, sagt uns Bremer im Gespräch. Vor allem die soziale Komponente ist dabei ein großes Thema. „Ich hab auch viele Kinder aus Mümmelmannsberg, die mit vier oder fünf Geschwistern in einem Zimmer sitzen. Die haben es nicht so einfach wie Kinder, die gut behütet in einem Einfamilienhaus aufwachsen“, legt der U16-Trainer den Finger in die Wunde. Es geht Bremer darum, Kinder/Jugendliche wieder auf den Platz zu bekommen.

Bremer: „Wollen nicht zwei Parteien gegeneinander ausspielen“

Wie das möglich sein könnte, darüber hat sich die Initiative bereits Gedanken gemacht. „Wir haben die Erfahrung aus dem ersten Lockdown. Es ist schon einiges an Wissen vorhanden. Wir haben auch ein entsprechendes Hygienekonzept“, unterstreicht Bremer und ergänzt: „Wenn man kontaktfrei wieder auf den Platz kommt, dann ist es auch kaum möglich, dass sich jemand infiziert. In der ersten Phase geht es darum, dass die Jungs Hauptsache wieder auf den Platz können.“ Dem U16-Coach geht es bei seinem Vorhaben auch nicht darum, andere Bereiche auszugrenzen. „Die Erwachsenen können meinetwegen direkt auch mit auf den Platz. Es geht nicht darum, zwei Parteien auszuspielen. Aber wenn die Kinder jetzt spielen, haben die Erwachsen keinen Nachteil von“, meint Bremer. Ebenfalls bei der Initiative wirkt Andi Mühling von Vorwärts-Wacker mit, weitere Unterstützer sind in den vergangenen Tagen bereits dazu gekommen. Gemeinsam arbeiten sie für ein Ziel: Alle Kinder wieder auf die Plätze zu bekommen.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.