Dienstag, 19. März 2019
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4:2 nach 0:2: Vollmer bringt Wedel ins Rennen

Was für eine Mentalität des Wedeler TSV: Trotz 0:2-Rückstandes bei HEBC gab sich die Ivanko-Elf nicht auf und siegte am Ende verdient mit 4:2. Kapitän Tim Vollmer leitete die Trendwende dabei mit einem Doppelpack ein. Bei den Gastgebern hingegen überwiegte der Frust nach dem Abpfiff.

Die Szene: Lopez verliert das Kopfballduell gegen Rinckens, der Ball ist im Netz. Foto: KBS-Picture

„Wenn wir so weiter spielen, dann werden wir absteigen!“ HEBC-Trainer Jörn Großkopf war bitterböse über den Auftritt seiner Mannschaft, rauschte nach Abpfiff schnell in die Kabine. Doch was war passiert? Denn eigentlich hatte die Partie aus der Sicht der Lila-Weißen gar nicht so schlecht begonnen. Bereits nach zwölf Minuten ließen die Großkopf-Schützlinge die Führung liegen. Nach einer Flanke von Janosch Rinckens scheiterte am ersten Pfosten erst Janek Bundt mit dem Kopf an Andre Alvez Lopez, ehe auch Maximilian Priebe gleich doppelt in dem Wedel-Keeper seinen Meister fand. Doch die Gastgeber steckten nicht auf – und erzielten die verdiente Führung. Maximilian Priebe hämmerte die Kugel so ins Netz, dass die Murmel direkt wieder aus dem Tor sprang. Kurze Verwirrung bei allen Fans am Reinmüller, doch Schiedsrichter Stephan Timm gab zurecht den Treffer (25.). Und nur acht Minuten später legten die Lila-Weißen nach. Piet Oldag zimmerte den Ball einfach mal nach vorne und die Kugel dischte in der Hälfte der Wedeler unglücklich auf. Alvez Lopez musste ins Kopfballduell mit Janosch Rinckens, verlor dieses und die Pille kullerte über die Linie (33.). 2:0 für die Gastgeber, die auch ansonsten alles im Griff hatten. Wedel kämpfte zwar, doch Chancen konnten die die Elbe-Kicker kaum herausspielen. Einzig und allein ein Kopfball von Tim Vollmer stellte HEBC-Torwart Tino Nennhaus kurz vor der Pause noch einmal vor Probleme (41.). Doch die Gäste starteten stark in den zweiten Durchgang, erzielten mit der ersten Chance den Anschluss. Maximilian Walter flankte die Pille von der rechten Außenbahn in die HEBC-Box. Dort stand Tim Vollmer am zweiten Pfosten völlig blank und vollstreckte sehenswert per Flugkopfball zum 1:2-Anschluss (52.).

Bereitete das 2:2 vor, kämpft hier gegen Priebe um den Ball: Jannik Wilckens (m.). Foto: KBS-Picture

Es keimte Hoffnung bei den Gästen auf und HEBC wirkte zunehmend verunsichert. Und so dauerte es nur neun weitere Minuten, ehe Wedel nachlegte. Wieder waren die Gäste nach einem Standard erfolgreich, wieder drückte Tim Vollmer die Pille mit dem Kopf über die Linie (62.). Die Ivanko-Elf spielte sich nun wie in einem Rausch – und ging sogar in Führung. Denn: Nach einem Zweikampf blieb Luis Diaz Alvarez am Boden liegen und Referee Stephan Timm zeigte auf den Punkt. Kjell Ellerborck legte sich die Pille zurecht und versenkte das Leder in der rechten unteren Ecke (66.). Wedel hatte die Begegnung gedreht und drückte nun sogar auf die Entscheidung. Und diese fiel eine knappe Viertelstunde vor dem Ende. Nach einem Ballgewinn war Marlo Steinecke durch, hatte die Übersicht und legte dann perfekt quer für Jaques Rodrigues, der zum 4:2 einnetzte (77.). „Ich habe immer wieder gesagt, dass diese Mannschaft einen guten Charakter und Qualität hat“, freute sich Wedel-Coach Ivanko nach Abpfiff und fügte an: „Wir haben es selber in der Hand und man sollte uns nicht abschreiben. Das habe ich den Jungs auch so gesagt. In der Halbzeit habe ich den Jungs gesagt, dass wir das Spiel noch gewinnen. Die Jungs haben daran geglaubt.“ Frust auf der Gegenseite bei Jörn Großkopf. „Ich habe für die zweite Halbzeit keine Worte. Mit einer Umstellung bei Wedel bricht bei uns alles zusammen“, so Großkopf, der abschließend anfügte: „Ich begreife nicht, wie man eine Mannschaft die tot ist, wieder aufbauen kann. Da darf man sich nicht so naiv anstellen. Das war einfach zu wenig. Da muss sich jeder Einzelne bei uns fragen, ob das am Ende reicht.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.