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Regionalliga Nord

AFC-Trainer Bergmann: „Ein Re-Start halte ich für nicht gerecht“

Niklas Heiden

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Foto: KBS-Picture

Der aktuell unterbrochene Spielbetrieb in der Regionalliga Nord bedeutet Stillstand – auch für Altona 93. Der Regionalligist steckt tief im Tabellenkeller der Nord-Staffel fest. Coach Andreas Bergmann fordert nun eine Entscheidung und begründet, weshalb der AFC nicht voll trainiert.

Platz elf in der Nord-Staffel der Regionalliga Nord. Bei Altona 93 hatte man sich die aktuell wegen Corona unterbrochene Saison mit großer Sicherheit anders vorgestellt. Eigentlich wollte Trainer Andreas Bergmann mit dem neuen sportlichen Leiter Richard Golz eine neue starke Nummer drei in Hamburg aufbauen. Nun steht der AFC vor einem Scherbenhaufen, resultiert aus der Pandemie und der eigenen sportlichen Leistung. „Sportlich ist die Saison sowieso im Eimer. Egal was noch passiert“, machte Trainer Andreas Bergmann gegenüber „t-online“ deutlich und fügte an: „Als der Spielbetrieb noch lief, hatten wir mehrere Corona-Fälle in der Mannschaft sowie im Umfeld. Daraufhin war die halbe Mannschaft zwei Wochen in Quarantäne. Lässt man die vergangenen Monate Revue passieren, muss man zu dem Urteil kommen, dass diese Saison sportlich kaum noch eine Aussagekraft hat.“ Schon während der Saison musste sich der Regionalligist mit Corona-Infektionen in den eigenen Reihen auseinandersetzen. Mehrere Spiele wurden deshalb abgesagt und verlegt. Auch richtiges Training war lange Zeit nicht möglich. Zwar darf der AFC inzwischen wieder voll trainieren, nimmt diese Möglichkeit aber nicht wahr. Trainer Bergmann begründet die Entscheidung bezüglich des Trainings des Vereins so:

Nur in „Kleinstgruppen“: Bergmann erklärt Trainingssituation

„Wir nehmen unsere Verantwortung den Spielern und Staff-Mitgliedern gegenüber sehr ernst“, so der 61-Jährige, der ergänzte: „Unsere Spieler stehen fast alle in Berufsverhältnissen, haben Familien – die kann ich doch nicht gefährden, indem ich sie zwinge, viermal die Woche zum Training zu gehen, mit dem Bus gemeinsam zum Spiel zu fahren und Fußball zu spielen.“ Zudem behauptet Bergmann: „Wir können als Verein der Mannschaft kein umfassendes Hygienekonzept mit regelmäßigen Testungen anbieten, welches uns das Gefühl gibt, dass das gesundheitliche Risiko für unsere Spieler fast null ist.“ Andere Vereine, mit einer sehr ähnlichen Gehaltsstruktur wie der AFC, decken die Kosten bereits seit Wochen. Zum Beispiel der FC Oberneuland, oder auch Atlas Delmenhorst. Am 3. März kommt der Norddeutsche Fußball-Verband nun zusammen, um über den weiteren Verlauf der Saison zu reden.

Bergmann hat dabei einen klaren Appell an den NFV. „Eine Wiederaufnahme der Saison – wie auch immer sie aussieht – mit sportlichen Konsequenzen für die Vereine halte ich für nicht mehr gerecht. Du kannst niemanden sportlich bestrafen, wenn die Umstände keinen echten fairen Wettkampf zulassen. Zumal auch die Rahmenbedingungen und Voraussetzungen der Vereine regional so unterschiedlich sind“, so der 61-Jährige. Und weiter: „Wirtschaftlich gesehen würde eine Fortsetzung der Saison das Elend der meisten Vereine nur vergrößern. Unsere Spieler sind aktuell in Kurzarbeit, würden wir wieder, ohne Zuschauer, spielen, haben wir die normalen Kosten auf der Uhr, aber weiterhin keine Einnahmen.“ Doch ob der NFV diese Bitte der Altonaer erhört, die schon in der vergangenen Spielzeit trotz des sportlichen Abschneidens die Klasse halten durften, ist fraglich. Der NFV will zumindest die Hinrunde regulär beenden, um dann die Meister- und Abstiegsrunde in den nächsten Wochen spielen zu können. Für Altona 93 würde das die sportliche Krise noch weiter verschärfen. Zusätzlich zur Corona-Pandemie.

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Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 22-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.