Sonntag, 20. Oktober 2019
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„Piepel“ beschwört den „Fußball-Gott“

Der Negativtrend geht weiter: Vor 109 Zuschauern verlor die U23 des FC Stankt Pauli mit 0:1 gegen die U23 von Holstein Kiel. Dabei hatten die Kiezkickerchen nicht nur mehr, sondern auch deutlich bessere Gelegenheiten. FCSP-Trainer Joachim Philipkowski will nun den Fußball-Gott beschwören.

„Fußball kann brutal sein. Die erste Halbzeit ging ganz klar an uns. Wir müssen da mindestens 2:0 führen, doch das Tor war wie zugenagelt. Das ist schon seit Wochen so und deswegen stehen wir da, wo wir stehen. Uns fehlt das Quäntchen Glück, aber auch die Überzeugung“, ärgerte sich U23-Trainer Joachim Philipkowski nach dem Abpfiff. Erneut hatte seine Mannschaft leichtfertig Punkte verschenkt, weil die Kiezkicker ihre Chancen nicht nutzten. Aus allen erdenklichen Lagen versuchten es die Braun-Weißen, immer war ein Bein, ein Spieler oder der Torwart dazwischen. Aber der Reihe nach. Den Anfang machte Robin Meißner nach gutem Zuspiel aus 16 Metern zentraler Position, der seinen Schuss rechts am Kasten vorbei setzte (8.). Fünf Minuten später mussten die Gastgeber dann kurz die Luft anhalten. Denn: Profi-Leihgabe Luca Zander spielte einen katastrophalen Pass in den Lauf von Laurynas Kulikas, der sich aufdrehen konnte und dann 20 Metern vor dem Tor der Gastgeber stand. Kulikas legte den Ball rechts in Zentrum zu Jannis Voß, dessen flacher Abschluss FCSP-Torwart Jesper Heim aber vor keine Probleme stellte (13.). In der Folge spielten nur noch die Hausherren und ließen zahlreiche Chancen ungenutzt. Nach einem Eckball, den Seuwong Lee auf den zweiten Pfosten zirkelte, war Christian Stark mit dem Kopf zur Stelle und setzte seinen Kopfball direkt unter den Querbalken. Kiel-Keeper Timon Weiner kam mit einer Hand noch an das Leder heran und wischte den Ball über das Tor (18.). Und es ging weiter. Christian Viet verlängerte einen Einwurf mit dem Kopf für Robin Meißner, der sich im Sechzehner Platz verschaffte und dann abschloss. Im letzten Moment schmiss sich noch Barne Pernot dazwischen, deshalb konnte Keeper Weiner zupacken (21.). Doppelt bitter aus FCSP-Sicht: Verteidiger Niklas Hoffmann musste nach etwas mehr als einer halben Stunde verletzt vom Platz und wurde von Youngster Moritz Frahm ersetzt.

Nach dem Seitenwechsel passierte dann zunächst nicht viel, die Boys in Brown blieben aber dennoch das aktivere Team. Doch die erste dicke Gelegenheit nach dem Pausentee hatten die Gäste aus Kiel. Jannis Voß wurde der Ball hinter die Abwehrlinie gespielt und tauchte dann alleine vor Heim auf. Doch dieser machte sich ganz breit und konnte das Leder zur Seite abwehren (56.). Acht Minuten später ließen die Gastgeber erneut die Führung liegen. Christian Stark zündete den Turbo, ein Kieler rutschte am Ball vorbei und plötzlich hatte der Stürmer ganz viel Platz. Links lief Mert Kuyucu mit, doch sowohl der Pass als auch der Abschluss waren mehr als nur mangelhaft (64.). Und dennoch sollte die „Piepel“-Elf noch eine Möglichkeit erhalten, die drei Punkte einzutüten. Seuwong Lee brachte den Eckball auf den ersten Pfosten herein, wo Marc Hornschuh wartete und eigentlich alles richtig machte. Doch durch einen starken Reflex rettete Weiner (71.). Vier Minuten später kam es, wie es kommen musste. Tim Siedschlag brachte die Murmel von der rechten Außenbahn scharf auf den zweiten Pfosten, wo Kulikas zum Flugkopfball ansetzte und das Leder so sehenswert in die Maschen donnerte (75.). In der Schlussphase hätten die Störche dann sogar noch nachlegen können, doch Heim rettete stark gegen Tobias Fleckstein (87.). „Kiel hat heute das Spielglück gehabt. Für die Jungs tut es mir richtig weh, dass sie nicht mindestens einen Punkt geholt haben. Wenn man das Chancen-Verhältnis über das ganze Spiel sieht, dann ist das ein glücklicher Sieg für Kiel“, ärgerte sich Philipkowski nach dem Abpfiff und ergänzte: „Heute Abend gibt es eine Flasche Wein. In solchen Momenten denkt man manchmal: ‚Was ist denn los mit dem Fußball-Gott?‘. Den braucht man auf seiner Seite und wir haben ihn aktuell nicht. Vielleicht schießen wir den Ball hoch und es klappt dann.“

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.