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Regionalliga Nord

„Das ist zum Kotzen“ – Eintracht verliert beim VfB

Niklas Heiden

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Der FC Eintracht Norderstedt hat am Freitagabend, im Gastspiel beim VfB Lübeck, eine bittere Auswärtspleite hinnehmen müssen. Vor 1325 Zuschauern verloren die Seeliger-Schützlinge nach Ablauf der Spielzeit zurecht mit 1:3 – das zeigten auch die Aussagen nach der Partie.

Von Beginn an gaben die Gastgeber den Ton an und drängten auf die Führung. Noel sorgte in der sechsten Minute für viel Gefahr, als sein abgefälschter Schuss aus 16 Metern nur knapp am linken Pfosten vorbeikullerte. Nach einer guten Viertelstunde fiel dann der verdiente Führungstreffer der Lübecker. Marvin Thiel tanzte Juri Marxen aus und brachte die Kugel anschließend auf den zweiten Pfosten. Dort stand Noel goldrichtig und drückte das Leder zum 1:0 über die Linie. Norderstedt antwortete fünf Minuten später. Erst zielte Neuzugang Brown etwas zu hoch (20.), dann scheiterte Felix Drinkuth an Jonas Toboll im Lübecker Kasten. Doch das Aufbäumen der Eintracht hielt nur kurz an. Der VfB übernahm wieder die Spielkontrolle und baute die Führung aus. Marcello Meyer bediente Marvin Thiel mit einer ganz starken Flanke. Der offensive Mittelfeldspieler ließ sich nicht zweimal bitten und traf ins lange Eck (27.). Bei den Gästen lagen nun die Nerven blank. Eintracht-Kapitän Philipp Koch stieg rüde gegen Sirmais ein und hatte Glück, dass Schiedsrichter Thiemann ihm nur den gelben Karton vor die Nase hielt. Trainer Thomas Seeliger reagierte sofort und nahm den Übeltäter vom Feld. Dieser klatschte bei seiner Auswechslung höhnisch in Richtung Tribüne. Anschließend pfiff Referee Thiemann zur Pause.

Doch auch nach dem Seitenwechsel war von der Eintracht nur äußerst wenig zu sehen, währenddessen die Gastgeber weiterhin munteren und fröhlichen Kombinationsfußball zeigten. So auch die Ballstafette von Sven Mende und Henrik Sirmais, doch der Schuss von Junior Ebot-Etchi wurde geblockt. Aber auch Sven Mende vergab, eine gute halbe Stunde vor dem Ende, die endgültige Entscheidung vor den 1325 Zuschauern an der Lohmühle. Zwanzig Minuten vor Ultimo schepperte es dann aber doch. Marvin Thiel scheiterte im ersten Versuch, mit seinem Kopfball, noch einer der sensationellen Parade von Johannes Höcker, doch beim zweiten Schuss war der Eintracht-Keeper chancenlos. Zum Ende hin zogen sich die Lübecker mehr und mehr zurück und es ergaben sich Räume für die Norderstedter. So war es Felix Drinkuth, der in der Nachspielzeit immerhin die „Torlos-Serie“ der Eintracht gegen den VfB Lübeck brach. Keeper Johannes Höcker war nach dem Spiel dennoch angefressen: „Das war heute ein gebrauchter Tag. Das ist doch alles zum kotzen“, ärgerte sich Höcker über die Niederlage. „Wir hatten uns natürlich deutlich mehr vorgenommen und dann haben wir, gerade in der ersten Halbzeit, überhaupt keine Leistung auf den Platz gebracht“, fand der Schlussmann klare Worte. Auch sein Teamkollege Marxen war unzufrieden:

„Wir haben eine ganz schwache erste Halbzeit gespielt. Es hat in den Zweikämpfen an Durchschnittsvermögen gemangelt, es hat am Willen gemangelt und deshalb haben wir auch zurecht die beiden Gegentreffer bekommen“, so der Außenverteidiger, der anfügte: „Das ging gar nicht. Das war eine der schlechtesten Halbzeiten, die wir in diesem Jahr bisher gespielt haben“, erklärte Marxen weiter. „Wir haben Lübeck die Räume gelassen. Das geht natürlich nicht“, ergänzte der 21-Jährige. Norderstedt-Trainer Thomas Seeliger erklärte auf der Pressekonferenz: „All das, was ich heute sagen würde, könnte man heute auch falsch verstehen. Deshalb möchte ich die Leistung der Truppe heute gerne in interner Runde klären“, so Seeliger, der anschließend allerdings doch deutlicher wurde: „Wer in der Regionalliga spielen will, der darf nicht so auftreten, wie wir uns hier heute präsentiert haben. So kannst Du kein Spiel gewinnen und so werden wir auch kein Spiel mehr gewinnen, wenn wir so weitermachen“, erklärte der 50-Jährige. Lübeck-Trainer Rolf Martin Landerl war zurecht stolz auf die Leistung seiner Schützlinge: „Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und haben gezeigt, dass wir kompakt in die Zweikämpfe gehen können“, so der VfB-Zepterschwinger, der abschließend noch seinen Trainer-Kollegen lobte: „Da war es vorbildlich, dass Thomas den Spieler vom Platz nimmt. Das macht nicht jeder Trainer. Nochmals mein Kompliment.“

Foto: Niklas Heiden

Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.