Samstag, 16. Dezember 2017
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Ade Relegationsplatz: Eigentor leitet HSV-Sieg ein

Der Hamburger SV verabschiedet sich vom Relegationsplatz: Vor 46.470 Zuschauern erzwangen die Rothosen ein 3:0-Erfolg gegen ein schwaches TSG 1899 Hoffenheim. Ein Eigentor von TSG-Kicker Kevin Akpoguma leitete dabei den HSV-Sieg ein. Filip Kostic brachte den Volkspark zum Beben.

Die Gäste aus Sinsheim begannen mit einem Blitzstart: Steven Zuber legte die Kugel im HSV-Sechzehner quer für Sandro Wagner, dessen Abschluss aus fünf Metern aber neben dem linken Pfosten landete (2.). Frühes Glück also für die Hamburger, die vier Minuten später selbst das erste Mal vor dem gegnerischen Kasten auftauchten. Douglas Santos bekam die Kugel an der Grundlinie und wollte den Ball anschließend für Fiete Arp quer legen. Doch 1899-Verteidger Kevin Akpoguma rutschte in das Leder und fälschte es ins eigene Tor ab (6.). Mit der Führung im Rücken agierten die Rothosen fort nun an aus einer scheinbar gesicherten Defensive und erarbeiteten sich weitere Möglichkeiten. Dennis Diekmeier war bereits an Nico Schulz vorbei, doch der Hoffenheimer zog den HSV-Kicker zu Boden. Der anschließende Freistoß von Aaron Hunt verfehlte sein Ziel nur um einen knappen Meter (21.). Die Nagelsmann-Truppe blieb dennoch weiter gefährlich. Über Nico Schulz konterten die Blau-Weißen nur zwei Minuten später, doch Kyriakos Papadopoulos klärte die Kugel (23.). Mehr passierte in der Folge allerdings nicht wirklich auf dem grünen Rasen im Volksparkstadion. Viel spielte sich im Mittelfeld ab, die TSG hatte deutliche Probleme mit bissigen Hamburgern. Beste Möglichkeit für die Gäste: Mark Uth schickte Nico Schulz auf dem Flügel auf die Reise, der mit einer flachen Hereingabe Sandro Wagner suchte. HSV-Keeper Christian Mathenia roch allerdings den Braten und fing die Kugel rechtzeitig ab (38.). 60 Sekunden später probierte es Filip Kostic mit einem Flachschuss aus rund elf Metern, der Oliver Baumann allerdings vor keine Probleme stellte. Die zweite Hälfte begann mit sehr viel Schwung, wobei die Rothosen zur ersten guten Gelegenheit kamen.

Bobby Wood zog aus rund 20 Metern einfach mal ab und prüfte so Oliver Baumann (49.). Und die Hamburger machten weiter. Fiete Arp schnappte sich im Mittelfeld den Ball und zog an der Sechzehner-kante einfach mal ab. Doch erneut war Baumann zur Stelle und klärte (52.). Nach rund einer Stunde war es dann erneut Fiete Arp, der sich im Mittelfeld den Ball erkämpfte und dann Filip Kostic bediente. Der Abschluss des Serben ging nur knapp am langen Pfosten vorbei. Chancen nun im Minutentakt. Keine 60 Sekunden später war es Kostic, der auf der Außenbahn das Auge für den besser postierten Bobby Wood hatte. Doch der US-Boy schoss genau Oliver Baumann an (63.). Gotoku Sakai machte das Spiel kurz darauf schnell, führte einen Freistoß in der eigenen Hälfte lang auf Kostic aus. Dieser war über den Flügel auf und davon, der Abschluss von Arp landete allerdings neben dem Kasten (68.). 1899-Schlussmann Oliver Baumann entwickelte sich in dieser Phase mehr und mehr zum Schreckgespenst der Hamburger Offensive. Denn: Auch die nächste dicke Möglichkeit von Fiete Arp entschärfte der Keeper (69.). Im Gegenzug rettete Christian Mathenia gegen Nico Schulz die knappe Führung (71.). Eine Viertelstunde vor Schluss tüteten die Rothosen den Sieg dann ein. Und wie! Während die meisten Spieler noch mit der Auswechslung von Aaron Hunt beschäftigt waren, hämmerte Filip Kostic aus über 30 Metern einen Freistoß direkt drauf. Wohl auch zu überraschend für Oliver Baumann, dem die Kugel durch die Finger flutschte (75.). Kurz vor Schluss erhöhten die Hamburger sogar noch auf 3:0. Nach einer Flanke von Filip Kostic legte Dennis Diekmeier am Fünfmeterraum den Ball per Kopf zurück auf Gideon Jung, der den Ball nur noch einschieben musste (89.). HSV-Sportchef Jens Todt zeigte sich im Nachgang zufrieden.

„Das war eine überragende Mannschaftsleistung, mit einigen sogar herrausragenden Leistungen, gerade wenn man Filip Kostic sieht. Man sieht, dass hier was zusammen wächst“, freute sich Todt, fügte aber gleichzeitig an: „Trotzdem war das Spiel deutlich enger, als das Ergebnis aussagt. Dann brauch man auch mal das Glück des Tüchtigen. Es war ein Abnutzungskampf“, erklärte der 47-Jährige, der schon auf die nächste Woche blickte. „Das nimmt jetzt den Druck im Vorfeld etwas weg. Für heute fühlt es sich gut an, dass man den Anschluss zum Mittelfeld wieder hat.“ HSV-Stürmer Bobby Wodd zeigte sich selbstkritisch: „Wir haben wieder gewonnen und das ist super. Aber ich glaube es ist normal, wenn ich mal nicht spiele. Unsere Ergebnisse waren nicht gut und der Trainer musste eine Entscheidung treffen“, so Wood, der ergänzte: „Für mich war diese Zeit kein Problem. Natürlich möchte ich gerne spielen, aber man muss dabei in erster Linie an den Verein denken. Heute bin ich einfach froh, dass wir die drei Punkte haben“, so der Hawaiianer weiter. Sein Teamkollege Christian Mathenia zeigte sich vor allen Dingen über das 2:0 überrascht. „Ich habe es von hinten schon gesehen, dass die Flugkurve ganz komisch war. Es hat mich sehr an das Tor von Hakan Calhanoglu erinnert, was er damals gegen Dortmund gemacht hat“, erklärte Mathenia, der seinen Torwart-Kollegen Oliver Baumann dabei in Schutz nahm. „Aus der Entfernung stellt man normalerweise keine Mauer. Der Ball war schon schwer zu halten, gerade auch, weil er zur Seite wegzieht.“ HSV-Coach Markus Gisdol bilanzierte abschließend: „Wir hatten über das ganze Spiel hinweg die klareren Torchancen. Mit dem 2:0 war es dann natürlich deutlich leichter. Vielleicht ist das 3:0 am Ende zu hoch, aber ich freue mich jetzt für die Mannschaft. Heute ist und sehr viel sehr gut gelungen.“

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden

Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 18-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.