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Oberliga Hamburg

Vicky-Manager Sorgenfrey: „Mir fehlt der Amateurfußball!“

Niklas Heiden

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Foto: Heiden

Knapp ein Jahr hat sich Nico Sorgenfrey eine Pause außerhalb des Hamburger Amateurfußballs gegönnt, jetzt will der 39-Jährige als Liga-Manager beim SC Victoria wieder durchstarten. AFH hat sich mit Sorgenfrey über seinen neuen Klub, seine Ziele und die kommende Zeit unterhalten.

AFH: Hallo Nico, vielen Dank das Du dir die Zeit genommen hast. Wie sehr hat Dir der Hamburger Amateurfußball in der Zeit nach der Aufgabe Deines Amtes bei Teutonia 05 gefehlt?

Sorgenfrey: „Ich hatte eine schöne und erfolgreiche Zeit bei Teutonia. Die Entscheidung das Angebot zur Vertragsverlängerung nicht anzunehmen, war der Tatsache geschuldet, dass die ausgegeben Ziele zu Beginn meiner Tätigkeit 2017 (Aufstieg in die Regionalliga) erreicht wurden und ich somit einen guten Abschluss finden konnte. Ich drücke auch weiterhin der Mannschaft die Daumen für eine erfolgreiche Zeit in der Regionalliga und wünsche Ihnen alles Gute. Ob ich den Hamburger Amateurfußball vermisst habe? Ganz klar ja. Ich habe mir in der Zeit, in der noch gespielt werden durfte bis Ende Oktober letzten Jahres, viele Spiele angesehen, u. a. auch von Vicky. Ab November geht es mir wahrscheinlich wie ganz vielen Fußballbegeisterten in Hamburg. Wir können das Ende der Corona-Beschränkungen in Bezug auf unser Hobby kaum erwarten. Wenn es soweit ist und damit ein Stück weit Normalität zurück in unser Leben kommt, werden wir alle merken wie viel uns der Fußball bedeutet und wie viel Freude er bringt.“

AFH: Du bist ja auch beruflich immer sehr stark eingebunden. Trotzdem hast Du nun beim SC Victoria unterschrieben. Was hat den Ausschlag dafür gegeben?

Sorgenfrey: „Stimmt, beruflich ist bei mir dankenswerterweise trotz der Corona-Situation weiterhin viel zu tun. Für mich persönlich gehört Fußball zu meinem Leben, eine Leidenschaft für die ich mir gerne Zeit nehme und ein prima Ausgleich zum Alltag ist. Ich habe volle Rückendeckung von meiner Frau und unseren drei Kindern für mein Hobby. Die familiäre Unterstützung ist großartig und schätze ich sehr. Ohne diese wäre es schwer eine so zeitintensive Aufgabe zu bewältigen.

Um bei Vicky tätig sein zu dürfen, musste ich nicht lange überlegen und ist etwas ganz Besonderes. Die Gespräche mit Vorstand und Geschäftsführung waren von Anfang an mehr als interessant. Ich finde hier ein kompetentes Trainerteam vor gepaart mit einer unglaublich guten Mannschaft mit sehr viel Qualität. Ich freue mich nun alle Spieler und Offizielle sukzessive kennenzulernen, was aufgrund der aktuellen Corona-Kontaktbeschränkungen leider etwas dauern und ein paar Wochen in Anspruch nehmen wird. Die Trainer und ein paar Offizielle durfte ich bereits persönlich kennenlernen. Zusammenfassend war für mich diese erste Woche bei Vicky ein sehr gelungener Start.“

AFH: Was hat für Dich der SC Victoria, was andere Vereine in Hamburg vielleicht nicht haben?

Sorgenfrey: „Der SC Victoria ist ein großer Hamburger Traditionsverein mitten im Herzen Hamburgs, mit einem riesigen Einzugsgebiet. Der Verein verfügt über die größte Fußballabteilung in Hamburg und hat eine tolle Historie vorzuweisen. Jedem Hamburger, der sich für den Amateurfußball interessiert, ist Vicky ein Begriff. Was mich ebenfalls beeindruckt sind die vorhanden Strukturen und natürlich die wahnsinnige Infrastruktur mit dem einzigartigen Stadion. Das alles zusammen macht für mich persönlich diesen Verein einzigartig. Es freut mich ungemein jetzt Teil der Vicky-Familie zu sein.“

AFH: Was sind Deine Ziele mit Vicky in der nahen und fernen Zukunft?

Sorgenfrey: „Kurzfristig möchte ich alle Spieler und das Team ums Team vollständig persönlich kennenlernen. Wie bereits angesprochen, ist das aufgrund der Corona-Kontaktbeschränkungen schwierig bzw. mit einem hohen zeitlichen Aufwand verbunden. Ronald Lotz hat es in der Pressemitteilung vom Montag sehr gut dargestellt. Ich trete meine Aufgabe bei Vicky nicht an um alles auf links zu drehen und komplett anders zu machen. Mein Anliegen ist es zusammen mit diesem eingespielten Team und Mannschaft Abläufe/Prozesse/Rahmenbedingungen zu optimieren oder zu ergänzen, sodass eine gute Basis für den sportlichen Erfolg geschaffen wird. Sportlich haben wir, wie in jeder anderen Saison auch, den Anspruch uns im oberen Drittel der Oberliga-Tabelle anzusiedeln. Das hat die Mannschaft in den vergangenen Jahren sehr gut hinbekommen und daher verfolgen wir auch weiterhin dieses Ziel.“

AFH: Wie muss man sich deinen Aufgabenbereich an der Hoheluft jetzt vorstellen?

Sorgenfrey: „Ich bin vollumfänglich verantwortlich für die 1. Herren des SC Victoria in allen Belangen. Sowohl für die technischen, organisatorischen als auch für den sportlichen und wirtschaftlichen Bereich. In all diesen Bereichen hat Vicky bereits ein etabliertes Team, welches seit Jahren hervorragende Arbeit leistet und sehr gut aufgestellt ist. Gerne gebe ich zwei Beispiele: Guido Weber, Team-Manager, habe ich als positiv verrückt mit SCV-Gen kennengelernt. Was er für die Mannschaft und neben dem Platz für den Verein tut und macht, ist mit Worten kaum zu beschreiben. Absolut vorbildlich. Mathias Reß, verantwortet die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, ist kompetent, hat immer ein offenes Ohr und ist sich nicht zu schade weit mehr an Aufgaben zu übernehmen als er müsste. Diese beiden Beispiele mit Guido und Mathias, welche übrigens auch für die nächste Spielzeit ihre Aufgaben wahrnehmen werden und verlängert haben, zeigen mir, dass bei Vicky Leute am Werk sind, die das Herz am richtigen Fleck tragen. Ich freue mich mit diesem Team zusammenarbeiten zu dürfen.“

AFH: Wie kam der Kontakt zu Vicky zustande?

Sorgenfrey: „Der Kontakt kam über den ersten Vorsitzenden Ronald Lotz zustande, verbunden mit sehr offenen, interessanten und wertschätzenden Gesprächen.“

AFH: Corona schränkt uns alle enorm ein – vor allem den Amateurfußball. Wie sehr fehlt es Dir, am Wochenende am Platz zu sein?

Sorgenfrey: „Ganz ehrlich: Mir fehlt das total! Und ich glaube es geht vielen von uns „Fußball-Verrückten“ so. Ich denke da nicht nur an uns Offizielle/Funktionäre der Mannschaften oder an die Zuschauer, sondern insbesondere an die Spieler. Virtuelles Training kann nicht in Ansätzen das Training auf dem Platz ersetzen. Es geht ja auch um das Miteinander auf und neben des Platzes, der Austausch untereinander in der Kabine und die Vorfreude auf die Aufgabe am Wochenende. Also die soziale Komponente. Ich sehe das an meinen Söhnen, die selber leidenschaftliche Fußballer sind. Ihnen fehlt diese Regelmäßigkeit des Trainings und der Spiele sehr, aber noch viel mehr mit den Kumpels auf dem Platz zu stehen, Späße zu machen und sich auszutoben. Kurzum: Ich hoffe auf eine baldige Rückkehr stufenweise hin zur Normalität.“

Vielen Dank für Deine Antworten, Nico. AFH wünscht Dir eine erfolgreiche Zeit an der Hoheluft!

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.