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LOTTO-Pokal

Trotz 3:0-Führung: AFC zittert sich ins Viertelfinale

Niklas Heiden

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Archivbild: KBS-Picture

Am Ende wurde es ein richtiger Pokal-Krimi: Vor 1120 Fans zitterte sich der Altonaer Fußball-Club im Duell mit dem Oberligisten TuS Osdorf durch einen 3:2-Sieg in das Viertelfinale des Lotto-Pokals. Aber: Beinahe hätte die Algan-Elf eine 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben.

Es lief bereits die vierte Minute der Nachspielzeit, da hielt es AFC-Trainer Berkan Algan schon lange nicht mehr auf seinem Trainerstuhl. Denn innerhalb von knapp zehn Minuten hatte seine Mannschaft eine 3:0-Führung aus der Hand gegeben und musste plötzlich um den Einzug in das Pokal-Viertelfinale kämpfen. Aber der Reihe nach. Die Begegnung am Blomkamp vor toller Kulisse startete wie nach Plan für den Regionalligisten – wenn auch überraschend. Osdorf bekam das Leder aus dem Strafraum nicht geklärt und plötzlich landete der Ball vor den Füßen von Kubilay Büyükdemir. Dieser stocherte mit der Pike zur Murmel und drückte das so Spielgerät ins Netz (21.). Ein Treffer hatte sich zuvor überhaupt nicht abgezeichnet. Noch vor dem Pausentee hätten die Griegstraßler sogar nachlegen können. Marcel Lück war über links durch, legte auf den zweiten Pfosten zu Marco Schulz und dieser umkurvte Osdorf-Torwart Tjark Grundmann im Sechzehner. Doch der Keeper kam noch irgendwie dran und lenkte den Ball über den Querbalken (38.). Dass aber auch die Obloch-Mannschaft gefährlich sein konnte, zeigten die Hausherren kurz vor der Pause. Aus 16 Metern zentraler Position zog Samuel Amoah flach ab, Altona-Schlussmann Sallah konnte nur nach vorne klatschen lassen und dort klärte Boris Tomiak in höchster Not (43.). Ein Klassenunterschied zwischen den Teams war während der 90 Minuten gar nicht zu sehen.

Altona legt schnell nach – Osdorf zeigt große Moral

Der zweite Durchgang begann aus Osdorf-Sicht dann wie der erste: Eigentlich war man das aktivere Team, das Tor machten allerdings die Gäste. Marcel Lück wurde über rechts geschickt, hatte aber drei Gegenspieler um sich und versprühte eigentlich keine Gefahr. An der Grundlinie lief der 93-Stürmer durch, schoss und ganz spitzem Winkel und Grundmann fälschte das Leder in das Tor ab (53.). Mit der doppelten Führung im Rücken tauschte Berkan Algan in der Folge durch und wechselte dann die vermeintliche Entscheidung ein. Bennet Krause verlor im Mittelfeld den Ball an Bujar Sejdija und dieser machte das Spiel schnell, schickte Eudel Silva Monteiro über links auf die Reise. Dieser hatte die Übersicht und fand im Rückraum Ole Wohlers, der eiskalt zum 3:0 vollstreckte (67.). Wer nun mit einer Kapitulation seitens der Blomkampler gerechnet hatte, sah sich getäuscht. Im Gegenteil! Die TuS-Kicker spielten weiter munter nach vorne und brachten den AFC so richtig ins Schwimmen. Spätestens nachdem drei Minuten nach dem 0:3 Josep Dilber nach Tönges-Zuspiel auf 1:3 verkürzte (70.), kam auch die Stimmung am Blomkamp wieder auf. Als neun Minuten vor Ultimo dann Mehmet Eren einen Freistoß vor der eigenen Bank eklig vor das AFC-Tor zirkelte und am Ende William Wachowski das Leder in die eigenen Maschen abfälschte (81.), würden die Schlussminuten zur Geduldsprobe für die AFC-Fans.

„Es zählt das Weiterkommen!“ – Obloch ist „sehr enttäuscht“

Der Sturmlauf der Obloch-Elf kam letztendlich zu spät, sodass Altona den knappen 3:2-Vorsprung über die Zeit retten konnte. Dementsprechend erleichtert zeigte sich Berkan Algan nach dem Schlusspfiff. „Wir haben ein, zwei kleine Unterbrechungen gehabt. Ich weiß nicht, warum man da fünf Minuten Nachspielzeit geben muss“, ärgerte sich Algan, der anfügte: „Wir haben jetzt gewonnen, aber wenn da noch so ein langer Ball durch rutscht. Aber wir sind weiter gekommen und das ist das Allerwichtigste.“ Im Anschluss betonte der 42-Jährige, wie schwer es ist, in Osdorf zu bestehen. „Wenn man selber mal hier im Pokal gespielt hat weiß man, dass der Esprit bei einem Tor auf die andere Seite springen kann. Dann gibt es halt man Standards oder weite Einwürfe und das machen sie dann auch gut“, unterstrich Algan. Auf der Gegenseite hingegen regierte die Enttäuschung, dass man sich nicht noch in die Verlängerung retten konnte. „Die Enttäuschung ist sehr groß, weil ich das Gefühl habe, dass wir nicht alles auf den Platz gebracht haben was wir wollten und können. Ich fand wir hatten da mehr verdient“, so Obloch, der präzisierte: „Wir hatten zu viel Respekt in der ersten Halbzeit. Das haben wir erst mit dem Gegentor abgelegt. Das hätte ich mir in den ersten zwanzig Minuten schon gewünscht.“ Abschließend fügte der TuS-Coach an: „Ich habe auch keinen Klassenunterschied gesehen – im Gegenteil. Ich fand den HSV III am letzten Freitag sogar etwas stärker. Ich war überrascht, wie viel wir durchdrücken konnten.“

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.