Montag, 19. August 2019
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Ivanko-Wunder: Wedel greift nach dem Klassenerhalt

Zur Winterpause noch elf Punkte Rückstand, nun sind es drei Punkte Vorsprung: Vor 180 Fans siegte der Wedeler TSV am Freitagabend mit 3:0 beim TuS Osdorf. Der TSV hat damit wieder drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz. Für Trainer Ivanko ein besonderer Moment.

Osdorf kam oft nicht so in die Zweikämpfe: Hier verliert Bennet Krause den Ball. Foto: KBS-Picture

Als die Begegnung am Blomkamp um 21.21 Uhr abgepfiffen wurde, gab es auf der Wedel-Bank kein Halten mehr. Das, was in der Winterpause keiner mehr für möglich gehalten hatte, war Andelko Ivanko geglückt. Zwei Spieltage vor Ende hat der Wedeler TSV drei Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz und das bessere Torverhältnis. Aber der Reihe nach. Die Gäste aus dem Elbe-Stadion begannen besser als die Osdorfer. Bereits nach zehn Minuten landete die Pille zum ersten Mal im Netz der Gastgeber, auch wenn der Jubel nur kurz ausfiel. Jannick Wilckens schlug einen Freistoß in die Box und Tim Vollmer haute über den Ball. Doch die Szene bleibt heiß, weil Andrew Banoub den zweiten Ball bekam. Sascha Imbusch rettete stark, beim zweiten Schuss war Christian Dirksen dann im Abseits. Der Treffer zählte nicht. Besser machten es die Ivanko-Kicker, die wieder als Einheit auf dem Platz aufliefen, nur fünf Minuten später. Jaques Rodrigues Oliveira brachte einen Freistoß in die Mitte, der zwei Mal geblockt wurde. Beim dritten Versuch stand Enzo Simon goldrichtig und donnerte den Ball unter den Querbalken (15.). Die nicht unverdiente Führung für den TSV, der mehr in die Begegnung investierte. Vor allem bei Standards war der TSV brandgefährlich. Fast jeder ruhende Ball landete in der Gefahrenzone der Osdorfer. Einen weiteren Treffer konnten die Grün-Weißen aber nicht erzielen. Doch nach dem Seitenwechsel legte der TSV dann nach, auch wenn Enzo Simon verletzungsbedingt raus musste. Daniel Diaz Alvarez leitete den Treffer selbst ein und trieb den Ball nach vorne. Von rechts flankte dann Rodrigues den Ball in die Mitte, wo Marcus Richter nur gegen den Pfosten köpfte. Den Abpraller vollstreckte Alvarez dann zum 2:0 (59.). Die Gegenwehr der TuS war gebrochen, auch wenn Osdorf noch die Chance zum Anschluss bekommen sollte.

Hat inzwischen wieder sehr gut Lachen: Wedel-Cheftrainer Andelko Ivanko. Foto: KBS-Picture

Sechs Minuten vor Ultimo legte Torben Krause das Leder perfekt auf den Schlappen von Antonio Ude ab, der alleine vor Andre Alvez Lopez stand und zum Abschluss kam. Doch der Osdorf-Stürmer schoss den Schlussmann nur an (84.). Die Gäste blieben eiskalt und legten mit der dritten echten Chance im Spiel auch den dritten Treffer nach. Nach einem Konter in der Schlussminute war es Marlo Steinecke, der die Kugel zum 3:0 über die weiße Linie drückte (90.). Nach dem Sieg wollte Wedel-Trainer Andelko Ivanko aber noch keine Glückwünsche annehmen. „Ich würde nicht voreilig vom Klassenerhalt reden. Aber es war natürlich ein riesen Schritt. Wer in so einer Art und Weise souverän spielt, dann passiert das nicht aus Zufall“, erklärte Ivanko und fügte an: „Wenn man mich fragen würde, ob ich jemanden aus der Liga holen würde, dann würde das wahrscheinlich stören. Obwohl es gute Fußballer gibt. Die Chemie stimmt einfach. Es ist ein Genuss, jetzt dabei zu sein. Ich bin traurig, dass die Zeit jetzt zu Ende geht.“ Der 52-Jährige gab auch einen Einblick in seine Gefühlswelt, seitdem er die Wedeler im Winter mit elf Punkten Rückstand übernommen hatte. Ivanko: „Ich hatte viele schlaflose Nächte, hatte viele Gedanken auf den Autofahrten nach Hause. Ich habe oft gar nicht gemerkt, dass ich 15 Kilometer gefahren bin. Das macht mich irgendwie traurig, aber auch stolz, dass es in der kurzen Zeit funktioniert hat. Ich lebe Fußball in die Knochen. Und wenn man das ehrlich macht, dann merken die Jungs das auch.“ Osdorf-Trainer Peter Wiehle bilanzierte derweil nach Abpfiff: „Der letzte Pass hat heute gefehlt. Ansonsten fand ich es gar nicht schlecht. Bei uns fehlt einfach dieses Quäntchen Glück, den Ball auch rein zu bekommen. Aber nachdem Wedel mit dem dritten Schuss das dritte Tor macht, dann kann man nicht viel sagen“, so Wiehle, der abschließend die Wedeler sogar lobte: „Ich hätte zur Halbserie keinen Pfefferling darauf gegeben, dass Wedel noch einmal da unten rauskommt. Es ist bemerkenswert, dass die das geschafft haben. Das muss man auch mal anerkennen.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.