Montag, 17. Dezember 2018
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Klookschieter: Wedel resigniert – HEBC macht’s eng

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Die aktuell prekäre Lage beim Wedeler TSV und der jetzige Tabellenplatz vom HEBC.

Trostlos, peinlich, beschämend, oder auch einfach nur schlecht. Egal welches Wort man am Samstag für die erste Halbzeit des Wedeler TSV in Curslack benutzt hätte, alle hätten den Nagel auf den Kopf getroffen. Gerade über die Außenbahnen bekamen die TSV-Kicker keinen Zugriff auf Ball und Gegner und leisteten sich zudem immer wieder individuelle Böcke in der eigenen Hälfte. Zwar wurde das Spiel in der zweiten Hälfte etwas besser, aber als neutraler Zuschauer konnte man schon das Gefühl entwickeln, dass in der Domingo-Elf kaum noch Leben steckte. Jedenfalls in der ersten Halbzeit. Und wie brandheiß die Situation an der Bekstraße aktuell ist, das zeigte auch Cheftrainer Daniel Domingo nach Abpfiff ganz deutlich. Wenn ein Trainer sich bereits öffentlich Gedanken macht, ob er noch der richtige Mann für den Posten ist und die Spieler noch erreicht, dann muss vieles gewaltig schief gelaufen sein. Dabei loben die meisten Spieler durchweg die Einheiten von Domingo, attestieren ihm eine tolle Trainingsarbeit. Doch was nützt diese, wenn man am Wochenende keine Punkte einfährt oder sogar noch größere Grütze abliefert. Zwar ist der Kader nun nicht mit den besten Oberliga-Spielern bestückt, darüber sind sich sicherlich alle einig. Aber von einigen gestandenen Oberliga-Akteuren erwartet man schon, dass die voran gehen und auch mal den Mund aufmachen. Auch das fehlte am Samstag in Curslack völlig. So, wie die Wedeler dort aufgetreten ist, geht es mit vollem Tempo Richtung Landesliga. Gebremst wird dann mit dem Gesicht, die Narben wird man noch Jahre später sehen. Es bleiben noch ein paar Spiele. Ob mit, oder ohne Domingo. Aber wenn man im Elbe-Stadion nicht schnell aufwacht, gibt’s im nächsten Jahr kurze Anfahrtswege in der Landesliga.

Gleiches gilt für den Aufsteiger HEBC. Allerdings weiß ich noch nicht so Recht, was ich von diesem auf und ab halten soll. Mal gewinnt man, übrigens völlig verdient, zu Hause gegen Teutonia 05, dann verliert man beim VfL Pinneberg. Vor allem die Auswärtsspiele scheinen für die Großkopf-Truppe ein Problem zu sein, wenn man der Statistik traut. Zuletzt gewannen die Lila-Weißen Ende September auswärts, damals in Buchholz. Aber man kann der Großkopf-Elf auch den Willen nicht absprechen. Das sah in der ersten Halbzeit bei Vicky am Freitagabend oft gar nicht mal so schlecht aus. Aber vielleicht auch deswegen, weil die Gastgeber das Tor nicht getroffen haben. Ansonsten hätte das nämlich schon zur Pause ganz böse aussehen können. Es wird immer enger da unten im Tabellenkeller und das ist mindestens so spannend, wie der Kampf um die Meisterschaft. HEBC hat nur noch einen Punkt Vorsprung auf Condor . Aber auch Concordia, was mit dem Kader eigentlich fast eine Unmöglichkeit ist so schlecht dazustehen, und Meiendorf sind nun ganz tief im Abstiegsstrudel drin. Alle anderen Teams dürften sich da unten endlich befreit haben und ich jedenfalls denke, dass die genannten Teams den Abstieg unter sich ausmachen. Aber zurück zum eigentlichen Thema. Der Großkopf-Elf fehlt irgendwie die Konstanz in allen Bereichen. Sobald mal ein wichtiger Spieler nicht mehr da ist, bricht gefühlt alles zusammen. Oder man mal mehr als zwei Gegentore kriegt. Plötzlich geht alles bergab. Und auch den Pinneberg-Joker, der für HEBC ja keiner ist, können die Lila-Weißen nicht mehr ziehen. Denn beide Spiele gegen den VfL wurden bereits absolviert. Das sind nahezu sichere drei Punkte für alle anderen Mannschaften unten. Es wird also nicht einfacher.

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.