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Regionalliga Nord

Hollerieth: „Alle Teams brauchen die selben Bedingungen!“

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Seit wenigen Wochen befindet sich Teutonia 05 wieder im Training. Der Regionalligist hatte zuvor eine Genehmigung durch das Landessportamt erhalten. AFH hat mit T05-Trainer Achim Hollerieth über die ersten Wochen, die Regionalliga Nord und den Lotto-Pokal gesprochen.

Der Platz an der Kreuzkirche hell erleuchtet an einem Freitagabend. Das hat man seit Monaten in Ottensen nicht gesehen. Seit knapp vier Wochen darf die Regionalliga-Mannschaft von Teutonia 05 aber wieder trainieren. Sie wurden vom Landessportamt als Berufsfußballer eingestuft, ebenso wie die Nachbarn von Altona 93. „Es ist schön, vor allem für die Jungs, wenn sie wieder eine Kugel am Fuß haben. Es war eine nervenaufreibende Zeit für die Jungs. Zoom-Training ist für eine kurze Zeit ok, aber nach ein paar Monaten geht es den Jungs auf die Nerven“, freute sich T05-Trainer Achim Hollerieth. Zwar stoppte der Wintereinbruch ihn und sein Team in den vergangenen zwei Wochen, inzwischen trainiert T05 aber wieder. „Auch als Trainer ist es nicht schön, wenn man nur Lauf-Pläne rausgibt. Man war ja auch selber mal Fußballer. Nach drei, vier Monaten hat man schon ein schlechtes Gewissen, wenn man einen Laufplan rein schickt. Denn wir sind alle Fußballer – wir wollen auf den Platz“, unterstreicht Hollerieth, wie dankbar man an der Kreuzkirche für die Möglichkeit ist. Ähnlich wie in der Bundesliga muss auch Teutonia 05 dabei strenge Vorgaben einhalten. „Wir testen und sind dem Verein extrem dankbar, dass er uns das ermöglicht. Wir achten im Trainerteam auch sehr stark darauf, dass alle Maßnahmen streng eingehalten werden. Das gilt auch für die Spieler-Kabinen“, erklärt der 47-Jährige.

„Brauchen ein Ziel“: Hollerieth wünscht sich einen Fahrplan

Doch wer trainiert, der will auch spielen. Oder? An der Kreuzkirche hat man dazu eine klare Meinung. „Jeder hat beim Thema Spielbetrieb seine eigene Meinung und das muss auch so sein. Wir sind Fußballer und wollen sehr gerne spielen, das ist doch klar“, macht Hollerieth kein Hehl daraus, dass er gerne wieder auch am Wochenende auf dem Platz stehen würde. Allerdings fügt der Ex-St. Pauli-Torwart auch an: „Für mich sind die Hygienemaßnahmen entscheidend. Ob die Regionalligisten das dann genauso umsetzen können, wie die Bundesligisten, das kann man sicherlich in Frage stellen. Es wird ja viel über die Frage diskutiert, was ein Berufsfußballer ist. Es ist ein schwieriges Thema und ich kann verstehen, dass einige da eine andere Meinung haben“, fügte Hollerieth an, der sich aber schon etwas daran stört, dass einige Vereine die Möglichkeiten zu trainieren nicht oder nur sehr eingeschränkt wahrnehmen.

„Man bekommt nicht so viel mit, aber die Argumentationen kann man immer am Tabellenplatz ablesen. Schlussendlich ist es klar, dass wir eine klare Regelung brauchen. Wenn ich als Trainer weiß, ich kann trainieren und die Hygienevorschriften minimieren die Gefahr, ausschließen kann man nie etwas, dann sollte man aus meiner Sicht auch auf den Platz gehen und spielen. Wenn das jemand anders sieht, ist das natürlich sein Recht“, so Hollerieth, der sich für den 3. März, die nächste Beratung des NFV, wünscht: „Ich würde mich freuen, wenn bald ein Fahrplan kommt. Jetzt freuen wir uns, dass wir trainieren können, aber uns fehlt das Ziel. Mir ist aber auch bewusst, dass es für die Entscheidungsträger schwierig ist. Man kann nach acht, neun oder zehn Spielen auch keine Absteiger benennen. Aber es muss so langsam mal etwas passieren“, fordert der 47-Jährige, der mit T05 auch noch Lotto-Pokal spielen soll.

Hollerieth fordert Chancengleichheit für alle Teams im Pokal

Diesen, so kündigte es der Hamburger Fußball-Verband an, wolle man unbedingt regulär beenden. Das liegt vor allem daran, dass der Pokalsieger an der ersten Runde des DFB-Pokals teilnimmt. „Als Sportler willst Du immer eine sportliche Entscheidung. Wenn der Pokal jetzt fortgesetzt werden soll, dann müssen für alle die gleichen Bedingungen haben“, fordert Hollerieth und ergänzte: „Wenn auf Hamburg bezogen die Regionalligisten trainieren und ab der Oberliga darf keiner trainieren, dann kann man den Pokal aus meiner Sicht nicht sportlich fair ausspielen. Wenn man sowas spielt, dann müssen alle Teams trainieren dürfen – egal ob Ober- oder Bezirksligist. Das hat auch etwas mit dem fairen Sportsgeist zu tun.“ Das im Zweifel, sollte es keine sportliche Regelung geben, eine 2019 geänderte Spielordnung greift, weiß der T05-Coach. Dann würde das beste Team des Hamburger Amateurfußballs in der ersten DFB-Pokalrunde antreten. Das wäre, aufgrund der Quotientenregelung, der FC Eintracht Norderstedt. „Ich habe es auch gelesen, dass es in Hamburg so ist. Ob man das für sinnig hält oder nicht, steht nicht zur Debatte. Wenn es so da drinsteht, dann ist das so. Das muss man nicht verstehen, aber es sind die Regeln und da müssen wir uns dranhalten“, befand Hollerieth abschließend. Und so wird der März für Teutonia 05 ein Monat der Wahrheit. Erst tagt am 3.3 der NFV, dann am 4.3 der HFV. Ob ein Spielbetrieb in der Liga und im Pokal stattfinden kann oder nicht, bleibt mindestens bis zu dem Datum noch offen.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.