Mittwoch, 19. September 2018
Top-Thema
Home » Regionalliga Nord » Sechste HSV II-Pleite – Weiß: „Trage die Verantwortung“

Sechste HSV II-Pleite – Weiß: „Trage die Verantwortung“

Dicke Derby-Blamage vor 1017 Fans: Die U21 des Hamburger SV verlor am Mittwochabend beim FC Eintracht Norderstedt mit 1:3. Für die Rothosen ist es bereits die sechste Pleite im erst achten Spiel. Coach Steffen Weiß wird sich am Donnerstag zum „U21-Krisengespräch“ zusammensetzen.

Scheint die Spieler in der U21 nicht mehr zu erreichen: Trainer Steffen Weiß. Foto: KBS-Picture

„Wir müssen nun in den offenen Prozess der Wahrheit gehen und auch Verantwortung benennen. Da nehme ich mich selbst nicht raus. Wir werden alle Sachen brutal ansprechen und dabei ist alles offen“, erklärte HSV-Coach Steffen Weiß nach der sechsten Niederlage im achten Spiel. 1:3 vor 1017 Fans gegen den FC Eintracht Norderstedt – die Rothosen blamierten sich bis auf die Knochen. „Wir haben keine feste Achse aktuell. Das kann das nicht die Rechtfertigung dafür sein, dass wir nur sechs Punkte haben“, fügte Weiß an, der mit Tobias Knost (18) und Jonas David (18) in der Innenverteidigung begann. Auf der Sechs agierte Profi Christoph Moritz. Nach einer wenig spektakulären Anfangsphase unter den Augen von Klub-Boss Bernd Hoffmann und Nachwuchs-Chef Bernhard Peters legten sich die Weiß-Schüler die Pille nach einer guten halben Stunde nahezu selbst ins Nest. Nachdem Jonas David das Leder an der Sechzehnerkante verlor, landete der Ball über Vico Meinen bei Kangmin Choi, der von Tobias Knost im Sechzehner gefällt wurde. Den Strafstoß verwandelte Sinisa Veselinovic zum 1:0 (25.). Die dickste Chance der Hamburger ließ Moritz Kwarteng quasi mit dem Pausenpfiff liegen. Den Schuss aus 18 Metern des Youngsters fischte Eintracht-Keeper Johannes Höcker gerade noch aus dem rechten Kreueck (45.). Ansonsten gab es in einer großenteils langweiligen ersten Hälfte kaum nennenswerte Torchancen. Das änderte sich nur schlappe zehn Minuten nach Wiederanpfiff. Denn: Norderstedt zeigte sich unglaublich effektiv, auch wenn die Rothosen erneut kräftig nachhalfen. An der Mittellinie führte Jonas Behounek einen Einwurf direkt in den Fuß von Nick Brisevac aus, der wiederum Felix Drinkuth bediente. Dieser lief allen davon und legte für Kangmin Choi quer, der nun selbst den Treffer erzielte und auf 2:0 erhöhte (55.). Nach etwas mehr als einer Stunde war die Partie für die Gäste aus dem Volkspark dann gelaufen.

Einer der drei Eintracht-Jubel: Hier feiert Norderstedt das 2:0. Foto: KBS-Picture

Riko Bork schickte Felix Drinkuth auf die Reise und dieser lief Jonas David ganz locker davon. Zu allem Überfluss sah bei dem Abschluss des Eintracht-Flitzers auch HSV-Torwart Jakob Golz nicht gut aus – der Ball schlug im Tor ein (67.). Kurz vor Ultimo war es dann der eingewechselte Khaled Mohssen, der nach Behounek-Eckball noch etwas Ergebnis-Kosmetik betrieb (89.). In voller Stärke beendeten die Weiß-Kicker das Spiel trotzdem nicht. Patrick Storb senste quasi mit Abpfiff an der Mittellinie seinen Gegenspieler ordentlich um, sah dafür von Referee Yannick Rath zurecht glatt Rot (90.+1). HSV-Profi Christoph Moritz bilanzierte nach Abpfiff: „Man kann den Jungs nicht absprechen, dass wir nicht alles versuchen. Wir sind im Moment nicht so stabil, dass wir dauerhaft den Druck hochhalten können“, so Moritz, der anfügte: „Jetzt gilt es den Jungs ein paar warme Worte mitzugeben und nicht immer draufzuhauen. Ich kenne diese Situation aus Kaiserslautern. Es ist zu früh, diese Saison abzuhaken.“ HSV-Coach Weiß ergänzte: „Wir kassieren viel zu einfache Gegentore und haben vorne keine Torchancen. Dennoch bin ich ein Trainer, der sich schützend vor die Mannschaft stellt.“ Wer bei dem Krisengespräch am Donnerstag dabei sein wird, soll sich zeigen. Weiß: „Das ist die Aufgabe der NLZ-Führung. Ob sich Ralf Becker und Christian Titz sich dazu schalten, dass werden wir sehen.“ Eintracht-Trainer Dirk Heyne lobte seine Truppe nach Abpfiff in den höchsten Tönen, strahlte über das gesamte Gesicht. „Wir haben in der ersten Halbzeit eine fantastischen Leistung geboten was es heißt, gegen den Ball zu arbeiten. Wir hätten mit dem Ballbesitz nur etwas klüger umgehen müssen. Oftmals haben wir den HSV eingeladen, wieder in die Pressing-Situationen zu kommen. Trotzdem war das vom Verhalten eine tolle Defensiv-Leistung“, so Heyne, der abschließend ergänzte: „Ich möchte da auch niemanden hervorheben. Die Mannschaft hat durchgehend eine gute Leistung geboten.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.