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Oberliga Hamburg

Kocin: „Einige Vereine hätten nicht sein müssen“

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Nach vielen Stationen im Profi-Bereich, im In- und Ausland, kehrte Umut Kocin im Sommer 2019 nach Hamburg zurück. Der 31-Jährige kickt seitdem in der Oberliga Hamburg bei Concordia. Nun sprach Kocin über seine vielen Profi-Stationen, seine ganz großen Fehler und die Zeit beim HSV.

Umut Kocin hat eine bewegende Karriere hinter sich. Der 31-Jährige kickte seit seinem Karriere-Beginn im Sommer 2004 bei insgesamt 13 Vereinen, dazu zählten unter anderem der HSV und Arminia Bielefeld, aber auch diverse türkische Mannschaften. Im „Elbkick TV“-Talk sprach der Ex-Profi nun über seine Rückkehr zu Concordia – seit Sommer 2019 ist Kocin am Bekkamp. „Letztendlich ist es so gewesen, dass ich mich für die Familie entschieden habe. Deshalb habe ich mit dem Profi-Fußball aufgehört“, erklärte Kocin und fügte an: „Der Fußball in der Türkei ist nicht so geregelt, wie in Deutschland. Ich wollte wieder richtig Spaß am Fußball haben. Deswegen bin ich zurück nach Hamburg gekommen.“ Ausgebildet wurde der Deutsch-Türke bei HT16, anschließend ging es zum HSV, wo Kocin unter anderem mit Sidney Sam, Eric Maxim Choupo-Moting, Tunay Torun und Raphael Wolf zusammen spielte. Dennoch sagt der ehemalige türkische Nationalspieler bis heute: „HT16 ist mein Verein, meine große Liebe. Dort habe ich Fußball gelernt. Das war die geilste Zeit in der Jugend. Da hatte man einfach Spaß. Auf dem Grandplatz sind wir über den Zaun geklettert, um spielen zu können.“ Besonders war aber das erste HSV-Training.

HSV-Training: „Das war wie Champions League für mich“

„Das erste Training bei den Profis war beim HSV. In der Jugend war ich türkischer Nationalspieler, aber in Deutschland wurde das nicht so wahrgenommen. Irgendwann hatte ich dann ein Gespräch mit Dietmar Beiersdorfer, wo es um einen neuen Vertrag ging. Erst als ich angedeutet habe, dass ich den Verein verlassen wollte, wurde ich bei den Profis eingeladen“, blickt Kocin zurück und ergänzt: „Das war wie Champions League für mich. Das war eine coole Erfahrung. Ich habe im ersten Training auch ein Tunnler von van der Vaart bekommen.“ Dennoch trennten sich kurz darauf die Wege von Kocin und den Rothosen, der dann zu Arminia Bielefeld wechselte. „Als ich dann zu Bielefeld gegangen bin, war Thomas van Heesen dort Trainer. Der hat mich sogar von zu Hause abgeholt, direkt aus Billstedt. Das war richtig geil. Wir sind dann auf der Autobahn mit 200 nach Bielefeld gedüst“, so der 31-Jährige, der anfügt: „Danach fing mein Profi-Leben an. Das war eine geile Erfahrung. Ich bin dort im Hotel immer extra zwei Stunden vorher aufgestanden und habe kalt geduscht, um im Training auch gute Leistung bringen zu können.“ Mit einigen Jahren Abstand kritisiert Kocin aber vor allem sein eigenes Verhalten.

„Habe oft falsche Entscheidungen getroffen“

„Die Geduld als junger Spieler ist sehr wichtig. Man weiß nie, wann sich eine Tür öffnet. Was ich allen mitgeben kann ist bodenständig zu sein. Es gibt viele Spieler, die nicht das größte Talent haben in der Bundesliga, aber mit anderen Dingen wie Kampf punkten“, gibt Kocin heute jungen Spielern mit auf den Weg. Damals zählte das für den Offensivspieler selbst nach eigenen Angaben nicht. „Natürlich bin ich viel rum gekommen, aber das war nicht alles schön. Ich habe oft falsche Entscheidungen getroffen. Ich kann nur jedem raten, nicht so oft den Verein zu wechseln. Einige Vereine hätten echt nicht sein müssen“, sagt Kocin aus heutiger Sicht, der auch für RB Leipzig auflief. „Zu RB Leipzig bin ich aus Österreich gewechselt, weil ich unbedingt wieder nach Deutschland wollte. Dort habe ich als linker Verteidiger gespielt, habe aber eine überragende Saison hingelegt und war auch in der Elf des Jahres. Leider hat es RB im ersten Jahr nicht geschafft, in die nächste Liga aufzusteigen. Deswegen hat mein Ziel, was ich vor Augen hatte, nicht hingehauen.“ Immerhin sorgte Kocin mit RB für eine Sensation im DFB-Pokal. „Wir haben damals gegen Wolfsburg gewonnen. Das war ein geiles Erlebnis, das habe ich bis heute im Kopf. Ich meine auch, dass Mandzukic und Salihamidzic mitgespielt haben. Felix Magath war da Trainer vom VfL. Wir wussten aber, dass wir eine Chance gegen die haben. Das war ein absolut geiler Abend.“ Aktuell ist der Ex-Profi aber auch an die Fußball-Pause gebunden und wünschte sich deshalb abschließend: „Fußball ist unser Leben, aber es gibt wichtigeres als Fußball. Es müssen alle gesund sein, alle sich frei bewegen können. Wenn die Saison nicht weiter geht, dann wird es später weiter gehen.“

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 21-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.