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Regionalliga Nord

Letzte Sekunde: Altona verspielt Aufstieg

Jonas Bickel

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Bittere Niederlage in Barsinghausen: Altona 93 hat den Aufstieg in die Regionalliga denkbar knapp verpasst. Gegen den 1.FC Germania Egestorf-Langreder verloren die Algan-Schützlinge durch einen Elfmeter in letzter Sekunde mit 1:2. Da auch im Parallelspiel zwischen dem SV Eichede und dem Bremer SV ein Last-Minute-Treffer fiel, sind die Aufstiegsträume des AFC geplatzt.

„Wir haben schon den Pokal so bitter verloren und jetzt hier – das ist einfach nur ein Witz“, war Mittelfeldspieler Ronny Buchholz sichtlich frustriert nach einem Spiel, bei dem man in der Anfangsphase beiden Teams anmerkte, dass es um viel ging. So lag die Priorität zunächst auf einer gut geordneten Defensive. Im Angriff gelang wenig. In der zehnten Minute gab es die erste kleine Möglichkeit. Marc-Kemo Kranich verpasste einen Pass von Luka Segedi im Fünfmeterraum nur knapp. Altona wurde Mitte der ersten Hälfte etwas aktiver. So kamen die Gäste in der 23. Minute zu einer guten Freistoßposition. Kranich führte aus, sein Schuss stellte Germanen-Schlussmann Straten-Wolf allerdings vor keine Probleme. Von Egestorf-Langreder war bis dahin noch nichts zu sehen. Das änderte sich nach halben Stunde Spielzeit. Einen Freistoß von Joshua Siegert konnte Christoph Beismann zur Germania-Führung einköpfen. „Das Tor fiel aus dem Nichts“, analysierte Buchholz nach Spielende. Sein AFC brauchte sechs Minuten, um sich von dem Gegentreffer zu erholen. Dann war es erneut Kranich, der einen Fallrückzieher nur einen halben Meter über den Querbalken setzte. Da es im Parallelspiel zwischen dem SV Eichede und dem Bremer SV 1:0 stand, brauchte Altona ein Tor für den Aufstieg in die höchste norddeutsche Spielklasse.

Doch wie schon zu Beginn der ersten Spielhälfte konnten die Schwarz-Weiß-Roten nach Wiederanpfiff zunächst keine guten Chancen herausspielen. Dafür erreichte den AFC eine gute Nachricht aus Eichede: Bremen hatte den Ausgleich geschossen, unter diesen Vorraussetzungen wären die Greigstraßler aufgestiegen. Egestorf kam indessen gefährlich vor das Tor, einen Freistoß von Joshua Siegert konnte Marek Waldschmidt aber nicht im Kasten von Du Preetz unterbringen. Kurz darauf war es dann Philipp Körner, der die große Möglichkeit zum Ausgleich hatte. Aber der 25-Jährige drosch die Kugel freistehend aus sieben Metern über das Gehäuse. Altona war jetzt am Drücker und ab der 85. Minute auch in Überzahl, da Waldschmidt die Gelb-Rote Karte sah. Und die Gäste belohnten sich für den immensen Aufwand. Nach einem Eckball von Jakob Sachs erzielte Ronny Buchholz das viel umjubelte 1:1 in der Nachspielzeit. Doch die über 250 mitgefahrenen Gäste aus Altona freuten sich zu früh. Denn in der letzten Minute bekam die Germania nach einem umstrittenen Handspiel von Ronny Buchholz einen Elfmeter zugesprochen, den Beismann sicher verwandelte. „Er schießt mir aus zwei Metern an die Hand. Das war kein Elfmeter. Der Schiedsrichter hat heute eine Grottenleistung abgeliefert“, meinte Unglücksrabe Buchholz dazu. Nicht nur im Stadion an der Ammerke gab es einen späten Elfmeter. Auch in Eichede bekamen die Gastgeber in letzter Sekunde einen Strafstoß zugesprochen, der ebenfalls im Tor landete.

Dadurch überholte Eichede Altona 93 im letzten Moment und spielt wie auch Germania Egestorf-Langrede nächste Saison in der Regionalliga. „Mir fehlen einfach die Worte. Fußball kann sehr schrecklich sein“, sagte ein konsternierter Jakob Sachs nach einem sehr unglücklichen Abend. „Wir haben wirklich gut gekämpft und gespielt. Wir hätten den Aufstieg verdient gehabt“, ergänzte der 30-Jährige. Auch AFC-Manager Andreas Klobedanz fiel es schwer, die Ereignisse zu verarbeiten: „Wenn man so nah am Aufstieg dran ist und es dann so verliert, muss man das erstmal sacken lassen. Das wird ein paar Tage dauern“. Dass Eichede und Egestorf-Langrede durch zwei Last-Minute-Treffer den sicher geglaubten AFC-Aufstieg verhindert hatten, sei extrem bitter. „Was sich in den letzten zwei Minuten auf den Spielfeldern abgespielt hat, ist glaube ich einmalig in der Geschichte des Amateur-Fußballs“, so der enttäuschte Manager, der aber schon den Blick nach vorne richtete: „Wir werden versuchen wieder anzugreifen. Das haben unsere Fans, die Mannschaft und das gesamte Umfeld verdient. Wir wollen in der Oberliga eine gute Rolle spielen und wieder das Pokalfinale erreichen“, schloss Klobedanz ab.

Foto: Niklas Heiden

Leitender Redakteur: Jonas studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Der 22-Jährige kommt von der Nordseeinsel Föhr und interessiert sich für alle Themen rund um den Fußball in Hamburg und in der Welt.