Dienstag, 15. Oktober 2019
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Drei Buden in fünf Minuten – FCSP II schockt EN

Aus 1:2 mach 4:2: Die FC Sankt Pauli U23 brannte vor 408 Fans gegen den FC Eintracht Norderstedt ein wahres Schluss-Feuerwerk ab. Innerhalb von fünf Minuten erzielten die Boys in Brown kurz vor Ultimo drei Treffer. Dabei hatte die Eintracht den Sieg kurz nach der Pause schon fast eingetütet.

Hebt den Ball hier zum 1:0 über Lars Huxsohl hinweg: Christian Stark (li.). Foto: KBS-Picture

Die Partie in Garstedt begann wie nach Maß für die Boys in Brown. Über rechts war Robin Meißner durch und brachte das Leder in die Mitte. Am zweiten Pfosten wartete Christian Stark, der die Kugel erst aus der Luft pflückte und dann über Lars Huxsohl hinweg in die Maschen hob (10.). Nach knapp zehn Minuten die Führung für die Gastgeber. Doch in der Folge plätscherte die Begegnung im ersten Durchgang eher vor sich hin, weitere wirkliche Höhepunkte waren rar. Erst nach dem Seitenwechsel nahm die Begegnung wirklich Fahrt auf. Denn die Kiezkicker kamen schlecht aus der Kabine und dies nutzte Norderstedt eiskalt aus. Von rechts spielte Nick Brisevac die Kugel in den Rückraum, wo Jordan Brown völlig blank stand. Der Eintracht-Capitano musste das Leder aus rund elf Metern nur noch einschieben (51.). Der schnelle Ausgleich, doch weitere 180 Sekunden später kam es noch dicker. Juri Marxen schickte Michael Kobert in der Spitze auf die Reise, der seinem Gegenspieler viel zu leicht entwischen konnte und dann alleine vor FCSP-Keeper Leon Schmidt auftauchte. Kobert legte den Ball gekonnt links am Torhüter vorbei in die lange Ecke (54.). Erst danach wachten die Philipkowski-Schützlinge wieder auf und ließen die dicke Gelegenheit auf den vorzeitigen Ausgleich liegen. Jannes Wieckhoff brachte die Murmel von rechts scharf auf den ersten Pfosten, doch dort rauschte Cemal Sezer am Ball vorbei und kann das Leder nicht mehr bekommen (62.). Besser gelang es dem 23-Jährigen dann sechs Minuten vor Ultimo. Sezer zog aus 25 Metern ab und schweißte die Murmel halbhoch rechts in die Maschen ein (84.). Der Auftakt für völlig verrückte fünf Minuten in Garstedt. 120 Sekunden später zappelte die Kugel nämlich erneut im Netz der Norderstedter.

Der entscheidende Treffer: Fabian Grau trifft ins eigene Netz, Huxsohl chancenlos. Foto: KBS-Picture

Wieckhoff brachte die Murmel von rechts scharf in den Fünfmeterraum und Fabian Grau fälschte die Kugel unglücklich in das eigene Tor ab (86.). Der Siegtreffer, den in der Schlussminute nur noch Christian Stark mit seinem Doppelpack veredelte (89.). Aus 1:2 machten die Kiezkicker in nur vier Minuten ein 4:2. „Norderstedt hat uns nach der Halbzeit kalt erwischt, die Tore kassieren wir schon sehr einfach. Ich war schon sehr froh, als ich das 2:2 gemacht habe und das 3:2 war dann purer Wille“, freute sich Cemal Sezer nach dem Abpfiff und fügte an: „Ich bin dann zu unserem Physio Tim gelaufen, der mich für dieses Spiel fit gemacht hat. Er hat mir gesagt, dass ich heute treffen werde.“ Glücklich zeigte sich auch Doppeltorschütze Christian Stark. „Es hat heute extrem viel Spaß gemacht und wir wussten, dass noch etwas drin ist. Das 3:2 war einfach geil“, so Stark, der ergänzte: „Wir sind nicht gut aus der Halbzeit gekommen, dass passiert manchmal im Fußball. Aber wir haben nicht aufgegeben und sind dafür belohnt worden.“ Enttäuschung hingegen auf der Gegenseite bei Eintracht-Kapitän Jordan Brown. „Die individuellen Fehler brechen und das Genick. Wir haben nach dem 2:1 unseren Kopf verloren und auf das dritte Tor gespielt, als die Führung zu verteidigen. Wenn es 2:2 steht, muss man den Punkt mitnehmen. Das ist extrem bitter“, so Brown. Auch sein Trainer Jens Martens bilanzierte abschließend: „Wenn man innerhalb von drei Minuten fünf Gegentore bekommt, dann hat man auch verdient gewonnen, auch wenn wir lange nah dran waren.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.