Montag, 22. Juli 2019
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2:0 gegen SVCN: Osdorf reicht starke Hälfte

Der TuS Osdorf gewinnt dank einer starken zweiten Halbzeit mit 2:0 gegen den SV Curslack-Neuengamme. „Das war wie aus einem Guss“, schwärmte TuS-Trainer Peter Wiehle über die zweiten 45 Minuten – sein Gegenüber, Matthias Wulff, haderte zeitgleich mit dem Referee.

Grund dafür war eine Szene in der 50. Minute, die für heftige Diskussionen zwischen den Spielern auf dem Feld und den Trainerbänken beider Teams sorgte. Volkan Eren stieg in einem Zweikampf nahe des Mittelkreises sehr ungestüm gegen Till Witmütz ein. Der Osdorfer hatte im ersten Durchgang bereits Gelb gesehen – Schiedsrichter Thomas Bauer ließ die gelb-rote Karte stecken. Sehr zum Unmut von SVCN-Trainer Matthias Wulff: „Das war ein klar gelbwürdiges Foul. Diese falsche Entscheidung war leider ein Stück weit mitentscheidend für die Niederlage heute“, ärgerte sich der 36-Jährige. Die Szene sorgte für viel Hektik auf dem Platz – im ersten Durchgang war davon noch nicht viel zu spüren. Die Gäste hatten das Spiel größtenteils im Griff und hätten eigentlich in Führung gehen müssen. In der 4. Minute traf erst Lenz mit einem schönen Schuss aus spitzem Winkel den Pfosten. Augenblicke später landete ein angedrehter Schuss von Mokhlis aus etwa 16 Metern an der Latte. Osdorf war auch in der Folge überhaupt nicht im Spiel drin. Für TuS-Trainer vor allem eine Kopfsache: „Man hat in der ersten Halbzeit die Unsicherheit aus der 1:4-Niederlage gegen Barmbek-Uhlenhorst gespürt. Wir haben eben eine junge Truppe und das kann man eben nicht einfach so wegschütteln als wenn nichts war“. Einzig die schlechte Chancenverwertung der Gäste rettete die Osdorfer. So konnte auch Mokhlis nach einem schönen Konter den Ball nicht im Tor unterbringen. Sein Schuss aus 17 Metern zwang Hencke zu einer starken Parade, war insgesamt aber auch zu zentral platziert worden (21.). Osdorf agierte hauptsächlich mit langen Bällen, ohne eine wirkliche Struktur ins Angriffsspiel zu bekommen. So konnten sich die Gastgeber glücklich schätzen, dass es mit einem 0:0 in die Kabinen ging. In der Halbzeitpause machte Peter Wiehle seinem Team deutlich:

„Ich habe ihnen gesagt, dass sie endlich frei aufspielen sollen und dass es nicht schlimm ist, wenn hier jemand Fehler macht. Insgesamt wollten wir einfach mutiger spielen“, erklärte der TuS-Trainer. Die Ansprache verfehlte ihre Wirkung nicht. Nur fünf Minuten nach dem sehr umstrittenen Foul von Volkan Eren klingelte es im Gehäuse des SVCN. Schlumbohm kam nach einer Flanke völlig frei zum Kopfball. Kurz vor der Linie konnte der Ball zwar noch geklärt werden, doch den Nachschuss versenkte Vetterlein eiskalt im Tor (55.). Die Osdorfer drehten nun auf. Wachter setzte sich im Sechszehner durch und schloss ab. Seinen Schuss lenkte Brudler nur Zentimeter neben den rechten Pfosten (61.). Etwas später stand aber keiner mehr im Weg von Wachter, der das sehenswerte 2:0 erzielte. Der Stürmer kam nach einer hohen Flanke aus der Drehung zum Kopfball und versenkt die Kugel in den Maschen (63.). Der SVCN war viel zu ideenlos und konnte sich keine wirklichen Torchancen herausspielen. „Wenn man hier bei Osdorf erstmal zurückliegt, wird es schwer“, stellte der konsternierte Matthias Wulff fest. Sein Team schwächte sich zu allem Überfluss auch noch selbst. Brudler sah für ein klares taktisches Foul die gelb-rote Karte (83.), seine erste gelbe Karte hatte er im ersten Durchgang aufgrund eines heftigen Einsteigens gegen Vetterlein erhalten (27.). Nun ergaben sich natürlich Räume für Osdorf. Die Gastgeber kamen zu einigen guten Konterchancen, waren dabei aber oft „zu egoistisch“, wie Peter Wiehle feststellte. So hatte zum Beispiel der eingewechselte Hüttner 10 Meter vor dem Tor alle Zeit der Welt, schoss am Ende aber nur in die Arme von Babuschkin (87.). Das war aber nur ein kleiner Schönheitsfehler eines gelungenen Abends aus Osdorfer Sicht. „Die zweite Halbzeit war so, wie man sich das vorstellt. Das war das Osdorf, wie wir es aus der Vergangenheit kennen“, freute sich Wiehle, der mit seinem Team einen einstelligen Tabellenplatz festigt. Die Gäste mussten dagegen die erste Niederlage nach zwei überzeugenden Siegen einstecken.

Foto (Archivbild): KBS-Picture

Über Jonas Bickel

Jonas Bickel
Leitender Redakteur: Jonas studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Der 22-Jährige kommt von der Nordseeinsel Föhr und interessiert sich für alle Themen rund um den Fußball in Hamburg und in der Welt.