Samstag, 25. Mai 2019
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„Kleines Derby“: Totenstille trotz 2:1-Derbysieg

Das Derby gewonnen und trotzdem gab es keine große Party: Die U21 des Hamburger SV besiegte die U23 des FC Sankt Pauli vor 187 Fans mit 2:1. Nach dem Abpfiff überwog aber eher eine Trauer-Stimmung. Der Grund: Das Ergebnis der HSV-Profis beim SC Paderborn und der verpasste Aufstieg.

Patric Pfeiffer schädelt die Kugel aus sechs Metern per Kopf in die Maschen ein. Foto: KBS-Picture

Die Stimmung an der bekannten Wolfgang-Meyer-Sportanlage war gedrückt: Trotz des 2:1-Derbysieges der HSV U21 gegen die U23 des FC Sankt Pauli konnte sich auf dem Weg zur Kabine keiner der HSV-Youngster so wirklich freuen. Aufgrund der 1:4-Niederlage der Profis beim SC Paderborn und dem damit zusammenhängenden verspielten Aufstieg war die Stimmung im Eimer. Dabei hatte die Begegnung für die Rothosen eigentlich ideal begonnen. Bereits nach vier Minuten hätten die Rothosen bereits in Führung sein können. Ein Diagonalball von Fabian Gmeiner sorgte für Gefahr, weil FCSP-Keeper Svend Brodersen zu zögerlich aus seinem Kasten kam. Arianit Ferati kam aus spitzem Winkel zum Abschluss, setzte den Ball aber nur gegen den Außenpfosten (4.). Die beste Chance der Kiezkicker im ersten Durchgang vergab Sirlord Conteh, der von Theodor Bräuning auf die Reise geschickt wurde und Henrik Giese davon lief. Am Ende rettete HSV-Schlussmann Bennet Schauer, der auch ansonsten eine starke Partie ablieferte (9.). Mit der nächsten Chance für die Rothosen zappelte die Pille dann aber im Netz. Von links flog eine Flanke von Arianit Ferati in den FCSP-Strafraum, die Patric Pfeiffer mit dem Kopf zum 1:0 vollstreckte (16.). Nun hatte die Weiß-Elf Blut geleckt und legte nur sechs Minuten später nach. Eigentlich war Moritz Kwarteng nach seinem ersten Versuch bereits auf den Hosenboden gefallen, doch dann stocherte der 21-Jährige die Murmel dann aus dem Sitzen ins Tor (22.). Glück hatten die Gastgeber dann nur noch einmal kurz vor dem Pausentee, als Finn Schütt einen Eckball von Seuwong Lee nur an den Querbalken köpfte (37.). HSV-Trainer Weiß musste nach der Pause verletzungsbedingt reagieren, tauschte für Stark Justin Huber.

Zeigte sich traurig über das Profi-Ergebnis: HSV U21-Trainer Steffen Weiß. Foto: KBS-Picture

Über rechts war Jonas David nach einer knappen Stunde auf und davon, ging bis zur Grundlinie und flankte dann auf den zweiten Pfosten. Dort stand Justin Huber völlig blank, setzte das Leder mit der Innenseite aus einem Meter aber über das Tor (56.). Ansonsten verflachte die Partie und das Niveau zunehmend in der Folge des Spiels. Deshalb wurden die Boys in Brown vor allem zum Ende hin noch einmal wirklich gefährlich. Seuwong Lee fiel im Strafraum das Leder vor die Füße und der Kiezkicker zog einfach ab. Schauer bekam die linke Hand noch rechtzeitig nach unten und fischte die Pille somit aus der linken unteren Ecke (74.). Eine absolute Glanzparade des Schlussmannes. Fünf Minuten später konnte aber auch er den Anschluss der Kiezkicker nicht verhindern. Patric Pfeiffer holte im Strafraum Lee von den Beinen, Referee Göttsch zeigte zurecht auf den Punkt. Lee legte sich den Ball selber zurecht und Schoss die Murmel direkt in die Mitte (79.). Am Ende kam aber auch dieser Treffer zu spät und die Rothosen brachten den 2:1-Sieg über die Zeit. Der Philipkowski-Elf fehlt somit weiterhin ein Punkt für den sicheren Klassenerhalt. „Es sind schon gemischte Gefühle. Ich freue mich, dass die Jungs das Derby gewonnen haben. Aber natürlich ist es ein enttäuschender Tag für den gesamten Verein“, so HSV-Coach Steffen Weiß nach Abpfiff, der anfügte: „Pauli war in der zweiten Halbzeit einen Tick besser. Wenn wir Pech haben, machen die aber auch noch einen anderen. Aber ich bin natürlich glücklich, dass wir gewonnen haben.“ Kiezkicker-Coach Joachim Philipkowski bilanzierte nach Abpfiff: „Wir wussten, dass es eng wird, weil am Ende abgerechnet wird. Wir brauchen noch einen Punkt. Wir haben eine schwache Phase gehabt, weshalb wir da stehen. Aber ich bin mir sicher, dass wir das schaffen“, so „Piepel“, der abschließend anfügte: „Wir hätten in der ersten Halbzeit ein Tor machen können, aber wir hatten nicht das Spielglück. So ist das im Fußball manchmal.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.