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Kolumne

Klookschieter: Nachwuchs-Umbruch – „Ruhe bewahren“

Niklas Heiden

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Klookschieter
Foto: KBS-Picture

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Der Umbruch im HSV-Nachwuchs und die neuen „Ausreden“ des Hamburger Senats.

Nur unteres Mittelmaß in der Regionalliga Nord, nur Mittelmaß in der U19-Bundesliga und nur in der U17-Bundesliga oberer Durchschnitt. Das sind die letzten Platzierungen der Nachwuchsteam vom Hamburger SV aus der abgebrochenen Corona-Saison. Dass die Rothosen in der Jugend das letzte Mal wirklich was gerissen haben, ist lange her. Vor zwei Jahren der knapp verpasste Einzug in die U19-Meisterschaftsrunde, davor die erfolgreichen U21-Spielzeiten von Christian Titz und Joe Zinnbauer – mehr war da aber auch nicht. Der HSV hat nicht nur in seiner Profi-Abteilung, sondern vor allem auch bei den Nachwuchsteams große Baustellen. Als jemand, der sich mit dem deutschen Nachwuchsfußball beschäftigt, nehme ich mir heraus so etwas zu sagen. Nun soll es also Horst Hrubesch richten. Jemand, der ohne Zweifel weiß, wie man mit Spielern umgehen muss. Das hat er bei der Nationalmannschaft bewiesen. Ob Herr Hrubesch sich allerdings im Klaren ist, auf was er sich da eingelassen hat – ich weiß es nicht. Tatsache ist allerdings, dass der HSV sich im Nachwuchs in einem Umbruch befindet und bis heute ohne U21-Trainer dasteht. Intern, so wie es vom Verein gewünscht war, reißt sich keiner um diesen Job. So wird eine externe Lösung immer wahrscheinlicher. Ob ein Hrubesch da helfen kann? Sicherlich. Die Frage ist, ob Hrubesch den „Bann“ durchbrechen kann, dass wenn die Profis nicht funktionieren, die Negativität sich nicht auch auf die Jugend überträgt. Das ist aus meiner Sicht das größte Ziel, was angepackt werden muss. Dann wird der HSV nachhaltig im Nachwuchs Erfolg haben.

Erfolg ist ein gutes Stichwort. Diesen würden sicherlich auch gerne wieder Hamburgs Amateurfußballer haben, wenn sie denn auf dem Platz stehen dürften. Das ist nämlich weiterhin nicht der Fall. Es drängt sich dabei leider immer mehr der Verdacht auf, dass der Hamburger Fußball kleiner zu sein scheint, als viele ihn sehen. Denn die Lobby scheint nicht groß genug zu sein, um etwas bewirken zu können. Das zeigt auch die letzte Aussage von Sport-Staatsrat Christoph Holstein, der alle Hamburger Vereine bat, „die Nerven zu behalten“. Eine Aussage, bei der ich schon etwas nachdenklich zurückgelassen wurde. Denn aus meiner Sicht, haben bisher echt wenige Vereine aus dieser Stadt bekundet, wie sehr ihnen das zweierlei Maß messen Nerven geht. Viele haben sich zudem auch damit abgefunden, dass sie aktuell nach Niedersachsen fahren müssen, um „normal“ spielen zu können. Von den Vereinen also zu fordern, dass sie die Ruhe bewahren sollen, ist an Hohn aus meiner Sicht kaum zu überbieten. Bisher halten sich doch alle an die Regeln, oder nicht? Ich verstehe bis heute nicht, weshalb man sich nicht mit dem HFV und dem Großteil der Vereine zusammentut und ein Konzept erarbeitet, wovon alle am Ende profitieren können. Es wird immer von „Active City“ gesprochen – im Moment ist es eher „Death Valley“, jedenfalls was den Fußball angeht. Es wird einen Punkt geben, ab dem die Vereine keine Lust mehr auf Gespräche haben. Einen Punkt, an dem das noch letzte Stückchen Vertrauen endgültig ausgelöscht wurde. Mal einen Schritt auf jemanden zuzumachen, das tut doch wirklich niemandem weh – müsste man denken.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.