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Oberliga Hamburg

Heimfluch: Bouveron ballert Osdorf ins Herz

Jonas Bickel

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Sieben Heimspiele, sieben Niederlagen – Heimfluch par excellence: Der TuS Osdorf kann zu Hause nicht gewinnen. Auch gegen den SV Rugenbergen verloren die Osdorfer trotz einer engagierten Leistung mit 1:3. Der lange verletzte SVR-Kicker Bouveron markierte dabei den Schlusspunkt.

Hatte diesmal das bessere Ende für sich: SVR-Keeper Jannis Waldmann (re.). Foto: KBS-Picture

Am 3. Oktober hatten sich die beiden Teams schon im Oddset-Pokal getroffen – Osdorf gewann mit 6:5 nach Verlängerung. Damals gingen die Rugenbergener früh in Führung und so war es auch im Ligaspiel. In der neunten Minute spielte Voorbraak einen schönen Pass in die Spitze auf Hoppe. Dieser nahm den Ball im der Drehung an und versenkte ihn zum 0:1 in den Maschen. Osdorf antwortete mit wütenden Angriffen. Meijer Werner gelang nach einer Ecke fast der Ausgleich, sein Schuss strich knapp über den Querbalken (24.). Dann schlugen aber die Gäste erneut zu: Haase wurde bei einem Konter rechtsaußen geschickt und passte zielgenau in den Strafraum. Dort rauschte Hoppe an und verwandelt souverän (25.). Osdorf kämpfte aber weiter und bekam in der 31. Minute einen Elfmeter zugesprochen – aber nur für etwa eine Minute! Bonewald war im Sechzehner von den Beinen geholt worden und Schiedsrichter Jürgensen zeigte auf den Punkt. Allerdings meldete sich der Linienrichter zu Wort. Nach kurzer Absprache nahm der Unparteiische seine Entscheidung zurück, denn Bonewald hatte im Abseits gestanden. Drei Minuten nach diesem Aufreger erzielten die Hausherren aber doch den Anschluss. Einen Freistoß aus dem Halbfeld verlängerte Tegeler unglücklich an den zweiten Pfosten. Dort stand Bonewald blank und köpfte zum späten 1:2 ein. Der zweite Abschnitt konnte mit der ersten aber leider überhaupt nicht mehr mithalten.

Schulz (re.) versucht D’agata die Kugel noch schnell abzunehmen – ohne Erfolg. Foto: KBS-Picture

Osdorf spielte zwar zunächst mutig nach vorne, kam gegen die gut stehenden Gäste aber nicht durch. Rugenbergen agierte fast ausschließlich mit Befreiungsschlägen und bolzte die Bälle aus der eigenen Hälfte. Das Spiel wurde unansehnlich und nahm erst zum Ende wieder Fahrt auf. Trapp vertändelte den Ball im Strafraum gegen Hoppe. Der passte scharf in die Mitte, wo Raoul Bouveron knapp verpasste. Schiedsrichter Jürgensen glitt die Partie immer mehr aus den Händen. In der 83. Minute zeigte er Hounsiagama eine umstrittene gelb-rote Karte. Der Osdorfer war nach einer Ecke in einen Zweikampf gegangen und hatte dort nach Ansicht des Referees den Fuß zu hoch. Da Hounsiagama zuvor schon wegen einer Schwalbe den gelben Karton gesehen hatte, musste er runter. Fünf Minuten später sah auch Rugenbergens Bonewald nach einem taktischen Foul die Ampelkarte. Eine besondere Geschichte hatte das Spiel aber noch parat. In der 69. Minute war der lange verletzte Raoul Bouveron eingewechselt worden, der beim 5:3 gegen Wedel am vergangenen Spieltag mit einem achtminütigen Einsatz sein Comeback feierte. Gegen Osdorf vergab Bouveron in der 84. Minute frei vor Hartmann die Vorentscheidung. Kurz darauf leitete er selbst den Konter ein und legte auf Haase quer. Dessen Schuss parierte Hartmann noch, doch Bouveron setzte den Nachschuss formschön in den rechten Winkel. Es folgte ein ausgelassener Jubel – auch nach Abpfiff.

Osdorf-Coach Peter Wiehle forderte von seinen Akteuren mehr Konzentration. Foto: KBS-Picture

„Ich hätte vorher schon zwei machen müssen, aber mit so einem schönen Tor ist es umso geiler“, freute sich Bouveron, der eine eher schwache zweite Halbzeit seiner Mannschaft miterlebte: „Wir wollten es einfach nur nach Hause fahren, wie war uns eigentlich egal. Jetzt können wir oben angreifen und wir wollen uns da auch festsetzen“, richtete der 24-Jährige eine klare Ansage an die Konkurrenz. „Er ist ein super Typ“, schmunzelte Rugenbergens Trainer Ralf Palapies angesprochen auf Bouveron. Mit dem Spiel seines Teams war eher nur bedingt zufrieden: „Es war ein erzitterter Sieg. Mit der Spielweise von Osdorf kommen wir nicht wirklich zurecht. Wir haben die Bälle viel zu schnell abgegeben“, merkte der 47-Jährige an, der aber auch Lob übrig hatte: „Unsere Qualitäten liegen eigentlich im fußballerischen Bereich, heute musste der kämpferische ran und das haben die Jungs gut gemacht“, so Palapies, dessen Mannschaft nun schon seit acht Ligaspielen ungeschlagen ist. Währenddessen hat der TuS Osdorf auch das siebte Heimspiel dieser Saison verloren. „Der Aufwand, den wir betreiben, wird einfach nicht belohnt. Vor dem Tor fehlt uns in letzter Konsequenz die Kaltschnäuzigkeit. Wir machen immer den Haken zu viel und müssen einfach mal schießen“, analysierte Osdorfs Trainer Peter Wiehle die Niederlage. Auch mit der Schiedsrichterleistung war er nicht zufrieden: „Hier sind ein paar Entscheidungen gefallen, die man so nicht mehr nachvollziehen kann. Nach der Ecke ist es ein ganz normaler Zweikampf und dann gibt er Hounsiagama Gelb-Rot – das ist dann schon hart“, ärgerte sich Wiehle. Das nächste Heimspiel hat Osdorf am 3. November (V/W Billstedt). Vielleicht punktet der TuS dann gegen den 16. der Tabelle endlich auch mal vor den eigenen Fans.

Foto: KBS-Picture

Leitender Redakteur: Jonas studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Der 22-Jährige kommt von der Nordseeinsel Föhr und interessiert sich für alle Themen rund um den Fußball in Hamburg und in der Welt.