Montag, 19. August 2019
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Gruhne-Rot und Eigentor: „Dasse“ müht sich ab

Ein Schützenfest blieb aus: Die TuS Dassendorf mühte sich bei Kellerkind Hamburger SV III, in Unterzahl, zu einem 2:1-Sieg. TuS-Keeper Christian Gruhne sah gegen leidenschaftliche Rothosen den roten Karton. „Dasse“-Trainer Peter Martens lobte im Anschluss sogar den Aufsteiger.

Die Gäste begannen mit einem Paukenschlag: Amando Aust legte den Ball ans linke Sechzehnereck zu Marcel von Walsleben-Schied, der ganz genau zielte und die Kugel in den Winkel hämmerte (8.). Die frühe Führung für die Gäste aus Dassendorf, die in der Folge sogar weitere gute Gelegenheiten liegen ließen. Sven Möller vergab keine 60 Sekunden später leichtfertig gegen HSV-Keeper Yannick Heuer (9.), der Schuss von Maximilian Dittrich wurde geblockt (14.). Nach rund 20 Minuten wendete sich das Blatt dann aber komplett. Kriistijan Augustinovic wird mit einem langen Ball auf die Reise geschickt und hat den Ball an TuS-Torwart Christian Gruhne bereits verloren. Plötzlich zieht der Dassendorfer, mit dem Ball in der Hand, den HSV-Youngster um. Referee Johannes Meyer-Lindenberg zögerte keine Sekunde und zeigte auf den Punkt. Gruhne durfte anschließend sogar, mit glatt Rot, vorzeitig unter die Dusche (20.). Doppelt bitter für „Dasse“: Der nach langer Verletzung wieder genesene Kristof Kurczynski feierte sein Debüt, musste seinen Platz für TuS-Ersatzkeeper Stanislaw Lenz räumen. Den fälligen Strafstoß verwandelte Michael Ulbricht mit vielk Wucht im linken Giebel (21.). Und zehn Minuten vor der Pause hätten die Gastgeber sogar in Führung gehen müssen. Rikspun legte die Kugel von der Grundlinie auf den zweiten Pfosten zu Augustinovic, der den Ball aber aus zwei Metern über den leeren Kasten haute (35.). In der Nachspielzeit der ersten Hälfte legten sich die Rothosen die Kugel dann selber ins Nest. HSV-Schlussmann Yannick Heuer haute sich einen Klärungsversuch mit der Hand selbst in die Maschen (45.+4) – 1:2! Nach der Pause tat sich nicht mehr allzu viel in Norderstedt, die dickte Chance zur Entscheidung vergaben die Gäste nach einer guten Stunde. Von Walsleben-Schied drang über rechts in den Sechzehner ein und bediente dann Maximilian Dittrich, der aus zwei Metern an der Glanzparade von Heuer scheiterte (57.).

Und die Martens/Hofmman-Equipe ließen weitere Chancen liegen. Aust köpfte neben den Kasten (72.), Hendrik Dettmann scheiterte ebenfalls an Heuer (74.). Am Ende blieb es bei dem knappen Sieg für den Oberliga-Primus. TuS-Keeper Christian Gruhne äußerste sich im Anschluss zu seiner roten Karte. „Ich habe in den letzten Wochen immer viel auf die Socken bekommen, wenn Spieler mich angelaufen haben. Ich wollte mich schützen, kam aber auch eindeutig zu spät. Das hat uns natürlich schon aus dem Spiel gebracht“, so Gruhne, der anfügte: „Als ich dann in der Kabine war, habe ich das 1:2 gar nicht mehr mitbekommen. Immerhin war es ein gutes Gefühl, dass unsere Jungs doch noch gewonnen haben. Für mich selbst ist es sehr traurig, ein Scheiß-Tag. Nun muss ich gucken, was das Sportgericht aus dieser Situation macht.“ Dassendorf-Coach Peter Martens bilanzierte: „2:1 ist ein knappes Ergebnis. Das war ein schwer erkämpfter, schmutziger Sieg. Bis zum Platzverweis haben wir es gut gemacht. Über die rote Karte kann man immer philosophieren. Fakt ist, dass es uns aus der Bahn geworfen hat“, erklärte Martens. Und weiter: „Mir tut dabei vor allem Kristof Kurczynski Leid, der heute eigentlich sein Debüt gefeiert hat und dann deshalb runter musste“, so Martens. Seinen Keeper nahm der 59-Jährige in Schutz. „Für mich muss man diese rote Karte aber auch nicht geben. Der Torwart hat den Ball fest in der Hand und der Spieler läuft auf ihn zu. Da ist doch klar, dass sich auch der Torwart schützt. Da hat der Spieler dann auf 30 Zentimeter Entfernung nichts mehr zu suchen.“ Am Ende gab es dann sogar noch Lob für das Tabellen-schlusslicht. Martens: „Das war heute kein Abstiegskandidat. Der HSV hat das gut gemacht und uns vor Probleme gestellt. Nach der Pause hätten wir dann natürlich die Vorentscheidung machen müssen.“

Foto (Archivbild): KBS-Picture

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Über Niklas Heiden

Niklas Heiden
Chefredakteur: Niklas ist Initiator von Amateur Fußball Hamburg und somit seit der ersten Stunde mit an Bord. Der 20-Jährige interessiert sich für alles, was im Hamburger Amateurfußball vor sich geht und hat dieses Projekt deshalb ins Leben gerufen.