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LOTTO-Pokal

Hamburg diskutiert über das Finale ohne Fans

Niklas Heiden

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Archivbild: KBS-Picture

Die Verkündung des Hamburger Fußball-Verbandes, dass das Lotto-Pokalfinale ohne Zuschauer stattfinden wird, hatte für durchaus kontroverse Diskussionen gesorgt. AFH hat sich nun einmal bei einigen Vereinen ab dem Viertelfinale umgehört. Das Resultat: Eine kontroverse Diskussion.

Die Entscheidung, die der Hamburger Fußball-Verband am Montag verkündete, hat für viel Unmut bei Hamburgs Amateurfußball-Fans gesorgt. Das Finale des Lotto-Pokals wird ohne Zuschauer an der Wolfgang-Meyer-Sportanlage stattfinden. Der Verband begründete seine Entscheidung mit den Auflagen des Gesundheitsamtes. Auch der Spielort wurde wegen des höheren Kostendrucks aus diesem Grund gewechselt. Nun diskutiert Hamburgs Fußball-Szene über die Folgen der Zuschauer-Begrenzung. Denn: Auch die Kontingente für die Finalteilnehmer sind stark begrenzt. Gut möglich also, dass nicht einmal die Personen ins Stadion kommen, die das Pokalfinale mit der Austragung der Spiele im Viertel- und Halbfinale erst möglich gemacht haben. „Ich habe es in den letzten Tagen, wo wir Testspiele planen, anders mitbekommen als vorher. Da steckt enorm viel Aufwand drin, weil sich das jeder ein Konzept zusammenbasteln muss. Von daher kann ich es schon verstehen, dass man es als Verband versucht, alles so schlank wie möglich zu halten“, meint BU-Trainer Jan Haimerl, der im Viertelfinale gegen den TSV Sasel die Segel streichen musste. Allerdings fügt der 37-Jährige auch an: „Auf der anderen Seite ist es auch schwierig zu entscheiden. Wir haben ja grundsätzlich in Hamburg eine Art Siebenschläferphase. Es ist auch schwer zu erklären, dass wir wieder fünf gegen fünf trainieren müssen, obwohl wir letzte Woche noch Pokal gespielt haben.“ Sehr ähnlich argumentiert Heiko Kühl vom Halbfinalisten SV Rugenbergen.

Akzeptanz für HFV-Entscheidung – Wertschätzung als Wunsch

„Dadurch, dass wir alle Fußballer sind und den Pokal mitverfolgen durften, wären wir schon froh gewesen, wenn wir dabei sein könnten. Aber wir haben die ganze Sache mit den Gesundheitsvorschriften durch und deshalb ist die Akzeptanz schon da, dass es keine Karten für uns gibt“, macht Kühl zwar sein Verständnis deutlich, ergänzt aber auch: „Die Verantwortung, die auf die Vereine zukam, die ist schon groß gewesen. Wir haben versucht, dem auch gerecht zu werden. Das der Hamburger Fußball-Verband sich dazu nochmal hätte äußern können, dass lasse ich mal dahingestellt. Ich habe es nicht gelesen, dass sowas stattgefunden hat.“ Etwas deutlicher wird sogar der Fußball-Abteilungsleiter des TSV Sasel, Söhren Grudzisnki. „Wir sind unheimlich traurig, dass ohne Fans gespielt wird. Es können nicht einmal alle mit ins Stadion kommen, die das Finale erst möglich gemacht haben. Es wäre toll gewesen, wenn man sich im Vorfeld noch einmal intensiver ausgetauscht hätte“, meint der 45-Jährige und fügt an: „Wir nehmen das jetzt so hin. Das nimmt einem so ein bisschen die Vorfreude auf dieses Spiel. Wir können nun aber nicht großartig lamentierten.“ Andere Vereine lobten den Verband sehr für die Durchführung.

Koch: „Die Vereine sollten dem Verband dankbar sein“

Vor allem Norderstedt-Präsident Reenald Koch stellte klar, wie zufrieden er mit den Entscheidungen und Bemühungen des HFV ist. „Der Verband hat uns allen das auch ermöglicht, weil sie beim Hamburger Senat vorgesprochen hat. Aus meiner Sicht hat der Verband einen tollen Job gemacht. Ohne den Verband hätte dieses Finalspiel gar nicht stattgefunden“, so Koch, der ergänzte: „Der Verband hätte sich das alles ganz einfach machen und seiner Spielordnung folgen können. So bedauerlich es ist, dass Finale nur mit 200 Leuten zu spielen, sollten die Vereine dankbar sein, dass der Verband diese Ausnahmeverfügung möglich gemacht hat.“ Ähnlich argumentierte Halstenbek-Rellingen-Boss Hans Jürgen Stammer. „Ich bin auch schon lange in dem Geschäft und muss den Verband auch mal in Schutz nehmen. Die haben es genauso schwer wie die Vereine auch, müssen sich genauso an die Regeln halten. Von daher halte ich es für deplatziert, den Verband an dieser Stelle zu kritisieren“, sagte der 71-Jährige auf AFH-Anfrage. Die Diskussionen über die Entscheidungen dürften wohl auch in den kommenden Tagen noch weiter gehen, auch wenn das diesjährige Pokalfinale durchaus als sportlicher Leckerbissen angesehen werden darf. Den Amateurfußball-Fans wird in diesem Jahr aber nur die Mattscheibe im eigenen Wohnzimmer bleiben.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.