Sonntag, 17. Februar 2019
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Wilde Schlussphase: D’urso rettet Cordi Dreier

Führung, Ausgleich und Last-Minute-Sieg: Concordia erlebte gegen den Meiendorfer SV vor 211 Fans ein wahres auf und ab. Am Ende siegten die Pieper-Schützlinge durch einen späten Treffer von Maurizio D’urso mit 3:2. Dabei spielten beide Teams nur eine knappe halbe Stunde Fußball.

Mussten beide vorzeitig vom Feld: Theodoros Ganitis (li.) und Marcin Hercog. Foto: KBS-Picture

Es läuft die 63. Minute an der Meiendorfer Straße, die den gesamten Spielverlauf auf den Kopf stellen sollte. Concordia führte bereits mit 2:0 gegen den Meiendorfer SV und schien als sicherer Sieger aus der Begegnung hervor zu gehen. Marcin Hercog senste auf Höhe der Mittellinie dann Benjamin Bambur um und sah dafür zurecht von Schiedsrichter Marco Kulawiak die Ampel-karte. Es war der Auftakt für eine heiße Schluss-phase, die es in sich hatte. Aber der Reihe nach. Beide Teams taten von Beginn an nicht wirklich viel für das Spiel, wollten erst einmal sicher stehen und sich keine Fehler erlauben. Nach einer knappen Viertelstunde gingen die Gäste aus Jenfeld dann mit dem ersten Abschluss in Front. Theodoros Ganitis chipte das Leder hinter die MSV-Abwehr, wo Benjamin Bambur wartete und den Ball für Maurizio D’urso quer legte. Der 27-Jährige fackelte nicht lange und drückte die Pille aus kurzer Distanz über die Linie (15.). Und die Gastgeber? Hätten beinahe im nahezu direkten Gegenzug in Person von Can Düzel den Ausgleich markiert, doch Cordi-Keeper Frederic Böse tauchte schnell genug ab und klärte den Ball (18.). Ansonsten passierte im ersten Abschnitt nicht wirklich viel, der die Zuschauer mehr quälte, als unterhield. Das änderte sich nach der Pause immerhin in dem Punkt, was die Torchancen anging. Vier Minuten nach Wiederbeginn steckte der eingewechselte Andrej Bluhm die Pille in den Lauf von Haci Gündogan durch, der alleine aus halblinker Position vor Böse auftauchte. Doch dem MSV-Kicker versagten im letzten Moment die Nerven, der Schuss landete knapp neben dem Pfosten (49.). Besser machten es nur drei Minuten später die Gäste auf der Gegenseite. Nach einem Presschlag im Meiendorf-Strafraum landete das Leder vor den Füßen von Chris Heuermann, der nicht lange fackelte und aus spitzem Winkel abzog. Sein Schuss kullerte quer durch den Fünfmeterraum und schlug im langen Eck ein (52.). In der Folge nahm die Begegnung dann mehr und mehr Fahrt auf. Nach einer Stunde ließ erst Michael Sara den Anschlusstreffer liegen, dann scheiterte auf der Gegenseite Heuermann an Alberti. Die 211 Fans bekamen etwas geboten.

Einer von vielen Zweikämpfen: Haci Gündogan (li.) gegen Cordis Grabowski. Foto: KBS-Picture

Spätestens aber die rote Karte von Hercog haute dem Saglam-Team wieder neues Leben ein und so dauerte es nur vier Minuten, ehe die Gastgeber den Anschlusstreffer bejubeln konnten. Michael Sara zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel direkt ins Netz, weil Cordi-Schlussmann Frederic Böse ordentlich mithalf (67.). Und nur zwei Minuten später mussten beide Teams mit nur zehn Mann weitermachen. Auch Theodoros Ganitis durfte vorzeitig unter die Dusche, sah wegen Meckerns ebenfalls die Ampelkarte (69.). Und auch deshalb schöpfte der MSV noch einmal neue Hoffnung und näherte sich dem Cordi-Kasten immer mehr an. Zuerst lenkte Böse einen Düzel-Schuss noch an den Pfosten (83.), dann platzierte Blum einen Freistoß nur knapp drüber (85.). Erst quasi in der Nachspielzeit wurden die Hausherren für ihre Mühe belohnt. Michael Sara zog ab, sein Schuss wurde geblockt. Die Kugel landete auf dem Schlappen von Andrej Blum, der vom rechten Strafraumeck direkt abschloss. Die Kugel schlug im langen Eck ein – Böse war chancenlos bei dem Schuss (90.). Pure Ektase an der B75, hatte Cordi zuvor bereits einige gute Kontersituationen leichtfertig liegen gelassen. Doch die lange Nachspielzeit von vier Minuten sollte der Saglam-Elf am Ende doch noch zum Verhängnis werden. In der 90.+4 Minute segelte von rechts eine Flanke von Kevin Zschimmer in die Mitte, die D’urso per Kopf zum 3:2 für die Pieper-Elf über die Linie drückte. Jetzt gab es kein Halten mehr bei den Bekkamplern. Trotz schlechter zweiter Halbzeit nahmen die Rot-Schwarzen dennoch drei Punkte mit nach Hause. „Wir haben eine stabile erste Halbzeit gespielt, alleridngs weniger in die Tiefe gespielt, als wir es uns vorgenommen hatten“, bialnzierte Cordi-Trainer Frank Pieper nach Abpfiff zur Überraschung aller Anwesenden und fügte an: „Wir haben aufopferungsvoll gekämpft. Ich freue mich, wenn wir quasi mit dem Schlusspfiff das Ding auf den Punkt bringen und einen guten Start haben.“ MSV-Coach Baris Saglam erklärte abschließend: „Ich kann den Jungs gar keinen Vorwurf machen. Das 2:2 war ein gefühlter Sieg. Kurz darauf kriegen wir das 3:2. Das ist blöd gelaufen.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.