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Kolumne

Klookschieter: Pinneberg-Alleingang – HFV-Unterbrechung

Niklas Heiden

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Klookschieter
Foto: KBS-Picture

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Der Alleingang des Kreises Pinneberg und die unbefristete Unterbrechung im HFV.

Für Aufregung im gesamten Hamburger Amateurfußball sorgte am Samstagabend der Kreissportverband Pinneberg. Und ich muss zugeben: Von dem hatte ich noch nie etwas gehört. Doch die neue Verordnung von diesem Verband ließ mich bereits böses ahnen. Im Kreis Pinneberg sind ab heute alle Spiele und auch Training mit mehr als zehn Personen verboten. Der Grund dafür sind die steigende Fallzahlen in und um Pinneberg. Zu dieser Frage kann man so oder so stehen, Fakt ist allerdings, dass mir bisher kein Fall im Fußball in Hamburg und Umgebung bekannt ist, wo sich ein Spieler beim Training oder in einem Spiel angesteckt hat. Meistens kamen die Infektionen von außen, sprich von privaten Feiern oder anderen Zusammenkünften. Doch was für mich leider völlig unverständlich ist, ist der Alleingang des Pinneberger Verbandes. Es muss doch dort klar gewesen sein, dass eine Einstellung des Spielbetriebes für diese Region zwangsläufig auch Auswirkungen auf Hamburg und den Spielbetrieb dort haben wird. Mit wie wenig Weitsicht kann man denn vorgehen? Es gab nach meinen Informationen auch kein Austausch mit dem Hamburger Fußball-Verband über dieses Thema. Jedenfalls nicht an den dazu richtigen Stellen im Spielausschuss. Aus dem Pinneberg-Alleingang resultiert nun eine Welle, die den gesamten Hamburger Fußball unter sich begräbt. Übrigens nicht nur die Herren-Teams, sondern auch die zehntausenden Kinder, die keinen Spielbetrieb mehr abhalten dürfen. Das bringt uns zu Part zwei.

Nach diesen Entwicklungen musste der HFV natürlich nachziehen. Und ich muss sagen, in dieser Frage kann ich tatsächlich beide Seiten verstehen. Auf der einen Seite die Personen, die sagen, dann setzen diese Vereine halt aus und der Spielbetrieb wird danach nachgeholt, aber auch die andere Seite, die sagt, dass der HFV keine andere Möglichkeit hatte. Ich muss aber auch sagen, dass uns diese Pandemie in den letzten Monaten eines gelehrt hat. Wer flexibel ist und sich anpassen kann, der wird es leichter haben in diesen Tagen. Und gleiches gilt hier auch für den HFV. Es hätte sicherlich Härtefälle wie die Bezirksliga West gegeben, wo ein größeres Aufkommen an „Pinneberg-Vereinen“ da ist, aber man hätte doch durchaus Kontakte zu Vereinen in der Nähe herstellen können, die in Hamburg einen Platz haben. Ich glaube schon, dass damit am Ende alle hätten spielen können, sich da eine Lösung gefunden hätte. So muss der gesamte Amateurfußball in Hamburg, wo tausende Menschen an den Wochenenden sich auf ihre Spiele freuen, wieder ruhen. Ein Fakt, der für alle Beteiligten ärgerlich ist. Und umso ärgerlicher für die Vereine, die lange an ihren Konzepten getüftelt und an der Einhaltung dieser gearbeitet haben. Das bisschen Ablenkung, was in Zeiten von steigenden Corona-Zahlen, vielen Hamburgern noch blieb, ist auf unbestimmte Zeit wieder mal weg. Ein Zustand, an den sich kein Fußballfan dauerhaft gewöhnen kann.

Update – 27.10.2020, 10.25 Uhr: Leider hat sich im Nachgang der Kolumne herausgestellt, dass der Landkreis Pinneberg eine Verordnung der schleswig-holsteinischen Landesregierung umgesetzt hat. Demnach handelte es sich nicht um einen Alleingang des Kreissportverbandes Pinneberg, sondern um eine Umsetzung der allgemeinen Corona-Verfügung. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.