Mittwoch, 19. September 2018
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Drei Verletze, null Punkte – Cordi vom Pech verfolgt

Dieses Spiel dürfte den Beteiligten noch lange in Erinnerung bleiben. Verletzungsbedingt musste Concordia in der ersten Hälfte dreimal wechseln und tobt am Ende über den Schiedsrichter. Die Gäste vom Meiendorfer SV hingegen freuten sich über einen verdienten 2:3-Erfolg am Bekkamp.

Cem Cetinkaya (li.) gewinnt hier das Kopfballduell gegen MSV-Kicker Abiola Folarin Foto: Gettschat

Die sechste Spielminute lief vor guter Kulisse am Bekkamp. Concordias Maurzio D‘urso eroberte kurz vor dem Strafraum das Spielgerät und bediente Benjamin Bambur. Der Angreifer blieb cool und verwandelte aus zehn Metern sicher zur 1:0-Führung (6.). Der Auftakt eines vermutlich sicheren Heimerfolgs gegen den Aufsteiger aus Meiendorf, wie sich die meisten Anhänger wohl gedacht haben dürften. Was der erste Abschnitt dann aber bereithalten sollte, haben wohl selbst die hartgesottensten Cordi-Fans noch nicht erlebt. Nur eine Zeigerumdrehung später tauchte Abiola Folarin vor dem Tor der Gastgeber auf und besorgte prompt den Ausgleich (7.). Kurz darauf musste Flügelspieler Kevin Zwschimmer behandelt werden. Der Cordi-Akteur zog sich in einem Luftduell eine heftige Platzwunde zu, wurde sofort durch Ricardo Balzis ersetzt. In der Folge bot sich den Hausherren sogar noch die Riesenmöglichkeit zur Führung. MSV-Torwart Briant Alberti spielte einen Ball mitten in die Füße von D’urso, der direkt abzog, aber nur die Latte traf. Kurz darauf war es Martin Werner, der nicht weitermachen konnte und ausgewechselt werden musste.

Das ganze Gesicht voll Blut, aber dennoch ein lächeln auf den Lippen: Vierling. Foto: Gettschadt

Der Mittelfeldabräumer verletzte sich nach hartem Einsteigen seines Gegenspielers am Fuß. Führ ihn kam Serhat Yapici neu in die Partie. Der frische Mann sollte wenig später auch direkt liegen, was die Emotionen um und auf dem Spielfeld immer weiter aufkocken ließ. Yapici konnte zwar weitermachen, doch stattdessen schloß sich kurz vor Ende der ersten Hälfte Lucas Vierling dem Lazarett an. Ebenfalls mit einer Platzwunde bedacht, musste nun zum zweiten Mal ein Krankenwagen anrücken – und Trainer Frank Papier mit Mohamed Labiadh sein Wechselkontingent bereits frühzeitig ausschöpfen: „Der Schiedsrichter hat das Spiel einfach nicht in die Hand genommen. Den Spielern wurden keine Grenzen aufgezeigt“, wütete der Ex-BU-Coach nach dem Spiel. Als in der darauffolgenden Szene erneut zwei Spieler der Gastgeber lagen, Schiedsrichter Stephan Timm aber weiterspielen ließ, kam das Fass beinahe zum Überlaufen. Unter tumultartigen Zuständen beendete der Spielleiter die ersten 45 Minuten. Der Auftakt in Hälfte zwei sollte für die Pieper-Elf auch sportlich nichts Gutes parat haben. Nach Ballverlust von Cem Cetinkaya netzte Can Güzel zum 1:2 für Meiendorf (50.). In der Folge rannte Concordia an, doch selbst eine intensive Druckphase sollte nicht reichen, um den alten Zwischenstand direkt wiederherzustellen.

Concordia-Schlussmann Tim Burgemeister sah noch nach Abpfiff die rote Karte. Foto: Gettschadt

In der Schlussphase erhitzten sich dann die Gemüter erneut. Zehn Minuten vor dem Abpfiff wurde Pieper seiner Coaching-Zone verwiesen: „Dass ich das letzte Mal emotional so reagiert habe, war als Jugend-trainer. Heute war es einfach die Summe der Entscheidungen“, begründete der frühere HSV-Jugendtrainer seine Entgleisung. Wenig später musste dann auch ein Feldspieler runter. Ricardo Balzis sah die rote Karte für Schiedsrichterbeleidigung. Meiendorf hingegen machte cool die Entscheidung perfekt. Martin Fedai verwandelte einen Foulelfmeter sicher zum 1:3 (86.). In der Schlussphase verkürzte Verteidiger Steven Lindener nochmal, doch der Anschlusstreffer sollte zu spät kommen (92.). Am Ende stand ein 2:3-Erfolg für den Aufsteiger, der neben allen heutigen Begleiterscheinungen sportlich vollkommen in Ordnung geht. „Von beiden Seiten sind die Emotionen etwas hochgekocht. Damit müssen wir noch etwas besser umgehen, sind dabei aber auf einem guten Weg“, beschrieb MSV-Coach Baris Saglam das Verhalten seiner jungen Elf und ergänzte: „Sportlich muss ich die Jungs auch loben. Wir haben unsere Chancen effektiv genutzt und verdient gewonnen.“ Nach dem Spiel soll es darüberhinaus noch zu einer weiteren Kuriosität gekommen sein, wie Frank Pieper schilderte. Torwart Tim Burgemeister soll nach Abpfiff für den Satz „Lass mal sein“, welcher an einen Mitspieler gerichtet war, die rote Karte gesehen haben. Inwiefern dies gehandhabt wird, ist noch nicht klar und muss vom HFV weiter verfolgt werden.

Foto: Gettschadt

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Über Johannes Kramer

Johannes Kramer
Redakteur: Seine Fußballbegeisterung hat Johannes mittlerweile auch auf den Amateurbereich ausgeweitet. Sofern der Abiturient nicht die Schulbank drücken muss, verschlägt es ihn häufig auf die Hamburger Fußballplätze, wo er sich bereits bestens auszukennen weiß.