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Regionalliga Nord

HSV II: „Der liebe Gott war heute ein Egestorfer“

Johannes Kramer

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Ein irrwitziger Nachmittag für die Zweite des HSV! Die Rothosen agierten gegen den 1.FC Germania Egestorf/Langreder extrem dominant, scheitern dreimal am Aluminium – und verlieren am Ende wegen eines Sonntagsschusses mit 1:2. Für Trainer Steffen Weiß lag die Erklärung auf der Hand.

Die Hamburger SV U21 im Aufwind nach dem überzeugendem 3:0-Erfolg gegen die Zweite von Hannover 96. Enstprechend selbstbewusst startete das Team auch in die Begegnung gegen den 1. FC Germania Egestorf/Langreder. Die destruktiv agieren Gäste überließen den Rothosen von Beginn an die Kontrolle. Nach sieben Minuten wurde Egestorf-Keeper Ole Schöttelndreier bereits zur ersten Glanztat gezwungen. Arianit Ferati schloß nach schönem Zusammenspiel mit Aaron Opoku ab. Seinen wuchtigen Abschluss von der Sechzehnerkante kratzte der Gäste-Keeper noch überragend aus dem Winkel. Wenig später hätte aber auch Schöttelndreier nichts ausrichten können. Über die sehr aktive rechte Seite, die von Jonas Behounek und Mats Köhlert bekleidet wurde, segelte eine Flanke in den Sechzehner. Patrick Storb stand richtig, köpfte aber nur an den Querbalken. Die Dominanz der Rothosen so groß, dass selbst Abwehrmann Stephan Ambrosius nach vorne rückte. Der Profi-Verteidiger kam aus fünfzehn Metern unbedrängt zum Abschluss. Ein Verteidgiger konnte sich aber noch in den Ball werfen. Kurz darauf stand dem HSV diesmal nicht die Latte, sondern der Pfosten im Weg. Wieder war es Storb, der per Kopf am Aluminium scheiterte.

Damit aber nicht genug. Wenig später gab es Aluminium zum Dritten. Ein Kopfball, natürlich durch Storb, klatschte an den linken Pfosten. Schöttelndreier war wohl noch dran, lenkte die Kugel entscheidend an den Torrahmen. Insgesamt gab es acht dicke Möglichkeiten für den HSV. Die Gäste hingegen prüften HSV-Torwart Morten Behrens vor dem Seitenwechsel einmal mit einem müden Distanzschuss. Trotz allem nur ein 0:0 zur Halbzeit. Eine fast lächerliches Zwischen-Resultat. Umso verwunderlicher, was der Auftakt in den zweiten Abschnitt bieten sollte. Im Strafraum verteidigte Ambrosius mit hohem Bein, traf dabei Egestorf-Angreifer Torben Engelking am Kopf. Schiedsrichter Daniel zeigte sofort auf den Punkt. „Der Elfmeter war absolut berechtigt“, gab HSV-Trainer Steffen Weiß zu, ergänte aber: „Zuvor hatte es ein Handspiel gegeben.“ Christoph Beismann trat an und ließ Behrens keine Chance (48.). Die Führung für die Gäste, verkehrte Welt an der Wolfgang-Meyer-Sportanlage! Dem HSV ging in der Folge die spielerische Linie der ersten Hälfte etwas verloren. Trainer Weiß reagierte, brachte Leon Mundhenk für Fabian Gmeiner. Und der neue Mann sollte gleich maßgeblich ins Spiel eingreifen. Patric Pfeiffer legte auf den linken Flügel, wo Mundhenk mustergültig flankte und auf Höhe des zweiten Pfostens Behounek fand. Sein Kopfball wurde noch minimal abgefälscht, was die Kugel unhaltbar für Schöttelndreier machte (65.). Der HSV drängte auf die Führung, zeigte sich in Person von Ferati und Mats Köhlert aber oft zu inkonsequent.

Wie man effizient vor dem Tor agiert, stellten dann wieder die Gäste unter Beweis  – und wie! Der eingewechselte Marvin Stieler nahm sich aus rund dreizig Metern einfach mal ein Herz. Die Kugel flog wie ein Kanonenschuss Richtung linkes Kreuzeck, klatschte noch gegen die Lattenunterkante und dann in die Maschen (78.). Ein Riesending! „Da kam der liebe Gott nochmal“, sagte Weiß, der aber auch das Abwehrverhalten seiner Mannen bemängelte: „Vier oder fünf Spieler sind da vorne stehen geblieben. Er konnte unbedrängt schießen.“ Konsequent genutzt vom Torschützen: „Ich glaube, vor fünf Jahren habe ich zuletzt ein Fernschusstor gemacht. Ich habe mich schon fast weggedreht, weil ich dachte, der ist ein bisschen zu hoch. Dass der reingeht und dann auch noch der entscheidende Treffer ist, ist natürlich geil“, freute sich Stieler über das Siegtor. Denn vom HSV sollte nicht mehr viel kommen. Nach einer Ecke verfehlte Christian Stark das Tor nochmal hauchzart per Kopf, dann war es endgültig vorbei. „Ich weiß, woran es heute gelegen hat. Der liebe Gott war heute ein Egestorfer. Es ist nicht zu beschreiben, wie viel Pech wir hatten“, analysierte Weiß fachmännisch. Bei den Gästen freut sich vor allem der Siegtorschütze über drei fast schon ergaunerte Punkte beim HSV. „Für uns ist jeder Sieg schön. Aber weil wir hier noch nie gewonnen haben, ist es natürlich schön bei HSV II zu gewinnen. Die Toren waren einfach zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Stieler. Da hat der Fußballgott für Egestorf heute beste Arbeit geleistet.

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Redakteur: Johannes studiert in Hamburg Sportjournalismus. Seit Frühjahr 2018 ist er bei Amateur Fussball Hamburg an Bord. Nebenbei schreibt er in Schleswig-Holstein und begleitet dort den SV Eichede und seinen Klub, den TSV Trittau.