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LOTTO-Pokal

Sasel elfert BU raus: Erichsen-Power und Toksöz-Zauber

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Das erste Pflichtspiel nach fünf Monaten Corona-Pause, über 30 Grad und nur eine begrenzte Anzahl an Zuschauern. Im Pokal-Viertelfinale setzte sich der TSV Sasel im Elfmeterschießen mit 5:2 gegen den HSV Barmbek-Uhlenhorst durch. Held des Tages: Sasel-Keeper Lasse Erichsen.

„Ich glaube, dass er daraus lernen wird. Er ist einer der Doofen, die am Ende verschießen“, versuchte Sasel-Schlussmann Lasse Erichsen seinen Bruder Moritz etwas zu trösten. Denn nur wenige Minuten zuvor hatte dieser den zweiten Elfmeter in Folge für BU versemmelt – und seinem Bruder Lasse damit die Türm zum Halbfinale im Lotto-Pokal weit aufgestoßen. Aber der Reihe nach. 236 Zuschauern wohnten dem ersten Pflichtspiel seit fünf Monaten im Hamburger Amateurfußball bei. Möglich gemacht hatte dies ein beim Senat und der Gesundheitsbehörde eingereichtes Hygienekonzept, welches das Risiko der Corona-Ansteckung verringern sollte. Die ersten Minuten bei über 30 Grad verliefen dann auch zunächst eher ruhig. Während BU aus einer stabilen Defensive heraus agieren wollte, schnappte sich Sasel den Ball und versuchte sein Spiel aufzuziehen. Bereits nach 180 Sekunden zappelte der Ball zum ersten Mal im Netz, allerdings hielt der Jubel nicht allzu lange an. Timo Adomat chipte das Leder hinter die BU-Abwehr, Deran Toksöz ließ durch und stand aber nah am Ball dran. Deshalb geht die Fahne von Assistent Jörn Ole Augustin auch zurecht nach oben (3.). Es dauerte über zwanzig Minuten, ehe die Gäste sich zum ersten Mal vor dem TSV-Tor blicken ließen. Elias Saad rannte Timo Adomat hinterher, luchste diesem den Ball ab und marschierte dann bis zum Sechzehner. Dort hatte der 20-Jährige noch die Anspielaktion Moritz Mandel, entschied sich aber selbst abzuschließen. Der Ball ging knapp über den Querbalken (22.). Mit der ersten eigenen richtigen Chance gingen dann aber die Zankl-Schützlinge in Front. Tolga Celikten flankte von rechts, dort wurde der Ball geblockt und von Jean-Lucas Gerken mit dem Kopf erneut scharf gemacht. Das Leder landete bei Deran Toksöz, der den Ball ins Tor köpfte (34.).

Hier war die Welt für BUs besten Spieler Elias Saad, kurz nach dem 1:1, noch in Ordnung. Foto: KBS-Picture

Saad findet Antwort nach der Pause – Remis nach 90 Minuten

Die besseren Chancen hatten aber weiterhin die Gäste – so auch kurz vor dem Pausentee. Sasel-Torwart Lasse Erichsen wollte den Ball rausschlagen, spielte das Leder aber genau in die Füße von Elias Saad, der im letzten Moment noch am Strafraum von Deran Toksöz gestoppt wurde. Der anschließende Freistoß für die Barmbeker segelte allerdings in die Sasel-Mauer (44.). Kurios wurde es dann in der Nachspielzeit der ersten Hälfte. Denn: Schiri Luca Jürgensen nahm einen bereits gegebenen Strafstoß für Sasel wieder zurück. Celikten schlug den Ball von rechts scharf in die Box und dort kam es zum Zweikampf zwischen Jean-Lucas Gerken und Yannick Lux. Augenscheinlich kam Lux gegen Gerken knapp zu spät, doch nach Rücksprache mit seinem Assistenten entschied Jürgensen auf Stürmerfoul von Gerken. BU legte nach dem Seitenwechsel dann los wie die Feuerwehr. Bereits acht Minuten nach Wiederanpfiff gelang den Gästen der zu diesem Zeitpunkt verdiente Ausgleich. Marius Wilms steckte die Kugel im Strafraum in den Lauf von Elias Saad durch, der vor Erichsen cool blieb und die Murmel im kurzen Eck versenkte (53.).

Quasi im Gegenzug war es dann Celikten, der das Leder aus spitzem Winkel nur an den Querbalken hämmerte (54.). Je länger die Begegnung lief, umso mehr merkte man den Spielern die ungewohnte Belastung an. Wenig verwunderlich hab es sowohl in der Rest-Spielzeit der zweiten Halbzeit, als auch in der Verlängerung nur wenige Höhepunkte. Erst in der 110. Minute verpasste erst der eingewechselte Moritz Erichsen für BU und dann der ebenfalls eingewechselte Jonathan Zinn für Sasel den Siegtreffer. Und da auch Gerken, in der letzten Szene des Spiels, das Leder aus elf Metern über der Latte platzierte, ging es ins Elfmeterschießen. Und dabei, sollte vor allem ein Spieler zum Helden des Tages werden.

Moritz Erichsen ärgert sich nach seinem verschossenen Elfmeter. Foto: KBS-Picture

BU lässt zwei Tore aus – Sasel jubelt mit „Bacardi“

Das war Sasel-Keeper Lasse Erichsen, der gleich zu Beginn einen Strafstoß von Samuel Hosseini abwehrte und anschließend sogar gegen seinen jüngeren Bruder Moritz die Nerven behielt, während diese dem Youngster versagten – der Ball ging über die Latte. Am Ende war es dann Deran Toksöz, der den letzten Elfmeter für Sasel zum Halbfinaleinzug verwandelte. „Für uns alle war das nach fünf Monaten Neuland. Wir wussten alle nicht, wo wir stehen. Die Testspiele in Niedersachsen sind nochmal ein anderer Schnack. Wir hatten am Ende ein bisschen mehr Glück“, bilanzierte Toksöz nach Spielende und fügte lobend an: „Morgen interessiert es keinen mehr, wie wir gewonnen haben und wer die Tore gemacht hat. Wir Älteren brauchen nicht mehr so viel Lob, aber die jungen Spieler bei uns haben es sehr gut gemacht. Wir sollten die loben, meinen Respekt haben sie.“ Sasel-Held Lasse Erichsen freute sich vor allem auf seine versprochene Belohnung. „Unser Co-Trainer hat gesagt, dass wenn ich einen Ball raushole, dann bekomme ich eine Flasche Bacardi. Das war dann Ansporn genug. Es hat gut funktioniert und geklappt. Gut, dass wir eine Runde weiter sind“, so der 20-Jährige, der zudem scherzend anfügte: „Moritz hat damals in seiner Instagram-Story ein Foto gepostet, als BU letzte Saison bei uns gewonnen hat. Das war jetzt eine kleine Revanche.“ Einen Vorwurf machte Jan Haimerl Erichsen allerdings nicht.

Eine Hand voll BU-Fans schaute außerhalb des Platzes zu. Auch die Polizei schaute vorbei – es blieb alles friedlich. Foto: KBS-Picture

Haimerl baut Erichsen auf – Zankl fordert „hartes saufen“

„Mit Moritz hat sich einer der jüngsten den Ball genommen und wollte schießen. Da ist es auch nicht so schlimm, wenn mal ein Ball daneben geht. Er wird noch viele Elfmeter in seiner Karriere rein machen“, stellte Haimerl klar, ehe der neue BU-Coach zum Spiel ergänzte: „Für mich hat der Glücklichere heute im Elfmeterschießen gewonnen. Das ist immer so ein bisschen Lotterie. Hätten wir gewonnen, dann wäre das auch glücklich gewesen.“ Und weiter: „Ich muss Sasel ein großes Lob aussprechen, für das Konzept und die ganze Organisation. Alle haben es erwartet, dass man endlich wieder Fußball spielen darf. ich hätte nicht gedacht, dass wir schon wieder 120 Minuten auf dem Platz Fußball spielen können. Für die Zuschauer war es ein spannendes Spiel, was in beide Richtungen hätte kippen können.“ Sasel-Trainer Danny Zankl hingegen forderte noch im Teamkreis von seinen Jungs ein „hartes saufen“ am Abend und fügte sportlich später an: „Wir müssen nun schauen, dass der Körper mitspielt. In erster Linie stehen nun aber frische Beine und ein klarer Kopf auf dem Plan. Es ist drin, sich diesen Mut zurück zu holen. Dann sind wir auch in der Lage, ein besseres Spiel zu machen. Wir sind definitiv in der Lage uns noch zu steigern“, fügte Zankl selbstkritisch an und ergänzte abschließend: „Wir haben es in der ersten Halbzeit noch besser kontrolliert. In der zweiten Halbzeit, als beide Teams mehr und mehr auf dem Zahnfleisch gegangen sind, wurde es dann immer schwerer. Wir mussten sehr aufpassen, dass wir BUs Umschaltspiel gut in der Defensive absichern.“ Welchen Gegner Sasel im Halbfinale absichern muss, entscheidet sich am Sonntag. Der Sieger aus dem Duell Halstenbek-Rellingen gegen Rugenbergen trifft auf die Saseler.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.