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Kolumne

Klookschieter: Krach bei Altona 93 – Keine NFV-Prüfung

Niklas Heiden

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Klookschieter
Foto: KBS-Picture

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Der große Streit beim Altonaer Fußball-Club und die ausbleibende NFV-Prüfung.

Seit der durch das Corona-Virus bedingten Fußball-Pause gab es noch keine einzige Woche, in der der Hamburger Amateurfußball nicht für Schlagzeilen gesorgt hat. In dieser Woche wurde, nach einer AFH-Recherche, der große Streit bei Altona 93 öffentlich, der im Hintergrund bereits seit Wochen köchelte. So verlässt am Saisonende neben Manager Andreas Klobedanz und Pressesprecher Andy Sude auch Sponsor Christian Perlwitz den Verein. Schatzmeisterin Jessica Weinert trat bereits unter Tränen auf der letzten Mitgliederversammlung im Februar zurück. Alles Ereignisse, die bei mir Fassungslosigkeit auslösen. Wenn man sich nun aber die genauen Gründe anguckt, weshalb besagte Personen ihre Ämter nieder legen, ist dies eher überraschend, dass sie nicht schon zur Winterpause hingeworfen haben. Die eigene Liga-Mannschaft das Stimmrecht entziehen zu wollen, weil einem die Meinung anderer nicht passt, ist ein Skandal. Dass dies von Personen, die auch schon Ämter beim Hamburger Fußball-Verband innehatten, noch unterstützt wird, macht es umso schlimmer. Dabei war der AFC auf einem guten Weg, sich langfristig in der Regionalliga Nord zu etablieren. Innerhalb von wenigen Monaten hat der AFC-Vorstand aber alles eingerissen, was über Wochen erarbeitet wurde. Bis heute ist zudem das Thema neues Stadion noch ungeklärt. Wenn Altona 93 sich da nicht selbst ins ganz große Abseits gestellt hat.

Immerhin die Nachricht, die der Norddeutsche Fußball-Verband (NFV) am Donnerstag verkündete, dürfte an der Adolf-Jäger-Kampfbahn für Erleichterung gesorgt haben, wenn man sich denn überhaupt Gedanken um die Zukunft macht. So teilte der NFV mit, in diesem Jahr auf die wirtschaftliche Prüfung aller Vereine in der Regionalliga Nord verzichten zu wollen. Was für viele Kollegen nur eine Zeile im Kopieren der Pressemeldung übrig war, war für mich zwar nicht überraschend, aber dennoch ein großer Hammer. Zwar kann ich auf der einen Seite die sicherlich auch nicht geringen finanziellen Probleme einiger Vereine durchaus nachvollziehen, aber trotzdem führt für mich kein Weg an dieser Prüfung vorbei. Das Problem aus meiner Sicht ist nämlich: Was machen wir denn, wenn nun reihenweise Vereine mitten in der nächsten Saison merken, dass die Liga finanziell gar nicht (mehr) zu stemmen ist. Dann haben wir auf einmal drei, vier oder sogar fünf Klubs, die Insolvenz anmelden müssen und am Ende mit null Punkten die Liga verlassen. Bereits jetzt haben einige Vereine schon wegen der knapp 3500 Euro Lizenz-Gebühr, die mit dem Einreichen fällig ist, einen halben Staatsakt losgetreten, um diese Summen erst später zahlen zu müssen. Es ist schon erstaunlich, wie wenig wirtschaftlich einige Vereine arbeiten. Denn wer das Geld für die Regionalliga nicht hat oder es nicht ausgeben will, der sollte es einfach lassen.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.