Donnerstag, 25. Mai 2017
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Vicky dreht Spiel gegen Türkiye

Der SC Victoria Hamburg ist durch einen 3:1-Sieg gegen den FC Türkiye auf den fünften Platz der Oberligatabelle geklettert. Die Blau-Gelben drehten das Nachholspiel in der zweiten Hälfte in Überzahl. Bei den Gästen sah man in der Schiedsrichterleistung den Grund für die Niederlage.

Trotz Scharmbeinentzündung: Auch gegen Vicky netzte FCT-Kicker Serhat Yapici ein. Foto: Heiden
Trotz Schambeinentzündung: Auch gegen Vicky netzte FCT-Kicker Serhat Yapici ein. Foto: Heiden

„Das war eine der schlechtesten Schiedsrichter-leistungen, die ich je in der Oberliga gesehen habe“, schimpfte Max Weiß nach dem Schlusspfiff. Referee Thomas Bauer stand tatsächlich oft im Mittelpunkt – allerdings erst im zweiten Durchgang. Denn die erste Hälfte verlief verhältnismäßig ereignislos. Erst in der 18. Minute gelang Furkan Aydin der erste Abschluss aus dem Spiel heraus. Der Vicky-Spieler brach auf der rechten Seite durch und schoss aus spitzem Winkel deutlich neben das Tor. Zuvor hatten nur Standards für etwas Unruhe gesorgt. Die Gäste standen hinten sehr sicher und waren deutlich aktiver. Vor allem Serhat Yapici beschäftigte die Defensive der Hausherren mit seiner Schnelligkeit und Stärke im Dribbling. Und so war es wenig überraschend, dass der auffälligste Spieler auf dem Platz auch traf:  Ein langer Ball landet bei Yapici im Strafraum, der das Leder aus der Luft nahm und über Medaiyese ins Tor lupfte (35.). Insgesamt sahen die 98 Zuschauer an der Hoheluft allerdings schwache erste 45 Minuten – das sollte sich nach der Pause ändern. Denn Vicky kam direkt zu einer Doppelchance. Erst verpasste Ebbers den Ball nach einer flachen Hereingabe von Aydin nur knapp. Wenig später zog Nikroo aus halblinker Position ab und traf den rechten Pfosten (49.). Die Hausherren waren nun besser im Spiel und ab der 54. Minute auch in Überzahl. Löw hatte in der 51. Minute ein taktisches Foul begangen – sah zu Recht die gelbe Karte. Drei Minuten später holte er dann erneut einen gegnerischen Spieler von den Beinen – allerdings in der gegnerischen Hälfte. Schiedsrichter Bauer wertete das Vergehen ebenfalls als gelbwürdig, zeigte Löw die Ampelkarte. Vicky drehte nun auf, drückte die Gäste in die eigene Hälfte.

Jubel nach dem 2:1-Führungstreffer per Elfer durch Vicky-Kapitän Felix Schuhmann. Foto: Heiden
Jubel nach dem 2:1-Führungstreffer per Elfer durch Vicky-Kapitän Felix Schuhmann. Foto: Heiden

So war der Ausgleich nur noch eine Frage der Zeit: Nikroo wurde im Strafraum hoch angespielt und legte den Ball per Kopf in die Mitte. Dort musste Schulz nur noch den Fuß hinhalten – 1:1 (66.). Der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten. Yapici legte sich einen Eckball selbst vor und flankte in den Strafraum, wo ein Spieler der Gastgeber den Ball mit der Hand abwehrte (76.). Bei Türkiye forderten sie vehement einen Handelfmeter, allerdings zu unrecht. Denn Yapici hatte den Ball nach der Ecke direkt wieder berührte, ohne dass ein anderer Spieler zuvor am Ball gewesen war – es handelte sich um eine irreguläre Ausführung. Zurecht entschied der Schiedsrichter auf Freistoß für Vicky. Auf der anderen Seite gab es dann einen Strafstoß: Schulz wurde im Sechszehner gelegt, Schuhmann übernahm die Verantwortung und traf links unten zum 2:1 (78.). Mit der letzten Aktion des Spiels machte Scharkowski nach einem Konter per Kopf den Deckel drauf, erzielte den 3:1-Endstand. Bei den Gästen war die Enttäuschung groß: „Wir haben unverdient verloren. Hätten wir die rote Karte nicht bekommen, wären wir nicht als Verlierer vom Platz gegangen“, ließ Weiß wissen, der seinen Spielern keinen Vorwurf machte. Bei Vicky war die Stimmung ausgezeichnet, die Mannschaft feierte im Spielerkreis ausgelassen. Victorias Manager, Jean-Pierre Richter, war an dem Sieg auch direkt beteiligt, denn er coachte das Team mit: „Heute hab ich ein bisschen die Steuerung übernommen“, so der 30-Jährige, der auch eine Erklärung für die schwache erste Hälfte hatte: „Türkiye hat das wirklich gut gemacht. Man hat auch gemerkt, dass uns ein wenig die Frische gefehlt hat, da wir ja durch die vielen Nachholspiele englische Wochen bestreiten. Dass wir das Spiel gedreht haben liegt auch an dem Selbstvertrauen, das die Jungs aktuell haben“, freute sich Richter.

Foto: Niklas Heiden

Über Jonas Bickel

Jonas Bickel
Leitender Redakteur: Jonas studiert Politikwissenschaften an der Universität Hamburg. Der 20-Jährige kommt von der Nordseeinsel Föhr und interessiert sich für alle Themen rund um den Fußball in Hamburg und in der Welt.