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Regionalliga Nord

Dursun leitet ein: St. Pauli II holt Last-Minute-Punkt bei EN

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Serkan Dursun
Foto: KBS-Picture

Die U23 des FC Sankt Pauli hat nach der Derby-Pleite gegen den HSV II eine Reaktion gezeigt. Nach 0:2-Rückstand gegen den FC Eintracht Norderstedt holten die Braun-Weißen doch noch einen Punkt. Innerhalb von 120 Sekunden war zwei Mal Serkan Dursun an den Toren beteiligt.

„Es hat nicht so viel drauf hin gedeutet, dass St. Pauli zwei Tore schießen kann“, ärgerte EN-Stürmer Jan Lüneburg kurz nach dem Abpfiff. Nur wenige Minuten zuvor hatte der FC Eintracht Norderstedt innerhalb von gerade mal 120 Sekunden zwei Punkte gegen die U23 des FC Sankt Pauli liegen gelassen. Schließlich hatte Norderstedt den Sieg gefühlt schon in der Tasche. Aber der Reihe nach. Den besseren Start erwischten, nach der Derbyniederlage unter der Woche gegen den HSV II, die Braun-Weißen. Bennet van den Berg wurde in der Box bedient, drehte sich um seinen Gegenspieler und kam dann am Fünfmeterraum aus spitzem Winkel zum Abschluss. Doch EN-Keeper Lars Huxsohl machte sich ganz breit und lenkte den Ball zur Ecke (20.). Zwar machten beide Teams einen ordentlichen Eindruck, wirkliche Torchancen kamen oftmals aber nicht zustande. Und so dauerte es bis kurz vor der Pause, ehe die Begegnung wieder Fahrt aufnahm. Dann waren es erneut die Gäste, die gefährlich wurden. Maximilian Schütt sah auf dem linken Flügel, dass Justin Plautz durchstartete und schickte den Außenverteidiger lang. Dieser zog in die Box und kam auch zum Abschluss. Doch aus spitzem Winkel stand Fabian Grau da und klärte (38.). Und auch Norderstedt, die bereits nach acht Minuten eine Mini-Chance in Person von Nils Brüning verzeichneten, meldete sich zu Wort. Elias Saad tankte sich über links durch, konnte am Strafraum schon selbst abschließen und legte dann doch noch mal auf Jonas Behounek quer, der direkt abzog. Sein flacher aber strammer Schuss wurde aber zu leichter Beute für St. Pauli-Schlussmann Jesper Heim (40.). Und so ging es nach einer durchwachsenen ersten Hälfte mit einem 0:0-Remis zurück in die Kabinen. Der zweite Durchgang sollte ein echtes Spektakel nach Garstedt bringen.

Jan Lüneburg

Jan Lüneburg, hier im Zweikampf mit Maximilian Schütt, erzielte die Norderstedt-Führung. Foto: KBS-Picture

Norderstedt trifft schnell doppelt – St. Pauli II schlägt spät zurück

Zuerst waren es aber die Gäste, die mit viel Schwung in die zweite Hälfte starteten. Serkan Dursun machte sich kurz hinter der Mittellinie auf den Weg, zog zwei Verteidiger auf sich und machte so den Weg für Niklas Jessen frei, der von der Grundlinie Bennet van den Berg bediente. Dessen Abschluss strich nur knapp über die Latte (47.). Etwas mehr Glück hatten die Hausherren auf der Gegenseite bei der Führung. Rico Bork schlug den Ball hinten raus und schickte damit Elias Saad auf die Reise, der das Tempo anzog und Nils Brüning am Strafraum bediente. Sein Schuss aus halbrechter Position zappelte in der langen Ecke im Netz (51.). Norderstedt hatte nun Blut geleckt und legte nur knappe zehn Minuten nach dem 1:0 direkt den zweiten Treffer nach. Jonas Behounek eroberte den Ball im Strafraum der Kiezkicker, machte dann noch einen Meter und chipte die Kugel an den Fünfmeterraum. Jan Lüneburg vollstreckt artistisch per Volleyschuss ins Netz (65.). Zu diesem Zeitpunkt ahnte keiner der Zuschauer, dass sich diese Begegnung noch einmal drehen würde. Erst sieben Minuten vor Schluss wurde es wieder spannend. Jakub Bednarczyk bekam rechts auf dem Flügel zu viel Platz, fand am Fünfmeterraum Serkan Dursun und dieser nickte den Ball in die Maschen ein (83.). Plötzlich stand es nur noch 1:2 aus Sicht der Gastgeber und keine 120 Sekunden später lag der Ball erneut im Netz. Diesmal war es Dursun selbst, der den Ball in die Box brachte. EN-Keeper Lars Huxsohl konnte das Leder nicht festhalten und aus kurzer Distanz staubte der eingewechselte Aurel Loubongo-M‘Boungou ab (85.). Aus einem 0:2 hatten die Boys in Brown in nur wenigen Minuten ein 2:2-Remis gemacht. Dabei blieb es auch am Ende für beide Teams.

Aurel Loubongo

Aurel Loubongo-M‘Boungou bejubelt den späten 2:2-Ausgleich der Boys in Brown. Foto: KBS-Picture

Lüneburg sieht „hergeschenkte Punkte“ – Dursun froh über Sieg

„Es sind zwei hergeschenkte Punkte. Am Ende muss man sagen, dass das Fußball ist und es leider dazu gehört“, ärgerte sich EN-Stürmer Jan Lüneburg nach dem Abpfiff über das Remis. Zudem fügte sein Trainer Jens Martens an: „Es ist ganz klar, dass wir am Ende das Spiel verschenkt haben. Da ist man natürlich unzufrieden, dass ist doch ganz klar.“ Zum Spiel analysierte der Fußball-Lehrer: „Wir sind schlecht angefangen und erst langsam ins Spiel gekommen. Dann haben wir es aber auf unserer Seite und müssen eigentlich das 3:0 machen. Die beiden Tore haben nichts mit Taktik zu tun. Normal muss man dieses Spiel mit 2:0 nach Hause bringen. Wir standen hinten defensiv eigentlich normal, doch wenn man solche Fehler macht, dann steht es am Ende eben 2:2“, so Martens, auf den am kommenden Mittwoch bereits das Spiel beim SV Drochtersen/Assel wartet. „Wir müssen nun regenerieren, da war schon eine ganze Menge Tempo drin. Wir wollen am Mittwoch wieder möglichst frisch sein“, fügte Martens an. Freude hingegen bei den Kiezkickern rund um Serkan Dursun. „Im Stadion hat sicherlich keiner mehr mit uns gerechnet. Wir haben dann aber eine sehr gute Moral gezeigt. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft“, freute sich Dursun und fügte an: „Ich habe aber immer daran geglaubt und wir haben uns gegenseitig gepushed. Nach dem 2:1 sind wir richtig wach geworden und es hat Klick gemacht.“

Ebenso groß war die Freude bei seinem Trainer Joachim Philipkowski. „Es gab Phasen im Spiel, wo Norderstedt besser war, aber über die 90 Minuten haben wir das aus meiner Sicht uns erarbeitet. Das ist eine ganz junge Mannschaft und die haben das sehr gut gemacht. Bei einer älteren Mannschaft ist es nicht so wichtig, aber bei unserem Team ist der Punkt sehr wichtig“, so „Piepel“, der ergänzte: „Die erste Phase nach dem 0:2 habe ich auch gedacht, dass es nichts mehr wird. Aber das Tor zum 1:2 war die Zündung für uns. Wir sind jetzt zufrieden und haben einen Punkt mitgenommen. Dieses Spiel war sehr wichtig für die Köpfe. Sie haben gespürt, dass selbst wenn man zurück liegt, immer noch etwas drin ist.“

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.