Mittwoch, 19. Dezember 2018
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Klookschieter: HSV II-Spielsystem – Oberliga-Wachablösung?

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Das Spielsystem der HSV U21 und eine mögliche Wachablösung in der Oberliga HH.

Wenn ein Kind auf die Nase fällt, weil es seine Schuhe nicht zugebunden hat, dann lernt es für gewöhnlich daraus und tut dies beim nächsten Mal. Ebenso wird es auch nur einmal auf eine heiße Herdplatte fassen. Denn danach hat es das kleine Kind verstanden, dass man sich dabei verletzt. Anders scheint es sich aktuell bei der U21 des Hamburger SV zu verhalten. Denn: Obwohl es jede Woche offensichtlich ist, dass das 4-1-4-1 der noch jungen Truppe große Probleme bereitet, wird nicht das System verändert. Statt-dessen wird sich an den Plan des Vereins gehalten, weil das eben so sein soll. Da scheinen die Rothosen auch Niederlagen nicht zu stören, Hauptsache alle Teams spielen dasselbe System. Für mich zerstört das nicht nur die Moral der Truppe, sondern auch das letzte bisschen Individualität des Trainers. Denn wenn man merkt, dass es nicht läuft, dann stellt man doch sein System um, um maximalen sportlichen Erfolg zu haben. Darum geht es doch im Fußball. Würde die U21 nur ein bisschen tiefer stehen, könnte die Weiß-Elf aus einer gesicherten Defensive heraus agieren. Das würde nicht nur dem Spiel, sondern auch den jungen Spielern guttun. Sie hätten mehr Sicherheit, könnten auch ihre individuellen Ideen auf den Platz bringen. So ist aktuell der Weg vorgegeben, ob er funktioniert, oder nicht. Und dass er eben nicht so funktioniert wie in der 1. oder 2. Bundesliga, das hat sich in den letzten Wochen ganz deutlich herausgestellt. Hoffentlich schaltet dort jetzt jemand mal den Kopf ein und verfolgt einen sinnvollen Plan, anstatt ewig immer dasselbe System zu spielen. Kleiner Tipp: Die U19 des HSV spielt zum Beispiel ein 4-4-2.

Erfreulich ist hingegen das, was aktuell in der Oberliga Hamburg passiert. Es scheint nach fünf Jahren endlich mal wieder ein Team zu geben, was Dassendorf ernsthafte Konkurrenz auf den Meisterschaftstitel machen könne. Ja, wir haben erst den fünften Spieltag. Und auch ja, über eine Saison hinweg kann noch sehr viel passieren. Und ja, die individuelle Qualität bei Dassendorf ist immer noch brutal. Aber: Für mich hat der TSV Sasel bisher eindeutig gezeigt, dass man mit einem jungen Team – was nun deutlich mehr Erfahrung hat, als noch im letzten Jahr – auch wirklich ganz oben mitspielen kann. Für mich sind die Parkwegler in dieser Saison einer der Kandidaten, die ich mir am Ende der Saison auch ganz oben in der Tabelle vorstellen kann. Auch, wenn Sasel-Trainer Danny Zankl diese Prognose aktuell über „völlig überzogen“ hält. Aber insgesamt zeigt sich doch eins: Endlich tut sich mal wieder was in der höchsten Hamburger Spielklasse, endlich wagt ein Team auch wieder etwas. Es ist schön zu sehen, dass sich etwas Neues entwickelt, womit auch ich vor der Saison nicht unbedingt gerechnet hätte. Das zeigt, dass auch Dassendorf sich dieses Jahr richtig strecken muss, obwohl der Kader der Wendelwegler einsame Spitze ist. Gefühlt hofft jedenfalls ganz Fußball-Hamburg auf einen Kampf um die Meisterschaft an der Oberliga-Spitze. Und diesen Kampf fühlte ich bisher in der Saison. Es würde sicherlich nicht nur mich, sondern auch viele andere freuen, wenn es bis zum Ende oben ganz spannend bleibt. Und zum Schluss haben alle etwas davon. Denn: Eine Meisterfeier am letzten Spieltag macht doch gleich doppelt so viel Spaß.

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.