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Oberliga Hamburg

Bei Kalla-Debüt: SVCN knipst Vicky die Lichter aus

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Bitteres Oberliga-Debüt für Ex-Profi Jan-Philipp Kalla! Vor 236 Zuschauern verlor der SC Victoria Hamburg mit 0:3 gegen den SV Curslack-Neuengamme. Dabei hatte Vicky selbst dicke Chancen auf einen Auftakt-Dreier. Doch eine rote Karte machte Vicky einen Strich durch die Rechnung.

Genau 195 Tage nach dem letzten Auftritt des SC Victoria Hamburg beim HSV Barmbek-Uhlenhorst (5:0) empfing die Ebbers-Elf den SV Curslack-Neuengamme im Stadion Hoheluft. Die runderneuerte Elf vom Deich, betreut von Christian Woike, musste beim Auftakt aber auf Stürmer Marco Schubring verzichten. Etwas zerfahren startete dann der erste Durchgang an der Hoheluft. Mehr als zwei Verletzungen von Ian Prescott Claus und Finn Lasse Thomas bekamen die 236 Zuschauer nicht zu sehen. Es dauerte knapp eine Viertelstunde, ehe die Gastgeber etwas mehr die Kontrolle übernahmen. Die beste Chance bis zu diesem Zeitpunkt hatte dann ebenso die Ebbers-Elf. Andre Branco verlagerte das Spiel auf die linke Seite, wo Julian Schmid die Außenbahn bearbeitete. Dieser nahm das Leder kurz mit und bediente dann im Strafraum Magnus Hartwig, dessen Abschluss nur knapp über den Querbalken segelte (17.). Ähnlich gut, aber erneut zu ungenau agierte nur fünf Minuten später Neuzugang und St. Pauli-Legende Jan-Philipp Kalla. Der Ex-Profi machte auf dem Flügel Witalij Wilhelm nass, zog in die Mitte und fand dort aber nicht den passenden Abnehmer (22.). Doch nur kurz darauf schwächten sich die Hausherren selbst. An der Mittellinie, direkt vor den Trainerbänken, senste Felix Schuhmann leicht von der Seite Özgür Bulut um. Referee Wengorz zögerte kurz und zeigte dem Vicky-Kapitän die rote Karte (27.). Eine harte, aber vertretbare Entscheidung, hatte Schuhmann mit der offenen Sohle agiert. Wegen Reklamierens sah zudem Curslack-Capitano Corvin Behrens Gelb. Und trotz der Unterzahl waren es die Hausherren, die eine unglaublich gute Chance zur Führung liegen ließen. Schmid bediente von der linken Außenbahn Nil von Appen im Rückraum, dessen Schuss Wilhelm gerade noch mit dem Hintern blocken konnte. Von dort sprang der Ball vor die Füße von Hartwig, der an Babuschkin scheiterte. Auf der Linie klärte Curslack dann mit gemeinsamen Kräften noch gegen Alexander Borck – der Ball war nicht über der Linie (37.).

Felix Schuhmann (li.) musste nach einem harten Einsteigen im ersten Durchgang vom Feld. Foto: KBS-Picture

Behrens rettet Curslack vor Rückstand – Mohklis bestraft Vicky

Und noch vor dem Pausentee sollte Vicky eine weitere dicke Gelegenheit zur Führung liegen lassen. Diesmal setzte sich über rechts Alexander Borck gegen Wilhelm durch, brachte den Ball auf den Elfmeterpunkt und dort stand Claus völlig blank. Erst im letzten Moment kam Behrens noch mit dem Fuß an den Ball, sodass der Vicky-Stürmer die Murmel über den Zaun jagte (43.). Kurz darauf war der erste Durchgang beendet. Die erste gute Chance nach dem Seitenwechsel hatten dann aber die Gäste aus Curslack. Der erst eingewechselte Mark Brudler probierte es mit einem Diagonalball und fand damit im Strafraum Özgür Bulut. Dieser tauchte urplötzlich alleine vor Hendrik Rabe auf, doch im letzten Moment rauschte Kalla heran und blockte den Schuss zur Ecke (51.). Ein erstes Lebenszeichen der Gäste, die ansonsten kaum etwas aus ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit machten. Und nur sechs Minuten später ließen die Woike-Schützlinge, die besser aus der Kabine kamen, die nächste gute Chance liegen. Nachdem Vicky-Keeper Rabe an einer Ecke vorbei geflogen war, kam es zum großen Gewühl im Strafraum der Hausherren. Am Ende rettete Nil von Appen auf der Linie vor dem Einschlag (57.). 120 Sekunden später durften die Gäste dann aber doch Jubeln. Özgür Bulut spielte einen guten Pass in die Tiefe auf Hamed Mohklis, der Julian Schmid abschüttelte und das Leder dann an Rabe vorbei in die Maschen einschob (59.). Die Führung für Curslack, aufgrund der besseren Chancenverwertung. In der Folge versuchte Vicky zwar wieder mehr nach vorne zu investieren, allerdings ohne nennenswerten Erfolg. Eher waren es die Woike-Kicker, die die Chance zur Vorentscheidung liegen ließen. Von rechts wurde die Pille zum eingewechselten Arnold Lechler geflankt, der per Kopf aber das 2:0 verpasste (76.).

Hamed Mohklis legt die Pille an Hendrik Rabe vorbei zur Führung für Curslack. Foto: KBS-Picture

Joker Lechler schlägt doppelt zu – Kalla: „Bin stolz auf die Jungs“

Besser machte es in den Schlussminuten dann der eingewechselte Arnold Lechler. Erst in der 82. und dann in der 86. Minute stand der Stürmer der Curslacker goldrichtig und schraubte das Ergebnis auf 3:0 in die Höhe. Trotz des am Ende überraschend hohen Ergebnisses meinte Debütant Jan-Philipp Kalla: „Ich bin stolz auf die Jungs, dass wir 70 Minuten in Unterzahl gespielt haben und dennoch deutlich besser den Ball haben laufen lassen. Leider haben wir uns nicht belohnt. Das hätte ein richtiges geiles Ding werden können, wenn man in Unterzahl so ein Spiel abliefert“, so der Ex-Profi, der ergänzte: „Am Ende haben wir 3:0 verloren, dann kann auch meine Leistung nicht allzu gut gewesen sein. Es waren weniger Zuschauer als bei einem Spiel in der 2. Liga, aber ich freue mich endlich wieder Spaß am Fußball zu haben. Das lasse ich mir vom 0:3 auch nicht kaputt machen.“ Ähnlich äußerte sich auch Vicky-Trainer Marius Ebbers. „Wenn man nur auf die Anzeigetafel guckt, dann steht da ein 0:3. Aber ich war sehr zufrieden mit den Jungs“, meinte „Ebbe“ nach Spielende und fügte zum bekannten Ergebnis weiter an:

„Der erste Spieltag kann manchmal so laufen. Vorne haben wir die Dinger nicht gemacht. Das war etwas Slapstick und teilweise schon etwas lustig.“ Zum Platzverweis meinte Ebbers zudem: „Es ist im Spiel eine andere Dynamik, als wenn man danebensteht. Es ist natürlich ein gestrecktes Bein, aber er wollte ihn nicht verletzen. Ich bin der Meinung, dass Gelb gereicht hätte. Aber der Schiri hat so entschieden.“ SVCN-Coach Christian Woike freute sich derweil über den guten Saisonstart. „Die erste Viertelstunde hatte ein extremes Tempo. Danach hat Vicky aber die Überhand bekommen und wir haben 14 katastrophale Minuten gespielt. Wir haben uns in der Halbzeit dann neu sortiert und die zweiten 45 Minuten fand ich dann sehr ordentlich“, so Woike, der anfügte: „Wir haben beim 1:0 ein wunderschönes Tor geschossen und es dann nach Hause gebracht.“ Besonders freute sich der Curslack-Trainer für seinen Doppeltorschützen Arnold Lechler. „Ich finde Arnie geil. Das ist ein Typ – vom Charakter und vom Körper her. Er hat sehr viel gearbeitet. Das er zwei Tore geschossen hat, freut mich sehr. Wenn man seine Geschichte kennt, dann fasst mich das emotional noch einmal mehr an“, erklärte Woike abschließend.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.