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Oberliga Hamburg

„Achterbahnfahrt“: Das meint die Oberliga zum HFV-Hin und Her

Niklas Heiden

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Oberliga
Foto: KBS-Picture

Erst sollte Mitte Februar abgebrochen werden, jetzt soll ein außerordentlicher Verbandstag Anfang März die Entscheidung bringen. Wird die Saison abgebrochen, oder noch fortgeführt? AFH hat in der Oberliga herumgefragt. Der Tenor: Die Klubs sind genervt vom Hin und Her.

Eigentlich sollte die Entscheidung schon getroffen sein, jedenfalls wenn es nach dem offenen Brief von HFV-Präsident Dirk Fischer ging. Dieser wollte die aktuelle Saison abbrechen, wenn bis zum 14. Februar nicht wieder trainiert werden kann. In der vergangenen Woche verkündete der Hamburger Fußball-Verband dann die Entscheidung der Präsidiumssitzung vom Vortag. Nun soll ein außerordentlicher Verbandstag über den Abbruch entscheiden. Für Hamburgs Oberliga, in der seit Anfang November kein Ball mehr rollt, eine unbefriedigende Situation. Vor allem das Hin und Her und immer wieder neue Entscheidungen stoßen den Verantwortlichen zunehmend sauer auf. „Es ist so ein bisschen wie eine Achterbahnfahrt“, schildert Sasels Fußball-Abteilungsleiter Söhren Grudzinski und fügt an: „Jeder hat irgendwie eine andere Meinung dazu. Ich verstehe die, die den Abbruch fordern. Aber ich verstehe auch die, die die Saison retten wollen. Es zehrt an den Nerven, dieses ewige Hin und Her.“ Auch die Initiative „Praxis – Fußball“, für die Grudzinski als Sprecher fungiert, beschäftigt das Vorgehen. „Wir haben innerhalb der Initiative auch immer verschiedene Meinungen. Es spornt einen ein bisschen mehr an, in dieser Initiative mitzuarbeiten und zu optimieren, dass das in der Zukunft nicht mehr passiert“, so Grudzinski weiter, der sich vom Verband gerne einen langfristigen Plan wünschen würde. „Wir wissen auch nicht, was im nächsten Winter passiert. Wir drehen uns immer im Kreis. Was passiert denn, wenn die Zahlen dann wieder hoch gehen? Dann müssen wir wieder Umfragen starten und diskutieren.“

Oberliga: Der Ruf nach Differenzierung und Struktur wird lauter

Deutlicher formuliert hingegen Dassendorf-Sportchef Jan Schönteich seine Kritik, der dennoch betont, die Arbeit des Verbandes nicht „grundsätzlich verteufeln“ zu wollen. Dennoch wünscht sich der 53-Jährige eine Differenzierung innerhalb des HFV. „Ich würde mir sehr wünschen, dass man endlich mal differenziert, zwischen einer Herrenmannschaft und einer G-Jugend. Das sind ganz unterschiedliche Interessen. Wie soll das gehen mit dem Pokal, wenn wir keine Liga spielen dürfen“, fordert Schönteich und ergänzt: „Das der Leistungsbereich komplett ausgespart wird, dass kann will ich auch nicht verstehen.“ Denn genau darin sieht Schönteich die Aufgabe eines Verbandes. „Wozu ist denn ein Verband da? Mit einer Befragung macht man es sich aus meiner Sicht zu einfach. Ich möchte keineswegs als Basher dastehen. Immerhin übernehme ich selbst keine Aufgabe im Verband. Ich weiß die Arbeit der Verantwortlichen dort auch zu schätzen. Aber ich würde mir so wünschen, dass wir mal in Lösungen denken, die einen Spielbetrieb möglich machen“, so Schönteich. Genervt vom ständigen auf und ab ist auch Osdorf-Trainer Philipp Obloch, obwohl dieser mit der TuS vom Abbruch sogar profitieren würde.

„Ich finde dieses Hin und Her sehr nervig. Ich kann beide Gedanken verstehen, die in den letzten Wochen geäußert wurden. Vor vier Wochen habe ich zu den Jungs gesagt, dass die Saison abgebrochen wird. Das Stimmungsbild war dann ja auch so. Jetzt ist wieder ein Fragezeichen dahinter“, äußerte auch Obloch sein Unverständnis für die Rolle rückwärts in Jenfeld. Zeitgleich weiß Obloch aber auch, dass seinem Team der Abbruch durch die aktuelle Tabellensituation entgegen kommen würde. Immerhin starteten die Blomkampler alles andere als erfolgreich in die Saison. „Unser Tabellenplatz hat sicherlich einen Einfluss auf meine Meinung. Grundsätzlich ist es aber so, dass wir schon gerne wieder spielen würden. Ich würde es dann schon sehr hart finden, nach zwölf oder dreizehn Spielen, mit Absteigern abzubrechen“, meint Obloch. So ist sich die Oberliga zwar über die inhaltliche Ausrichtung weiter uneinig, zeigt aber deutlich, wie sehr die aktuelle Situation an den Nerven der Verantwortlichen zerrt. Ob der außerordentliche Verbandstag diesen Zustand verändern wird, bleibt vorerst noch abzuwarten.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.