Dienstag, 23. Juli 2019
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Dasse-Sponsor Funk: „Richter trägt unsere DNA“

Vor wenigen Tagen hat sich Oberliga-Primus TuS Dassendorf überraschend von seinem Cheftrainer Elard Ostermann getrennt und deutlich weniger überraschend Jean-Pierre Richter als Nachfolger präsentiert. Wir haben mit Dassendorf-Sponsor Michael Funk über den neuen Trainer gesprochen.

Beim 1:4 gegen Altona 93 saß Elard Ostermann noch auf der Bank, am Tag danach musste der 50-Jährige seine Sachen packen. Die TuS Dassendorf hatte sich von seinem Cheftrainer getrennt und mit Jean-Pierre Richter einen sofortigen Nachfolger präsentiert, der eigentlich erst im Sommer übernehmen sollte. Auf Nachfrage schildert uns Dassendorf-Sponsor Michael Funk die Situation so: „Die Konstellation nach dem 4:1 war so, dass Elard mit dem Fußballlehrer-Lehrgang doch sehr eingebunden ist. Wir waren der Meinung, dass es der Mannschaft besser täte, wenn der Cheftrainer doch die ganze Woche auf dem Platz steht beim Training. Das haben wir erkannt und auch die Stimmung in der Mannschaft ist so, dass die gerne den Trainer die ganze Woche da gehabt hätten“, erklärt uns Funk und fügt an: „Deshalb haben wir uns so entschieden, jetzt den Schnitt zu machen. Mit Jonny haben wir da jemanden, der Gewehr bei Fuß steht. Das ist eine sehr günstige Situation. Wir haben den Schnitt gemacht, weil wir noch beide Titel holen wollen und die Chancen dazu nun eher sehen.“ Warum der Trainer-Wechsel dann nicht bereits in der Winterpause vollzogen wurde, erklärte Funk so: „Wir haben im Winter mit Elard kommuniziert, aber Elard ist ein Sportler durch und durch – sein Trainer-Team sowieso. Wir haben dem Wunsch von Elard, dass er aus sportlicher Sicht beide Titel mit Dassendorf holen möchte, respektiert. Wir haben einen Vertrag für eine Saison abgeschlossen, daran wollten wir uns auch halten“, berichtet Funk und ergänzt: „Aber manchmal ändern sich die Dinge im Leben. Auch die Reaktion von Elard zeigt, dass die Belastung vom Fußball-Lehrer, seine Familie und die Fahrt von Grömitz nach Dassendorf seine Spuren hinterlässt.“

Und weiter. „Deswegen ist es für beide Seiten eine gute Lösung.“ Auch die Zeit von Ostermann beim Oberliga-Primus, der aktuell „nur“ auf Rang drei steht, bewertet der Sponsor ironisch positiv: „Sportlich war das gar nicht so schlecht. Ein dritter Platz ist in Dassendorf schon etwas, wo man Angst haben muss, dass einige suizidgefährdet sind. Im Pokal sind wir auch noch. Da wundern sich auch einige, dass wir den nicht schon gewonnen haben im Februar, aber man muss die Spiele auch spielen. Die Erwartungshaltung ist schon groß in Dassendorf – schon dekadent zum Teil. Ich habe mich auch schlecht gefühlt auf Platz drei“, gibt sich Funk selbstkritisch und erklärt auch, wie Ostermann auf die Freistellung reagierte. Funk: „Er hat die Entscheidung recht professionell aufgenommen, weil er jetzt auch weiß, dass er diese große dreifach Belastung nicht mehr tragen muss. Das ist für seine Familie schön, aber auch für ihn mit seiner bevorstehenden Prüfung zum Fußball-Lehrer.“ Der Dassendorfer hat von einem TuS-Trainer eine klare Vorstellung: „Meine Erwartungen sind an jeden Trainer, der in Dassendorf anfängt, dass er unsere DNA trägt. Das habe ich bei Jonny erkannt. Wer jetzt als Co-Trainer und Torwarttrainer eingesetzt wird, das weiß ich nicht. Aber Jonny ist jemand, der sich das wohl überlegt“, so Funk, der abschließend über die Dassendorf-Truppe anfügte: „Wir haben einen sehr guten Charakter in der Mannschaft. Das Team wird ihn herzlich willkommen heißen und kurzfristig dann auch mit entsprechenden Resultaten antworten.“

Foto: KBS-Picture

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.