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Kolumne

Klookschieter: Pfui, Rugenbergen – Oweia, BU

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Klookschieter

Klookschieter, auf hochdeutsch Klugscheißer: In unserer Kolumne fasst unser Chefredakteur Niklas Heiden sein wichtigstes Thema der vergangenen letzten Woche zusammen. Heute im Blickpunkt: Die sportliche Talfahrt beim SV Rugenbergen und der BU-Umgang mit der Presse.

Sechs Spiele, nur drei Punkte und bereits sagenhafte 24 Gegentore: Beim SV Rugenbergen wird der Wortzusammenhang „sportliche Talfahrt“ gerade mal auf ein neues Level gehoben. Das hatte sich sicherlich und vor allem Wedel-Retter Andelko Ivanko anders vorgestellt. Ein neuer, ein junger Kader sollte es an der Ellerbeker Straße sein. Mal etwas neues, frischer Wind in Bönningstedt. Dafür hat man ordentlich auf dem Transfermarkt zugeschlagen und tolle junge, entwicklungsfähige Spieler verpflichtet. Doch was ein Segen sein kann, ist zeitgleich auch das Problem. Denn junge Spieler brauchen deutlich mehr Zeit, müssen Erfahrungen sammeln und machen oftmals auch deutlich mehr Fehler. Fehler, die Rugenbergen aktuell da unten stehen lassen. Fehler, die in der Oberliga eben tödlich sind, wenn man nicht viele andere erfahrene Spieler auf dem Feld hat, die das ausbügeln. Dieser Kritik muss sich der Verein stellen. Aber: In so einer Phase ist es essentiell, dass alle möglichst nah zusammen rücken und eine Einheit bilden. Nur so kann man aus dem Keller es wieder nach oben schaffen. Dass Ivanko eben genau dies kann, hat er in Wedel gezeigt. Nur muss ein Team auf dem Platz stehen und kein aufgescheuchter Hühnerhaufen, der sich gegen Paloma fünf Dinger fängt. Da müssen die Verantwortlichen ran und sind auch die Spieler in der Pflicht, gerade die, die schon lange beim SVR spielen. Es muss sich dort aber grundlegend etwas ändern, zur Not eben auch mit größeren Konsequenzen. Ansonsten hat sich das Projekt bald erledigt. Und das wäre nicht nur mehr als schade, sondern auch unfassbar überflüssig.

Eigentlich bin ich es leid, was dieses Thema angeht. Weil man auf keinen grünen Zweig kommt. Weil man gegen eine Wand redet. Aber irgendwie kann man es auch nicht totschweigen. Immerhin war es wieder einmal unfassbar, was sich am Dienstagabend an der Dieselstraße abspielte. Zum einem sportlich, zum anderen auf der Bank und neben dem Platz. Als Krönung folgte am Sonntagabend noch eine Presse-Meldung auf der vereinseigenen „facebook“-Seite. Konkret: BU will keine Pressevertreter mehr zwischen die Trainerbänke lassen. Begründet wird dies in der offiziellen Meldung damit, dass seit der neuen Saison auch Trainer und die Bank Karten sehen können. Deshalb entschloss sich der BU-Vorstand nach eigenen Angaben zu dieser neuen Regelung. Was die Berichterstattung der Presse mit den Karten des Referees für die Bank oder den Trainer zu tun haben soll, wird indes nicht erläutert. Vielleicht, weil es keinen Zusam-menhang gibt, liebe BU-Verantwortlichen? Sondern weil es in Wirklichkeit einen anderen Hintergrund hat? Eher macht es den Eindruck – den ich hier weder beweisen noch belegen kann, aber logisch erscheint – dass BU Angst vor den verbalen Aussetzern seines eigenen Trainers hat. Denn dies kam mehrfach in den letzten Monaten vor, hat dem Verein in der Szene alles andere als Sympathien eingebracht. Höhepunkt war die verbale Attacke auf Jan Schönteich, auch wenn diese im Kern sicherlich nicht gänzlich unwahr war. Aber so etwas gehört sich nicht. Das macht man einfach nicht. Schade, dass sich BU aber lieber darum kümmert, wer wo steht und geht, als wer sich vernünftig verhält. Wir sind immer noch im Amateurfußball. Wir sind nicht im DFB-Pokalfinale, nicht in der Champions League. Tut doch nicht so pseudo-professionell, wenn ihr nicht den eigenen Trainer im Griff habt. Das hätte Priorität. Geht doch mit gutem Beispiel voran und hebt dann den moralischen Zeigefinger. Denn das erwartet ihr schließlich auch von uns, „der Presse“.

Foto: KBS-Picture

Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.