Montag, 19. August 2019
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Bittere Pleite für Pinneberg in Wedel

Der VfL Pinneberg hat einen bitteren Rückschlag im Abstiegskampf hinnehmen müssen. Beim Wedeler TSV verlor die Reibe-Truppe äußerst unglücklich durch den Lucky-Punch-Freistoß von Soner Hayran in der Nachspielzeit mit 1:2. Trotzdem: die Ausgangslage des VfL bleibt komfortabel.

Machte beim 2:1-Siegtreffer für Wedel keine gute Figur: VfL-Keeper Norman Baese. Foto: KBS-Picture

Am Ende war Thorben Reibe richtig aufgebracht. Pinnebergs Trainer versammelte seine Mannschaft nach dem Schlusspfiff und einer bitteren Pleite im Kreis. „Ihr müsst mehr schreien!“, rief er seinen Jungs zu. Die Erklärung lieferte er daraufhin auf Nachfrage: „Wedel hat bei jedem Kontakt geschrien und so haben sie fünf Freistöße geschenkt gekriegt. Ob das jetzt sportlich fair ist, weiß ich nicht. Aber diese Cleverness hat uns gefehlt, wir schreien zu wenig.“ Genau so ein Freistoß wurde den Pinnebergern zum Verhängnis. Beim Stand von 1:1 konnte Hayran den Ball direkt flach ins Tor schießen – auch weil Keeper Baese nicht gut aussah. Denn das Leder flog direkt ins Torwarteck. Es war der bittere Schlusspunkt einer Partie, in der Pinneberg zunächst gut drin war. Schon nach fünf Minuten wäre der VfL beinahe in Front gegangen. Luis Alvarez bediente mit einem Pass den in der Mitte postierten Fabian Knottnerus, der aus sieben Metern direkt abzog. Noch abgefälscht landete der Ball nur wenige Zentimeter neben dem linken Pfosten. Und wenig später hatte der 24-Jährige die nächste Chance. Ein verunglückter Befreiungsschlag der Hausherren landete beim Pinneberger, der das Leder volley aus sehr guter Position etwa zwei Meter über das Gehäuse donnerte (8.). Von Wedel, für die es ja praktisch um nichts mehr ging, war bis dahin wenig zu sehen. Die Gäste hingegen kamen zu weiteren Möglichkeiten. Daniel Alvarez bediente Kaetow, der am Fünfer bedrängt wurde und den Ball deswegen nicht aufs Tor bekam (25.).

Eric Agyemang (li.) gewinnt das Kopfballduell gegen Christian Dirksen. Foto: KBS-Picture

Wirklich schön war das Spiel in der Folge nicht anzusehen, viele Querschläger und unkontro-llierte lange Bälle prägten das Spielgeschehen. Kurz vor der Pause sorgte dann wieder Daniel Alvarez für Gefahr. Erneut legte er für Kaetow auf, der das Leder mit der Innenseite nur knapp am rechten Torwinkel vorbeischlenzte. Nach einer knappen Stunde belohnten sich die Pinneberger für ihren höheren Aufwand. Ein flacher Steilpass landete bei Kaetow, der nicht im Abseits stand und das Leder freistehend einschieben konnte. Wedels Abwehr hatte in dieser Situation nicht aufgepasst. Doch der Tabellen-vierzehnte brachte die Hausherren durch eine unnötige Aktion zurück ins Spiel. Dora ging im Strafraum ungestüm gegen Richter in den Zweikampf und brachte ihn zu Fall – obwohl keine direkte Torgefahr vom TSV-Spieler ausging. Den fälligen Strafstoß verwandelte Jan Eggers souverän zum 1:1 (73.). Die Partie verflachte zunehmend. Es deutete alles auf ein Remis hin – bis Hayran Pinneberg ins Herz traf. „Das war auch eher kein Freistoß“, ärgerte sich VfL-Trainer Reibe, der mit der Leistung seiner Mannschaft aber nicht unzufrieden war. Wir haben ein gutes Spiel gemacht und hätten schon zur Pause führen müssen. Wir haben heute mindestens einen Punkt verdient“, so der 34-Jährige. Es wurden aber null Punkte – trotzdem liegt Pinneberg acht Punkte vor Platz 16. Auch die Leistungen in den letzten Wochen stimmten: „Wir sind vernünftig drauf und werden sicher noch einige Zähler holen“, glaubt Reibe fest an den Klassenerhalt seines Teams.

Foto: KBS-Picture

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Über Jonas Bickel

Jonas Bickel
Leitender Redakteur: Jonas studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Der 22-Jährige kommt von der Nordseeinsel Föhr und interessiert sich für alle Themen rund um den Fußball in Hamburg und in der Welt.