Donnerstag, 19. September 2019
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2:2 in Heide: AFC verdödelt Auswärts-Dreier

Chancenwucher an der Meldorfer Straße und am Ende reichte es nur zu einem Zähler: Vor 1330 Fans trennten sich der Heider SV und der Altonaer Fußball-Club mit einem 2:2-Remis. Dabei ließen die Algan-Kicker nach der Pause zahlreiche dicke Chancen liegen – spät gelang noch der Ausgleich.

Das 1:0 fiel aus dem Nichts: Gieseler ist den Schritt schneller als Wachowski. Foto: KBS-Picture

Am Ende saßen sie auf dem Boden, traten in den Rasen und ärgerten sich: Die Enttäuschung war den Spielern von Altona 93 anzusehen. Eine tolle zweite Halbzeit gespielt, lange das Tor nicht gemacht und am Ende fühlte sich der Punktgewinn dennoch nicht wie ein Gewinn an. Denn die Chancen, die die Algan-Elf vor allem nach dem Seitenwechsel hatte, grenzten schon fast an Wucher. Aber der Reihe nach. Das Spiel begann sehr ausgeglichen, ohne das eine Mannschaft wirklich überlegen war. Die Gäste hatten zwar etwas mehr vom Spiel, Torchancen waren aber auf beiden Seiten Mangelware. Doch nach zwanzig Minuten fiel aus dem Nichts die Führung für die Hausherren. Leif Hahn steckte die Kugel die Schnittstelle in den Lauf von Jonah Gieseler durch, der dann freie Bahn hatte und vor Sallah eiskalt blieb. Der HSV-Kicker ballerte die Pille unter die Querlatte (20.). Sallah vertrat den sonstigen Stammtorwart Tobias Grubba aufgrund einer Verletzung. Doch die Hamburger reagierten gut und kamen nur zehn Minuten später zum Ausgleich – wenn auch kurios! Niklas Siebert schlug einen Eckball auf den ersten Pfosten herein, den Marco Schultz per Kopf auf den zweiten Pfosten verlängerte. Dort stocherte Ersen Asani die Pille aus dem Gewühl heraus über die Linie (30.). Doch keiner hatte es gemerkt, vor allem die rund 70 Gästefans verzogen keine Mine. Erst als die Spieler in Richtung des Mittelkreises unterwegs waren, setzten die Anhänger zum Jubel an. Doch den Lucky-Punch im ersten Durchgang setzten dann erneut die Hausherren. Zwei Mal wurde der Ball im Strafraum geblockt, dann vollstreckte Jan Wansiedler aus wenigen Metern in die Maschen. Mehrfach war die Chance den Ball entscheidend zu klären da.

Marco Schultz (li.) behauptet den Ball und erzielte spät den 2:2-Ausgleich. Foto: KBS-Picture

Was die Zuschauer dann allerdings im zweiten Durchgang zu sehen bekamen sollten, das kann man schon fast als Unmöglich beschreiben. Zuerst tauschte AFC-Trainer Berkan Algan und brachte für Luis Hacker Furkan Aydin auf den Platz, der mehr Tempo ins Spiel brachte. Von Heide kam nahezu nichts mehr und die Gäste ließen Chancen am laufenden Fließband liegen. Schon nach einer Stunde hätte es 2:2 stehen müssen. Erst rettete der starke HSV-Torwart Jannis Meister gegen Siebert, dann aus kurzer Distanz gegen Lück. Der dritte Schuss wird dann erneut geblockt (60.). Und so ging es weiter: Der ebenfalls eingewechselte Erdogan Pini steckte das Leder wunderbar in den Lauf von Marco Schultz durch, der alleine vor Meister auftauchte und erneut am HSV-Keeper scheiterte. Auch den Aydin-Nachschuss konnte pariert werden (77.). Es ging nur noch in eine Richtung – auf das Tor des Heider SV. Eudel Silva Monteiro spielte die Pille von rechts scharf auf den ersten Pfosten, Jonah Gieseler fälschte die Murmel an den Querbalken ab (82.). Auf der Gegenseite konterte Heide und ließ in Person von Alexander Vojtenko selbst die Chance auf die Entscheidung liegen (83.). Eine Minute vor Ultimo war es dann Marco Schultz, der nach einem Handspiel von David Quade den fälligen Strafstoß über die Linie bugsierte, der für den längst überfälligen 2:2-Ausgleich sorgte, bei dem es am Ende auch blieb. „Das war eine sehr gute zweite Halbzeit von uns. In der ersten Halbzeit haben wir zu viele Fehler gemacht, das war nicht regionalligatauglich. Wenn wir die zweite Halbzeit aber mal über 90 Minuten spielen könnten, dann wären wir gut dabei“, bilanzierte AFC-Trainer Berkan Algan und fügte an: „Es gab in der letzten Saison auch eine Phase, in der wir viele Torchancen hatten. Da muss man durch. Wer viel Geld ausgeben will, der muss auch viel verdienen. So ist das auch bei den Chancen. Am Ende ist es ein glücklicher Punkt für Heide, auch wenn sie immer gefährlich waren.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.