Mittwoch, 19. Dezember 2018
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Drama-Remis: Hoheluft-Torshow nach der Pause

Sechs Tore in 45 Minuten: Der SC Victoria Hamburg und der TSV Sasel brannten vor 234 Fans mit 3:3 ein wahres Fußball-Feuerwerk ab – allerdings erst nach dem Seitenwechsel. Zwei Torwart-Patzer und zwei wirklich späte Treffer machten die Drama-Halbzeit im Stadion Hoheluft am Ende perfekt.

Edin Tanovic (li.) geht hier hart in den Zweikampf mit Vicky’s Jan Luca Segedi. Foto: Gettschadt

Die Gastgeber von der Hoheluft starteten besser in die Partie und hatten zu Beginn auch die besseren Möglichkeiten. Bereits nach 13 Minuten musste Jan-Henrik Kaetow in höchster Not gegen den freigespielten Jan Luka Segedi klären. Und nur sechs Minuten war es Bibie Njie, der eine Borck-Hereingabe nur knapp verpasste (19.). Ansonsten passierte in einem taktisch spannenden, aber ansonsten fußballerisch langweiligen ersten Abschnitt nicht wirklich viel. Erst nach dem Seitenwechsel nahm die Begegnung mehr und mehr Fahrt auf – wenn dabei auch die Gäste ordentlich mithalfen. Timo Stegmann zog einen Eckball scharf auf das Sasel-Tor, wo Keeper Todd Tuffour das Leder eigentlich nur fangen musste. Doch der TSV-Schlussmann griff am Ball vorbei und so trudelt die Pille über die Linie in die Maschen (53.). Die Führung für die Blau-Gelben, die allerdings keine 120 Sekunden später egalisiert wurde. Tolga Celikten wurde auf außen freigespielt und flankte die Pille halbhoch auf den Vicky-Fünfer. Timo Adomat stand goldrichtig und drückte die das Leder aus rund fünf Metern ins Netz (55.). Und die Parkwegler legten direkt nach – diesmal unter Mithilfe der Blau-Gelben. Vicky-Torwart Dennis Lohmann rechnete mit einer Flanke und so rutschte ihm der Schuss von Yannis Büge im kurzen Eck durch die Finger (57.) – 2:1 für die Gäste. Die Zankl-Elf drückte nun auf die Entscheidung. Stefan Winkel servierte dem erst eingewechselten Jean-Lucas Gerken das Leder butterweich auf den Kopf, doch der Youngster nickte die Pille nur Zentimeter rechts am Vicky-Kasten vorbei (71.). Fünf Minuten später zappelte der Ball auf der anderen Seite im Tor. Julian Schmid zündete über links den Turbo und spielte die Kugel dann scharf in die Mitte. Am zweiten Pfosten wartete Bibie Njie, der zum 2:2-Ausgleich nur noch einschieben musste und dann jubelnd abdrehte (76.).

Victorias Felix Schuhmann (li.) gewinnt hier das Kopfballduell gegen Louis Kourkis. Foto: Gettschadt

Wer nun mit einer Punkteteilung rechnete, wurde in der Schlussphase erneut überrascht. Denn die hatte es noch einmal richtig in sich. Mit Ablauf der 90. Minute war es dann Julian Schmid, der Victoria mit einer schönen Einzelaktion ins Tal der Freude stürzte und das Leder aus sieben Metern über die Linie donnerte (90.). Doch die rund fünf Minuten, die Referee Luca Jürgensen am Ende nachspielen lief, wurden den Richter-Kickern noch zum Verhängnis. Denn: Quasi mit dem Schlusspfiff war es Jean-Lucas Gerken, der nach einem Eckball aus dem Gewühl heraus doch noch das 3:3 für die Gäste besorgte (90.+4.). Dementsprechend erleichtert zeigte sich Sasel-Trainer Danny Zankl nach dem Abpfiff. „Wir haben nicht gut angefangen, Vicky hatte sich gut auf uns eingestellt. Wenn man dann ein, zwei Fehler macht, dann kommt der Gegner noch zusätzlich raus“, erklärte Zankl und fügte anschließend an: „In der Halbzeit habe ich an die Jungs appelliert, dass es ein Geduldsspiel wird. Das wurde es dann aber doch nicht“, lachte Zankl um dann zu ergänzen: „Nach dem 0:1 kommen wir super zurück, haben dann aber in der Folge das Spiel wieder aus der Hand gegeben. Am Ende war es einfach ein Kraftakt. Wir ärgern uns jetzt zehn Sekunden und freuen uns dann über den Punkt.“ Vicky-Trainer Jean-Pierre Richter bilanzierte: „Wir haben den Fußball gespielt, den wir können, obwohl wir nicht alle Jungs an Bord hatten“, so Richter, der anfügte: „Julian macht sehr spät noch ein mega Tor und dann verteidigen wir eine Ecke zu einfach. Das ist sehr schade für die Jungs.“ Abschließend ergänzte Richter: „Insgesamt bin ich aber dennoch zufrieden. Wir haben sehr mutig und spielstark agiert. Vielleicht müssen wir den Punkt nochmal aufarbeiten. Es sind einfach sehr, sehr gemischte Gefühle.“

Foto: Gettschadt

Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 19-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.