Mittwoch, 17. Oktober 2018
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Vier Spiele in acht Tagen – Algan: „Das ist Wahnsinn“

Vier Spiele in acht Tagen bei meistens über 30 Grad: Der Ärger bei Altona 93 über die Ansetzung der Liga- und Pokalspiele seitens des Hamburger Fußball-Verbandes sitzt tief. Vor allem AFC-Trainer Berkan Algan kann die Ansetzung nicht nachvollziehen und macht seinem Ärger nun Luft.

„Bei Buchholz ausscheiden ist keine Schande. Jeder weiß, dass es dort schwer ist. Wir sind auch keine schlechten Verlierer. Aber ein menschlicher Körper kann vier Spiele in acht Tagen einfach nicht leisten. Es geht dabei nicht um Altona 93, sondern um den gesunden Menschenverstand“, ärgert sich Altona-Coach Berkan Algan bis heute über die Pokal-Ansetzung am Dienstagabend in Buchholz und tut das auch aus nachvollziehbaren Gründen. Denn: In acht Tagen musste der Regionalliga-Absteiger in satten vier Spielen ran. „Zuerst war unser Pokalspiel für Dienstag oder Mittwoch geplant und wir waren schon überrascht, dass es dann am Donnerstag (Anm. d. Red., Sternschanze) angesetzt wurde. Dann haben wir am Sonntag gegen Niendorf gespielt und am Dienstag schon in Buchholz. Nun spielen wir Freitag wieder bei Vicky. Ich verstehe nicht, wie man eine Mannschaft in so ein Pensum reinstecken kann. Das schafft nicht mal ein Profi-Team“, so Algan, der deshalb Kontakt zum Hamburger Fußball-Verband suchte. „Ich habe gesagt, dass das bei dem Wetter nicht zu wuppen ist. Keine andere Mannschaft muss vier Mal in acht Tagen spielen. Die Regeneration ist völlig kaputt. Ich habe dann mit Joachim Dipner geredet. Und er hat mir am Telefon gesagt, dass das halt so ist. Andere Vereine müssten da auch durch“, berichtet uns Algan. Und weiter: „Keine Mannschaft darf in so einen Zyklus der Belastung kommen. Alle Ärzte mit denen ich gesprochen habe, haben gesagt, dass das der Wahnsinn ist. Die haben mir das gar nicht geglaubt.“

„Die dachten ich spinne.“ Umso mehr Unverständnis kommt beim AFC-Coach auf, weil andere Vereine das Spiel verlegt haben. „Bei Eintracht Norderstedt konnte so ein Spiel ja auch verlegt werden. Nur bei uns scheint die Belastung ja ok zu sein. Aber was wäre den schlimmes passiert, wenn wir das Spiel auf nächste Woche verlegt hätten. Für uns ist der Pokal eine immens wichtige Veranstaltung“, erklärt Algan weiter. Angesprochen auf die Vorwürfe erklärt uns Joachim Dipner (HFV): „Norderstedt hat am Dienstag einen offiziellen Spieltag gehabt. Deshalb war ein Pokalspiel nicht möglich“, so Dipner, der ergänzte: „Es stimmt, dass ich mit Berkan Algan gesprochen habe. Ich habe ihm dann erklärt, dass die Oberliga-Vereine 34 Liga-Spiele haben und sieben mögliche Pokalspiele, sollten sie ins Finale kommen. Wir haben also mehr Spiele, als wir im Kalender unterbringen können. Das ist eine Folge der 18er Oberliga-Staffel. Mit 16 Teams wäre der Kalender deutlich entzerrt“, berichtet Dipner. Angesprochen auf die aktuelle Wetterlage heißt es: „Wir haben auch Anfragen bekommen, wie es mit der Gesundheit der Spieler hitzebedingt ist. Deswegen machen wir ja auch Getränke-Pausen. Der Schiedsrichter entscheidet am Ende immer am Platz, ob gespielt werden kann.“ Weshalb das Sternschanze-Spiel am Donnerstag stattfinden musste, schlüsselte Dipner abschließend ebenfalls auf: „Es geht da um die Platzbelegung bei Sternschanze. Wir müssen zusehen, dass wir die Spiele unterbringen, wo mehrere Vereine auf demselben Platz spielen. Wir haben dieses Problem immer wieder und müssen deshalb auch Spiele am Mittwoch oder Donnerstag ansetzen.“

Foto: KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.