Montag, 22. Juli 2019
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Heimerfolg für BU – Stuhlmacher mit verbalem „Ausraster“

Der HSV Barmbek-Uhlenhorst feiert, gegen den Meiendorfer SV, einen 2:0-Erfolg und den damit verbundenen fünften Sieg in Folge. Der große Knall passierte allerdings erst nach dem Spiel. MSV-Coach Matthias Stuhlmacher holte zum verbalen Rundumschlag aus und kritisierte viele Dinge auf der anschließenden Pressekonferenz.

Die furios in die Saison gestarteten Barmbeker gegen die „Wundertüte“ von der B75: Noch ohne Punktverlusst und daher unter den Topplatzierungen vertreten, zeigte BU von der ersten Minute an eine arrangierte Leistung. Der MSV fand kein Mittel gegen die schnellen Positionswechsel und Ballstaffeten der „Blau-Gelben“. Passend zum weiteren Verlauf des Spiels war es dann auch Michael Sara der bereits in der vierten Minute einen Eckball von Nicklas Müller-Leitloff mit dem Hinterkopf, unter Bedrängnis von Gene Carlson, ins eigene lange Eck köpfte und somit Keeper Tobias Sävke keine Chance ließ. In Folge spielte BU wie entfesselt auf und ließ die stark ersatzgeschwächte Stuhlmacher-Elf kaum aus der eigenen Hälfte heraus. Erst ein Schuss von Lukas Hallmann, der aus der zweiten Reihe einfach mal abzog, zeigte dass der MSV auch auf dem Platz stand. Ebenso knapp war ein Abschluss von Michael Sara, der aus gut 30 Metern noch das Torgestänge striff. Aber, dass war es dann auch schon mit den Möglichkeiten der Gäste.

BU hatte das Spiel jederzeit unter Kontrolle und in Form von Sa Borges Dju (3., 6.), Janis Korczanowski (21.), Pascal El Nemr (38.) und Alexey Bugrov (42.) gute Möglichkeiten den Sack frühzeitig zu zumachen. El Nemr war es dann, der nach tollem Diagonalball aus der eigenen Hälfte von Sebastian Clausen, der sich mit dem ersten Kontakt den Ball in den Lauf legte und von Gegenspieler Shahrukh Khan nicht mehr zu stoppen war. Von der Grundlinie spielte der „Flügelflitzer“ den Ball auf Höhe des Elfmeterpunktes wo Ivan Sa Borges Dju den Ball mit Wucht, mittig ins Tor drosch. (45.) In Hälfte zwei zeigte sich das gleiche Bild: BU mit großer Sicherheit und Ruhe am Ball, ließ den MSV selten Platz zur Entfaltung. Viel konnten die Meiendorfer auch nicht ändern, als die beiden Brüder, Dennis und Fabian, Facklam als frische Kräfte ins Spiel bringen, wobei Fabian unter der Woche sich noch mit einem grippalen Infekt rumschlug. So war es auf Seiten der Gäste einzig Bazier Sharifi der eine nennenswerte Chance zum Torerfolg hatte. Barmbek spielte das Spiel ruhig herunter ohne einen weiteren Torerfolg verbuchen zu können.

MSV-Coach Matthias Stuhlmacher machte seinem Ärger, auf der anschließenden Pressekonferenz, Luft. Hintergrund: Bereits vor drei Wochen hatten die Verantwortlichen von BU eine Spielverlegung beantragt, der die Verantwortlichen an der B75 zugestimmt hatten. Allerdings ohne den 45-Jährigen zu informieren. Dementsprechend sauer reagierte Stuhlmacher: „Die Grundlage stimmt einfach nicht! Ich hätte dem so nie zugestimmt. Zudem wusste ich schon seit längerem, dass Spieler fehlenden Auszahlung hinterherlaufen. Die haben sich am Dienstag an mich geschrieben und ein Ultimatum bis Freitag gestellt. Ansonsten würden sie nicht mehr für den MSV auflaufen wollen, was ich total verstehen kann. Anschließend hieß es, dass solche Angelegenheiten den Trainer nichts angehen würden, was ich einfach anders sehe. Natürlich geht das den Trainer etwas an, wenn ich nicht auf alle Spieler zurückgreifen kann. Auch das ist eine Tatsache die nicht dazu beiträgt, dass man hier ordentlich arbeiten kann“, so Stuhlmacher, der zum keine Aussage über seinen Verbleib tätigen wollte:

„Ob ich jetzt in Meiendorf weitermache, ist davon unabhängig. Ich tätige jetzt keine Aussage. Innerhalb des Teams wird sehr gut gearbeitet. Das Team drum herum ist allerdings arg verbesserungswürdig. Ich erfülle, wenn ich darf, meinen Vertrag“, so der 45-Jährige.  „Man hat mir mehrfach ins Gesicht gelogen! Das heute hat das Fass nur zum Überlaufen gebracht. Das geht schon seit drei Jahren so“, so der Coach, der prompt ein Bespiel lieferte: „Beim Spiel gegen Halstenbek-Rellingen war der Einsatz von Sharifi nicht möglich, weil dieser Spieler noch nicht freigeschaltet war. Am Montag bin ich beruflich nach Düsseldorf geflogen und habe zuvor, auf Anfrage, eine Erklärung an unsere Offiziellen übertragen, weshalb dieser Spieler nicht spielen konnte. Später habe ich beim Hamburger Fußball-Verband angerufen und erfahren, dass unser Präsident erst an diesem Tag die Unterlagen eingereicht hat, obwohl ich diese schon seit vielen Tagen übergeben hatte“, so Stuhlmacher, der anschließend auch ein paar Worte zum Spiel verlor:

„Natürlich sind wir da geschwächt aufgelaufen, aber das ist natürlich keine Ausrede. Leider Gottes war unsere taktische Ausrichtung dann auch nach vier Minuten über den Haufen geworfen. Das 2:0 ist dann natürlich umso ärgerlicher. Aber wir sind eine Mannschaft und werden die Niederlage auch so intern analysieren.“ Bezüglich der Tabellensituation und den Unruhen, hat der 45-Jährige keine Angst: „Wir haben genügend Qualität, wenn alle da sind. Wir müssen die richtige Einstellung zeigen. Dass das hier auch in der Woche noch für Trubel sorgen wird, kann aber auch für einen Hallo-Wach-Effekt sorgen. Ich wünsche mir, dass unsere Spieler jetzt weiter ordentlich trainieren.“ Anschließend äußerte sich der MSV-Zepterschwinger zur Zukunft: „Ich habe, Stand heute, einen Vertrag bis 2016 und bin nicht ungewillt, diesen auch bis zum Ende zu erfüllen“, so Stuhlmacher abschließend.

„Meiendorf stand in der ersten Zeit sehr tief. Wir haben von Anfang an offensiv nach vorne gespielt und nach der Führung auch die Entscheidung gesucht. Bis zum 2:0 von Ivan hatten wir ein paar mehr Situationen, wo wir das Tor schon hätten machen können, wobei da die Präzession dann etwas gefehlt hat. In der zweiten Hälfte wollten wir den Druck dann etwas erhöhen, um das Spielfeld dann auch als Sieger zu verlassen. Zwar haben wir dann unsere Ordnung etwas verloren, hatten aber immer noch genug Torchancen, um die Partie frühzeitig zu entscheiden. Wir sind zufrieden mit der Leistung der Jungs“, bilanzierte Frank Pieper, der nicht enttäuscht über die, um ein Tor, verpasste Tabellenführung war: „Wichtig ist, dass wir unsere Punkte holen. Es ist gerade einmal der fünfte Spieltag. Da ist noch alles offen und es kann so viel passieren. Von daher stört mich das überhaupt gar nicht!“

Foto: Lars Mundt (Smart Art)

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Über Florian Götze

Florian Götze
Redakteur: Florian ist gebürtiger Hamburger und leidenschaftlicher Spielbericht Verfasser. Durch seine jahrelange Tätigkeit als Trainer im Amateurfussball hat Florian einiges an Erfahrung erhalten.