Dienstag, 20. November 2018
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Dreierpack: Hanslik zerschießt Kiezkicker U23

Nach zuletzt zwei Siegen in Folge: Die U23 des FC Sankt Pauli muss sich dem Spitzenreiter VfL Wolfsburg U23 vor 235 Fans mit 3:1 geschlagen geben. Dabei machten die Kiezkicker die eigene Arbeit mit dicken Böcken zunichte. Wölfe-Stürmer Hanslik entwickelte sich so zum Pauli-Schreck.

Clemens Schoppenhauer (m.) nahm das späte 1:3 im Anschlss auf seine Kappe. Foto: KBS-Picture

„Das ärgert mich tierisch. Ich wollte den Ball natürlich nicht ins eigene Tor klären“, ärgerte sich Pauli-Profi Clemens Schoppenhauer nach Abpfiff. Denn eben jener dritter Treffer für die Gäste aus der Auto-Stadt war der endgültige K.O. für die Boys in Brown. Aber der Reihe nach. In einer ersten Hälfte ohne wirkliche Höhepunkte hatten die Kiezkicker die erste gute Gelegenheit. Seuwong Lee schickte Sirlord Conteh auf die Reise, der seine beiden Gegenspieler abschüttelte und dann in den Sechzehner eindrang. Aus zwölf Metern schloss der 22-Jährige dann ab und scheiterte nur an dem sensationellen Reflex von Wölfe-Keeper Niklas Klinger (32.). Besser machten es die Ziehl-Schützlinge nur sechs Minuten später. Lee klärte einen Eckball genau auf die Sechzehnerkante zu Daniel Hanslik, der viel zu viel Platz hatte. Der Wölfe-Akteur fackelte nicht lange und hämmerte die Kugel mit einem satten Schuss aus 16 Metern in die rechte untere Ecke (38.). Mit der Führung gingen die Wolfsburger dann auch in die Pause und erwischten einen Auftakt nach Maß in den zweiten Durchgang – wenn auch unter viel Mithilfe der Boys in Brown. Die zweite Halbzeit war keine 120 Sekunden alt, als Leon Schmidt bei einem Rückpass voll über den Ball haute und so den Weg für Hanslik frei machte, der nur noch einzuschieben brauchte (47.). Wer nun aber mit einem Aufgeben der Gastgeber gerechnet hatte, der sah sich getäuscht. Mit Dario Kovacic, Mert Kuyucu und Christian Conteh brachte FCSP-Trainer Joachim Philipkowski gleich drei neue Kicker. Und das machte sich nach einer guten Stunde bemerkbar. Nachdem Leon Deichmann einen schönen Diagonalball auf Robin Meißner gespielt hatte und diesem der Torerfolg nur durch die starke Parade von Klinger verwehrte wurde, wurden die Gastgeber immer besser. Und kamen zum Ausgleich. Dominik Franke holte im eigenen Sechzehner Seuwong Lee von den Beinen und Schiedsrichter Axel Martin zeigte direkt auf den Punkt.

Kiezkicker-Kapitän Sirlord Conteh (re.) ärgerte sich nach Abpfiff über die Niederlage. Foto: KBS-Picture

Dario Kovacic nahm sich die Pille und versenkte den Ball mit etwas Glück in den Maschen (76.). Nun warfen die Braun-Weißen noch einmal alles nach vorne und schenkten sich hinten di nächste Bude ein. Ausgerechnet Profi Schoppenhauer, der nach eigener Aussage von sich aus bei der U23 kicken wollte, fälschte einen Hanslik-Schuss so unglücklich ab, dass Leon Schmidt im Pauli-Kasten keine Abwehrchance mehr blieb (82.). „Wir waren nach dem 1:2 ganz gut drin und haben die letzte Szene dann wieder verschlafen. Wir müssen den Ball schon vorher klären, dass es gar nicht erst zu dem Schuss kommt“, ärgerte sich FCSP-Capitano Sirlord Conteh nach Abpfiff und fügte an: „Für mich war Wolfsburg schon einer der Spitzen-Teams. Sie waren in der Defensive sehr kompakt. Das war sehr gut.“ Sein Trainer Joachim Philipkowski bilanzierte nach Abpfiff: „Wir waren in der Anfangsphase mutlos. Zudem hatten wir viele einfache Ballverluste. Das nutzt eine Mannschaft wie Wolfsburg dann aus“, so der 52-Jährige, der anfügte: „In der zweiten Halbzeit haben die Jungs das dann richtig gut gemacht. Besonders ärgerlich war das schnelle Tor nach der Pause, da geht die Körpersprache natürlich runter“, ergänzte Philipkowski. „Wir haben in der Folge dann verdient das 1:2 gemacht und waren endlich im Spiel. Am Ende war es dann nicht unser Tag und dieser abgefälschte Schuss landet im Tor“, so der Deutsch-Pole weiter, der anerkannte: „Aufgrund der ersten Halbzeit geht der Sieg für Wolfsburg in Ordnung.“ Wölfe-Coach Rüdiger Ziehl erklärte nach Abpfiff: „Aus meiner Sicht ging der Sieg in Ordnung. Wir haben in der ersten Halbzeit nur eine große Chance zugelassen, sind zudem verdient in Führung gegangen“, so Ziehl, der ergänzte: „In der zweiten Halbzeit drohte das Spiel dann etwas zu kippen, die Tore haben uns Sicherheit gegeben. Am Ende bin ich froh, dass wir den Ausrutscher von Lübeck am Freitag nutzen konnten. Wir haben uns alle zusammen mit den drei Punkten belohnt.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.