Montag, 24. Juni 2019
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Schied rettet Punkt bei Schietwedder

Endlich ist die Sommerpause vorbei und mit der Partie Altonaer FC 93 gegen TuS Dassendorf startete am Freitagabend die neue Oberliga Hamburg Saison 2016/2017. Vor 1613 Zuschauern lieferten sich beide Teams einen harten Kampf, der am Ende mit einem Unentschieden endete.

Nach der deutlichen Schlappe im Pokalfinale und der im letzten Augenblick verlorenen Aufstiegsrunde wollte der AFC seinen Anhängern zeigen, dass in der neuen Spielzeit mit dem Klub von der Griegstraße zu rechnen ist. Doch mit dem amtierenden und dreimaligen Serienmeister hatte man kein leichtes Los gezogen. Auch die Statistik lies im Vornherein keinen Favoriten erkennen. So konnte aus den letzten sieben Begegnungen jeweils zwei Mal Altona und zwei Mal Dassendorf als Sieger vom Platz gehen. In drei weiteren Begegnungen trennten sich die Mannschaften Unentschieden. Nur in den letzten drei Partien hatte der Meister die Nase leicht vorn (1 Sieg, 2 Unentschieden). Ein besonderer Augenmerk lag auch auf Marco Schultz, der von Beginn an ran durfte. Der Stürmer stand eigentlich bereits als Neuzugang bei der TuS fest, entschied sich am Ende aber  kurzfristig doch noch für die Algan-Truppe. Um 19:06 Uhr ging es dann endlich los: Schiedsrichter Murat Yilmaz pfiff die Partie mit sechsminütiger Verspätung an.

Typisch für ein Eröffnungsspiel tasteten sich die Mannschaften zunächst ab – keiner wollte den ersten Fehler begehen. So dauerte es auch rund 15 Minuten, bis es zur ersten echten Torchance kam. In der 14. Minute setzte sich Buzhalla auf der linken Spielfeldseite durch und flankte auf den mitgelaufenen Marco Schultz. Der Stürmer schraubte sich an der Fünfmeterkante hoch, köpfte den Ball aber über die Latte. Im Anschluss an die AFC-Chance erhöhte Dassendorf das Tempo, konnte aber nichts zählbares verbuchen. Dies gefiel auch TuS-Trainer Peter Martens nicht, der nach gut 20 Minuten bereits fünf Leute zum Aufwärmen schickte. Weitere zehn Minuten dauerte es, dann war es endlich so weit: Das erste Tor der neuen Oberliga Hamburg Saison konnte der Gastgeber erzielen. Nach einem zu kurzen Rückpass mit dem Kopf von Finn Lasse Thomas auf Frederik Böse schaltete ausgerechnet Marco Schultz am schnellsten und erzielte auf Höhe des Elfmeterpunktes eiskalt das 1:0. Danach pochte die Truppe vom Wendelweg auf den direkten Ausgleich, jedoch ohne Erfolg, sodass Schiedsrichter Yilmaz pünktlich zur Halbzeit pfiff.

Nach Wiederanpfiff sorgte dann in der 48. Minute ein vermeintliches Handspiel vom Amando Aust für Aufsehen. Dieser soll den Ball im Strafraum von Chris Pfeiffer an die Hand gespielt bekommen haben – die Pfeife von Murat Yilmaz blieb jedoch stumm. Keine zwei Minuten später, in der 50. Minute, erzielte die TuS dann den Ausgleich. Amando Aust führte eine Ecke kurz auf Finn Lasse Thomas aus, der aus halbrechter Position und aus spitzem Winkel abzog.  AFC-Neuzugang Jan Novotny fälschte den Ball anschließend unhaltbar für AFC-Keeper Grubba ab, der bei seinem Klärungsversuch auch noch äußerst schlecht aussah – 1:1. Damit hatte der TuS-Linksverteidiger seinen Fehler vor dem 1:0 wieder wett gemacht. Anschließend entwickelte sich eine zerfahrene Partie, in der beide Mannschaften das nächste Tor erzielen wollten. In der 67. Minute ließ dann Pascal Nägele eine dicke Chance zur Dassendorf-Führung liegen. Aus halblinker Position schoß Nägele nur äußerst knapp am rechten Pfosten vorbei. Glück für den AFC! Im Gegenzug wurden die Martens-Schützlinge dann allerdings bestraft.

Der gerade eingewechselte Kunter spielte einen doppelten Doppelpass mit Brisevac. Die letzte Hereingabe nahm der Ex-Norderstedter direkt und traf ins untere linke Eck – 2:1. Es dauerte jedoch keine zwei Minuten, ehe der Triple-Meister wieder zuschlug. Nach einem Fehlpass von Sachs schnappte sich der ebenfalls eingewechselte Kurczynski den Ball und legte diesen für von Walsleben-Schied quer , der nur noch einschieben musste. So schnell kann Fußball nunmal manchmal sein – 2:2. Wie so oft heute nach einem Tor zogen beide Mannschaften noch einmal das Tempo in den letzten 20 Minuten an. So war es dann auch wieder Dassendorf, die zur nächsten Chance kamen. Einen langen Einwurf von Pascal Nägele verlängerte Kristof Kurczynski mit dem Kopf auf den zweiten Pfosten. Dort stand von Walsleben-Schied völlig blank, haute das Leder aber aus weniger als einem Meter über die Querlatte. In den letzten zehn Minuten spielten die Oberligisten die Partie an der Adolf-Jäger-Kampfbahn dann eigentlich nur noch runter, sicherlich auch durch das Wetter, dass sich mittlerweile in einen ordentlichen Schauer verwandelt hatte. Pünktlich um 20:51 pfiff Referee Murat Yilmaz dann auch die Partie ab. Das Spiel endete 2:2. In den letzten vier Aufeinandertreffen kommt es also bereits zum dritten Unentschieden.

„Für ein Auftaktspiel konnte sich das Publikum nicht beschweren“, erklärte TuS-Trainer Peter Martens nach dem Abpfiff. „Wir haben die erste Halbzeit, meiner Meinung nach, komplett dominiert und sind dann durch einen individuellen Fehler in Rückstand geraten“, ergänzt der 58-Jährige und fügt an: „Wir haben das ansonsten gut gemacht und Moral bewiesen, uns eigene gute Tore erspielt. Doch am Ende haben wir das entscheidende Tor für uns verpasst. Also insgesamt bin ich mit dem Spiel zufrieden, mit dem Ergebnis nicht ganz“, so Martens weiter. Und auch sein Gegenüber, AFC-Trainer Berkan Algan, war für den Auftakt positiv gestimmt: „Wir hatten heute einen sehr guten Gegner und das war für uns auch eine sehr große Herausforderung, gerade weil wir auch so viele neue junge Spieler haben. Mit etwas Glück hätten wir das Spiel vielleicht sogar gewonnen, aber in der Summe der Ereignisse finde ich schon, dass das Unentschieden gerecht ist“, so Algan, der anfügt: „Wir freuen uns jetzt einfach auf die englischen Wochen und versuchen jede Aufgabe so gut wie möglich zu lösen“, so der 39-Jährige abschließend.

Foto: Olaf Damm

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Über Markus Krause

Markus Krause
Redakteur: Markus ist erst seit wenigen Jahren Hamburger und daher relativ neu im Amateurfußball. Vorher hat er hauptsächlich über die Bundesliga berichtet, ehe es den gebürtigen Nettetaler nun zu den "Wurzeln des Sports" zieht.